(werbung)
(werbung)
Baumwolltaschen: Wie ökologisch sind die Alltagsbegleiter?

Die meisten Geschäfte geben Plastiktüten inzwischen nur noch gegen Geld aus, und preisen umweltfreundlichere Alternativen an. Ein beliebtes Angebot ist der Stoffbeutel: Nicht nur nachhaltig, sondern auch noch hip.

Witzige Sprüche wie "Meine andere Tasche ist von Chanel" oder "Bitte nicht schubsen: Ich habe einen Joghurt im Beutel", zieren manche der Baumwolltaschen, die umgangssprachlich auch als Jutebeutel bezeichnet werden. Dass in der scheinbar so wenig glamourösen Textiltasche manches Potenzial steckt, hat auch der Einzelhandel entdeckt.

Nachhaltige, wiederverwendbare Taschen liegen im Trend

"Die Bio-Tasche: der nachhaltige Hingucker mit Pfandfunktion", heißt es etwa bei der Karlsruher Drogeriekette dm. Für zwei Euro können sich Kunden in den Filialen eine der bunten Stofftaschen kaufen und jederzeit bei Bedarf gegen eine neue umtauschen. "Die Beliebtheit unserer Bio-Taschen hat uns nicht überrascht, denn nachhaltige, wiederverwendbare Taschen liegen im Trend", sagt dm-Geschäftsführer Christoph Werner. Konkrete Zahlen nennt das Unternehmen aber nicht.

Einer der Hersteller, der die Taschen für dm produziert, ist das Sozialunternehmen Manomama. Die Augsburger beliefern unter anderem auch den Lebensmittelhändler Edeka mit Stoffbeuteln. 2016 habe man knapp drei Millionen Stück verkauft, sagt Geschäftsführerin Sina Trinkwalder - und damit rund 80 Prozent des Umsatzes gemacht. Nicht genug für dm: Der Drogeriemarkt musste seine Produktion auf Indien ausweiten. Zu groß sei die Nachfrage gewesen.

Dass Baumwolltaschen derzeit im Trend sind, bestätigt auch die Gesellschaft für Verpackungsmarktforschung (GVM) in Mainz: In den vergangenen zwei Jahren habe der Verkauf von textilen Taschen stark zugenommen, berichtet Geschäftsführer Kurt Schüler. Konkrete Zahlen habe man aber nicht.

Baumwolltaschen: Wie ökologisch sind die Alltagsbegleiter?

Vertrieb von Stofftaschen ist ein richtiges Geschäft geworden

"Neben dem Einzelhandel gibt es vor allem im Eventbereich immer mehr Textil und weniger Plastik", sagt Schüler. Andererseits ist die Zahl der in Umlauf gebrachten Kunststofftragetaschen in Deutschland seit 2000 stark gesunken. Waren es zur Jahrtausendwende noch sieben Milliarden Stück, lag die Zahl demnach im vergangenen Jahr nur noch bei 3,7 Milliarden.

Mittlerweile ist aus dem Vertrieb von Stofftaschen ein richtiges Geschäft geworden - und alle verdienen dran. Hersteller verkaufen Basismodelle an Verkäufer, diese wiederum bringen die trendigen Accessoires dann an den Kunden. Wenn gewünscht, werden die Beutel noch individuell verziert oder bedruckt - ein Zusatzgeschäft für Druckereien.

Doch wie ökologisch sind die Textilbeutel wirklich? "Da Baumwolltragetaschen sehr häufig genutzt werden müssen, um ökobilanziell mit der Einweg-Kunststofftragetasche wenigstens mithalten zu können, setzen unsere Unternehmen stärker auf Kunststoff-Mehrweg-Taschen", heißt es beim Handelsverband Deutschland. Auch Papiertüten gelten zunehmend als Alternative.

Baumwolltaschen nur ökologisch, wenn man sie immer mit sich trägt

Tatsächlich sind die Öko-Taschen nicht besonders nachhaltig, wie der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) bilanziert. "Es wird davon ausgegangen, dass eine Tasche aus konventioneller Baumwolle über hundertmal so oft wie eine erdölbasierte Kunststofftüte genutzt werden muss, um die schlechtere Klimabilanz auszugleichen", sagt Katharina Istel, Referentin für nachhaltigen Konsum beim Nabu. Die Produktion belaste die Umwelt aufgrund des hohen Wasserverbrauchs und des intensiven Pestizideinsatzes sehr stark.

Eine Baumwolltasche rentiert sich ökologisch daher nur, wenn man sie immer mit sich trägt. "Wenn die nur zuhause rumliegt, war es keine gute Entscheidung", sagt Istel. Sei man sich dessen bewusst und nutze den Stoffbeutel dementsprechend häufig, sei er aber eine gute Alternative zur Plastiktüte. (dpa)

Foto: Sean JOHNSTON/ Pexels, freestocks.org/Pexels

Hemdenkönig Otto Kern mit 67 Jahren gestorben

Der als Hemden- und Blusenkönig bekanntgewordene Unternehmer und Designer Otto Kern ist im Alter von 67 Jahren in Monaco gestorben. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus dem Familienumfeld. Zuerst hatte die "Bild" am Montagabend darüber berichtet. Kern war viermal verheiratet und hinterlässt drei Kinder.

Gebürtig in Nürtingen bei Stuttgart, studierte Kern zunächst Jura und Wirtschaft in Frankfurt, bevor er seit den frühen 1970er Jahren zuerst in der Damenmode als Unternehmer aktiv wurde. Schon bald war er auch eine schillernde Persönlichkeit in den Medien.

Später brachte er auch Parfüms und andere Kosmetika mit seinem Namen auf den Markt. Von den 1990er Jahren an gab er aber mehr und mehr das Geschäft in andere Hände, zog sich ins Privatleben zurück.

Seit dem Jahr 2000 gehört der Markenname Otto Kern zu dem in Herford ansässigen Männermode-Konzern Ahlers, zu dem beispielsweise auch Baldessarini und Pierre Cardin gehören.

Heute noch gibt es unter dem Namen Otto Kern - das Logo ist ein Löwe mit stilisiertem "K" - für Männer Shirts, Jeans und Sportswear, für Frauen Blusen und Strickwaren.

Seit der Jahrtausendwende lebte Kern laut "Bild" hauptsächlich im Fürstentum Monaco, aber auch im österreichischen Promi-Ort Kitzbühel sowie in der Karibik. Seit 2008 war er mit dem Model Naomi Valeska Salz verheiratet. Die Illustrierte "Bunte" zitierte ihn damals: "Diese Hochzeit wird meine letzte und unsere Liebe für immer sein."

Einer breiten Öffentlichkeit bekannt ist Kerns Ex-Frau Sarah Kern, die sich als Model, Modeschöpferin und Unternehmerin einen Namen machte und 2017 auch beim Sat.1-Format "Promi Big Brother" mitmachte.

Sarah Kerns Management teilte am Montagabend lediglich mit, dass ihre Familie "in diesen Stunden, voller Trauer" kein Statement abgeben werde. Man ersuche höflichst, die Privatsphäre zu wahren.

Tragische Schlagzeilen machte vor 13 Jahren der Unfalltod der dritten Ehefrau Daniela im Alter von 32 Jahren. Sie war in der Weihnachtsnacht 2004 nach einem Streit mit einem Taxifahrer auf der A8 bei Günzburg aus dem Wagen gestiegen und von einem anderen Auto überfahren worden. Sie starb später in einem Krankenhaus. Die Obduktion ergab, dass sie erheblich alkoholisiert war.

Kern erzählte kurz danach der "Bild": "Sie war schwer depressiv und mehrfach stationär in psychiatrischer Behandlung. Wahnvorstellungen, Angstzustände - es war sehr schlimm." Die Frau hatte demnach an Heiligabend Hals über Kopf die Wohnung in Kitzbühel verlassen und sich ein Taxi gerufen. "Es war nicht das erste Mal, dass sie mich verlassen hat, zu ihrem Bruder flüchtete. Aber am nächsten Tag kam sie immer zurück."

In den vergangenen Jahren war Otto Kern ein gerngesehener Gast bei Veranstaltungen wie etwa dem Rot-Kreuz-Ball in Monte Carlo in Monaco. Immer wieder posierte er aber auch bei Veranstaltungen in Deutschland, sei es der Sportpresseball oder der Deutsche Opernball in Frankfurt oder das Oktoberfest in München.

Vor fünf Jahren war Kern bei einem Dinner im Schloss Bellevue beim Bundespräsidenten, das anlässlich des Besuchs des Fürstenpaars von Monaco stattfand.(dpa)

Foto: PATRICK SEEGER / DPA
Amazon entwirft Damenunterwäsche

Der US-Internetkonzern Amazon entwirft jetzt Damenunterwäsche: Seit einigen Tagen ist das firmeneigene Label Iris & Lilly am Start, wie Deutschland-Chef Ralf Kleber am Donnerstagabend in München berichtete. Das Thema Eigenmarke sei für viele Modefirmen alltäglich - «für uns ein großer Schritt».

Abgesehen von komplett in Eigenregie entwickelten Marken kooperiert Amazon nach im Fashiongeschäft auch mit Stars und Sternchen wie Sarah Jessica Parker und Sylvie Meis. Die US-Schauspielerin vertreibt auf Amazon eine Schuhkollektion unter eigenem Namen, das niederländische Ex-Model ebenfalls Unterwäsche.

Zudem macht Amazon jetzt von Deutschland aus dem chinesischen Internetriesen Alibaba Konkurrenz. «Ich war in Peking und habe den deutschen Laden in China gelauncht», berichtete Kleber. 6800 Marken, die auf der Amazon.de-Webseite vertreten seien, bieten nun auch im Reich der Mitte ihre Produkte online an.

Die skurril klingende Ankündigung hat einen handfesten wirtschaftlichen Hintergrund: Deutsche Marken von Aptamil-Babymilchpulver bis zu WMF-Kochtöpfen sind in China sehr beliebt. Alibaba bietet deutschen Firmen seit geraumer Zeit die Möglichkeit, über chinesische Onlineshops direkt in die Volksrepublik zu verkaufen. Nun zieht Amazon nach, bietet aber im Gegensatz zu Alibaba einen eigenen Lieferservice, der sehr schnell sein soll - in ganz eiligen Fällen «zwei bis sechs Tage», wie Kleber sagte.

Deutschland sei für Amazon «nach wie vor der wichtigste Markt außerhalb der USA.» In den deutschen Versandzentren arbeiten nach Klebers Worten mittlerweile 14 500 Mitarbeiter in Festanstellung. Seit 2010 habe das Unternehmen mehr als acht Milliarden Euro in Deutschland investiert, sagte der Amazon-Manager. (dpa)

Fotos: Amazon Fashion
Ultra Violet ist Pantone-Farbe des Jahres 2018

Das Farbinstitut Pantone hat sich entschieden und die Farbe des Jahres 2018 vorgestellt - es ist „Pantone 18-3838 Ultra Violet“. „Der ausgewogene und dramatisch provokante Lilaton drückt Originalität, Einfallsreichtum und visionäres Denken aus“ und wird deshalb nach Ansicht der Farbexperten des Pantone Color Institutes die Trendfarbe des nächsten Jahres sein.

Nach einem frischen Grün im Jahr 2017 und Rosenquarz im Jahr 2016 fällt die Wahl für 2018 mit Ultra Violet auf eine etwas kräftigere Farbe. Pantones Farbexperten haben während des ganzen Jahres weltweit Farbtrends in der Kunst, Mode und Design, in der Unterhaltungsbranche und in vielen anderen Lebensbereichen nachgespürt, um diese Auswahl treffen zu können.

Ultra Violet ist Pantone-Farbe des Jahres 2018

Ultra Violet steht für Originalität, Einfallsreichtum und visionäres Denken

„In der heutigen Zeit sind Erfindungsreichtum und Vorstellungskraft unverzichtbar“, kommentiert Leatrice Eiseman, Executive Director des Pantone Color Institutes. „Genau diese kreative Inspiration bietet PANTONE 18-3838 Ultra-Violet, ein blau-basierter Lilaton. Die Farbe hebt Wahrnehmung und Potenzial auf ein höheres Niveau. Vom Erkunden neuer Technologien und Galaxien über künstlerische Ausdrucksformen bis hin zu spiritueller Reflexion beleuchtet das intuitive Ultra Violet den Weg in die Zukunft.“

Für das Farbinstitut ist Ultraviolett zudem „komplex und kontemplativ – Ultra Violet spielt an auf die Mysterien des Kosmos, die Faszination der Zukunft und die Entdeckungen jenseits der heutigen Erkenntnisse. Der unendlich weite Nachthimmel ist ein Symbol für alles, was möglich ist – er weckt immer wieder die Sehnsucht, neue Welten zu betreten“, heißt es in der gestrigen Pressemitteilung.

Pantone-Farbe des Jahres 2018 drückt Unkonventionalität aus

Zudem verweist Pantone auf die Assoziation mit Experimentierfreude und Unkonventionalität, die dunkle Lilatöne haben. Sie wurden daher oft von der Gegenkultur aufgegriffen, um ihre Unangepasstheit und künstlerische Brillanz auszudrücken - man denke etwa an Prince, David Bowie und Jimi Hendrix als Ikonen der Musikgeschichte.

Auch spirituell ist die Farbe kein unbeschriebenes Blatt: „Historisch wurde Ultra Violet eine mystische oder spirituelle Kraft zugeschrieben. Die Farbe wird oft mit Achtsamkeitspraktiken in Verbindung gebracht, die in der an Reizen überreichen Welt von heute eine übergeordnete Perspektive eröffnen. Eine lilafarbige Beleuchtung in Meditationsräumen oder an anderen Versammlungsorten gibt den Anwesenden neue Energie und fördert den Aufbau von Beziehungen“, so Pantone.

In diesem Jahr gibt es drei Besonderheiten rund um die Farbe: Zum einen hat Pantone gemeinsam mit Saatchi Art in limitierter Auflage eine Kollektion mit offiziellen Drucken in der Pantone-Farbe des Jahres 2018 geschaffen. Die vom 1. Januar 2018 an erhältliche Kollektion umfasst neue Werke internationaler Künstler aus der Malerei, Bildhauerei und Drucktechnik.

Desweiteren hat Pantone in Zusammenarbeit mit Adobe Stock eine Kollektion mit Stockbildern entwickelt und bietet zudem erstmals in limitierter Auflage auch Kollektionen der Formula Guides und Fashion, Home + Interiors Color Guides zur Pantone-Farbe des Jahres 2018 für Designer an.

Ultra Violet bietet eine Fülle von Kombinationsmöglichkeiten

Bereits seit 19 Jahren wählt das Farbinstitut eine Pantone-Farbe des Jahres aus, die einen maßgeblichen Einfluss auf die Produktentwicklung sowie auf Kaufentscheidungen in zahlreichen Branchen hat. Für den Modebereich empfiehlt der Farbveteran: „Ob auf dem Laufsteg oder auf der Straße: Ultra Violet ist ein bezaubernder Lilaton, der dem Styling von Männern und Frauen eine theatralische Anmutung verleiht. Dem Kombinationsursprung des aus Rot und Blau zusammengesetzten Ultra Violet entsprechend bietet sich der Ton für ganz besondere modische Farbkonstellationen an.“

„Ultra Violet lässt sich mit allen Farben des Spektrums viel leichter kombinieren, als es zunächst den Anschein haben mag“, begeistert sich Pantone. „Mit Gold- oder anderen Metallic-Tönen wirkt Ultra Violet luxuriös und schillernd, mit Grün- oder Grautönen strahlt es eine natürliche Eleganz aus. Auch das Material spielt eine Rolle: Je nach Stoffart erhält Ultra Violet ein individuelles Erscheinungsbild. Opulenter farbiger Samt baut am Abend Spannung auf, während bei Athleisure oder Sneakern eine unerwartete Modernität entsteht. Bei Accessoires, Schmuck und Brillen erinnert Ultra Violet an die Komplexität von Edelsteinen und anderen natürlichen Strukturen wie etwa Blumen.“

Foto: Pantone Color Institute, Gucci S/S2018: Courtesy of Gucci, by Dan Lecca / Marni A/W 2018: Catwalkpictures.
Dies ist der erste Turnschuh, der aus Fischernetzen gefertigt wurde

Der Sportartikelhersteller Adidas zählt zu denjenigen Modefirmen, die mit ihren Kunstsoffprodukten maßgeblich dazu beitragen, dass auf den Weltmeeren mittlerweile Plastikmüllteppiche so groß wie ganze Kontinente treiben. Kein Wunder also, dass der Turnschuhhersteller bemüht ist, in seiner Außendarstellung verstärkt auf das Thema Nachhaltigkeit und Umweltschutz zu setzen.

Vor einiger Zeit schloss sich Adidas daher mit der New Yorker Umwelt-Lobbyorganisation Parly for the Oceans zusammen, um an einem Produkt zu arbeiten, dass einerseits stylisch ist und zugleich für aktiven Umweltschutz steht. Parley arbeitet mit diversen Organisationen zusammen, die sich um den Artenschutz und die Sauberkeit der Weltmeere kümmern, wie etwa mit den Walschützern von „Sea Shepherd“.

Dies ist der erste Turnschuh, der aus Fischernetzen gefertigt wurde

Zugleich versucht die Organisation, große Marken oder weltweit bekannte Prominente für PR-Aktionen zu gewinnen. Kooperationen u.a. mit dem Musiker Pharrell Williams oder dem Künstler Ed Ruscha sorgten so bereits vor einiger Zeit für Aufsehen. Die Zusammenarbeit mit Adidas sollte sich natürlich in einem Schuh manifestieren, der den Ansprüchen der New Yorker ebenso gerecht wird, wie den PR-Plänen des Sportartiklers.

Entstanden ist so ein Schuh, der aus alten Fischernetzen hergestellt wird, der „Parley x Adidas“ Sneaker. Die verarbeiteten Kiemennetze stammten direkt von der Sea Sheperd und seien im Rahmen der „Operation Icefish“ im Kampf gegen Wilderei abgefangen und eingesammelt wurden, heißt es.

Dies ist der erste Turnschuh, der aus Fischernetzen gefertigt wurde

Nun wird der Schuh zusammen mit anderen Parle-Devotionalien im Rahmen einer Charity-Auktion im Internet versteigert. Anlass ist die Gründung eines „Ocean Defense Fund“, der künftig verschiedene Projekte zum Schutz der Meere finanzieren soll. Die Auktion, bei der auch noch andere Kooperations-Objekte angeboten werden, läuft noch bis zum 20. Dezember 2017.

Foto: Adidas

Lagerfelds Chanel-Schau in der Elphi: "Ich bin nun einmal Hamburger"

Hamburg im «Karl-Fieber». Karl Lagerfeld, der Chefdesigner von Chanel, machte die Elbphilharmonie zum Laufsteg. Mit einer Schau, die seiner Geburtsstadt und dem Hafen huldigte. Und er selbst gab hanseatisch zu, dass er ein sogenannter Pfeffersack sei.

Hamburger Jung

Er bleibt ein Hamburger Jung. «Hamburg gehört zu meinen Farben, die mich zu dem gemacht haben, was ich bin», sagte Designer Karl Lagerfeld nach seiner exklusiven Modenschau für Chanel am Mittwochabend in der Hamburger Elbphilharmonie. Den Namen der Hansestadt spricht der seit Jahrzehnten in Paris lebende Maestro immer noch aus, wie das an der Waterkant üblich ist: «Hamburch» mit weichem «g». «Die Idee mit der Elbphilharmonie kam schon, als ich das Ding zum ersten Mal gesehen habe. Als ich die Baustelle und die Pläne gesehen habe. Wissen Sie, Berlin für Chanel ist nicht das Ideale. Und ich bin nun einmal Hamburger», erklärte er der Deutschen Presse-Agentur.

Lagerfelds Chanel-Schau in der Elphi: "Ich bin nun einmal Hamburger"

Und so huldigte er mit dieser - im Zeichen der Handwerkskunst der Ateliers stehenden - «Métiers d'Art-Kollektion» der Hansestadt und ihrem spektakulären Gebäude. Wenn auch das französische Modehaus woanders schon aufwändige Dekorationen errichtete, blieb die Elphi unverändert. Die atemberaubende Architektur reichte als Kulisse. Zu Beginn der Schau spielte ein Kammerorchester den Shanty-Klassiker «La Paloma». Hans Albers ließ grüßen, auch bei den Entwürfen, die zunächst den Hafen beschworen. Die Models trugen Kapitäns-Look.

Chanel hat auch immer einige Männer dabei, und die wirkten wie erfahrene Seebären in ihren Zopfstrickvarianten des dunkelblauen Troyers, dem Wind- und Wetterpullover des Nordens. Die Frauen trugen dazu hochhackige Schuhe, Strickleggings und coole Seemanns-Rucksäcke.

Lagerfelds Chanel-Schau in der Elphi: "Ich bin nun einmal Hamburger"

Bourgeoise Eleganz und schwarze Seidenbänder

Doch es gab auch die diskrete bourgeoise Eleganz der Hanseatinnen mit feinen Tweedkostümen, mit breitem Matrosenkragen und gerne in britischen Karos. Oder als superelegante Smokings mit Culotte-Hosen und zarte schwarze Tüllkleider. Daneben ein Schuss Herbertstraße mit «leichten Mädchen» in kurzen Röckchen und etwas Glitzer. Lagerfelds Chanel-Schau in der Elphi: "Ich bin nun einmal Hamburger"

Accessoire der Stunde war die «Prinz-Heinrich»-Mütze, feminin aufgemotzt durch lange schwarze Seidenbänder oder einen zarten schwarzen Schleier. «Der Schleier erinnert auch an den Nebel hier», sagte Lagerfeld. «Das Band mit der Schleife ist das, was man in Frankreich eine «Casquette de Parité» nennt, halb Mann, halb Frau.»

Es war das erste Mal, dass der Große Saal des Konzerthauses als Laufsteg genutzt wurde - eine besondere Premiere also. Die «Métiers d'Art» sind eine sogenannte «Zwischenkollektion». Sie werden jenseits der Fashion-Weeks an besonderen Orten in Szene gesetzt. Vor drei Jahren etwa zog es Lagerfeld ins Salzburger Schloss Leopoldskron. In Hamburg bestand die Schwierigkeit vor allem im zeitlichen Ablauf. «Es ist nicht so schwierig, in einem Konzertsaal zu arbeiten», sagte Bruno Pavlovsky, Global President des Modebereichs bei Chanel. «Herausfordernd ist hier vor allem die Planung um den Konzertbetrieb herum.» Der sollte schon am Tag danach wieder normal laufen.

Lagerfelds Chanel-Schau in der Elphi: "Ich bin nun einmal Hamburger"

«It was fun»

Am Mittwoch jedoch fand noch nicht einmal im Kleinen Saal ein Konzert statt. Ursprünglich sollte dort ein Barockorchester spielen, doch dies wurde auf den 23. Dezember verschoben. Und sogar das Parkhaus war für «normale Gäste» wegen Chanel gesperrt worden. Hamburg schien in einem regelrechten «Karl-Fieber». Schaulustige warteten in Menschentrauben vor der «Elphi», um einen Blick auf die prominenten Gäste zu erhaschen. Die fuhren allerdings in abgedunkelten Limousinen direkt in das Gebäude. Unter ihnen internationale Stars wie Hollywood-Schauspielerin Kristen Stewart und Oscar-Preisträgerin Tilda Swinton. Auch das frühere Supermodel Tatjana Patitz kam zur Schau wie auch Model und Schauspielerin Lily-Rose Depp, die 18jährige Tochter von Johnny Depp und Sängerin Vanessa Paradis.

Lagerfelds Chanel-Schau in der Elphi: "Ich bin nun einmal Hamburger"

Am Ende hatte sich der ganze Aufwand gelohnt. Karl, die Mannequins und das Orchester wurden gefeiert. Und Lagerfelds neunjähriger Patensohn Hudson Kroenig, der bei der Schau als Model mitlief, turnte munter herum und rief: «It was fun». Es war ein großer Spaß. Doch bei aller Liebe zu seiner Geburtsstadt konnte sich Lagerfeld dann doch eine kleine Spitze über die Hamburger Kaufleute nicht verkneifen: «Ich kann die Pfeffersäcke verstehen. Im Grunde bin ich auch ein Pfeffersack. Nur bin ich nicht geizig.» (dpa)

Fotos: Catwalk Pictures

Jonathan Anderson mit Doppelehrung bei The Fashion Awards 2017 ausgezeichnet

Der britische Designer Jonathan Anderson durfte bei den Fashion Awards 2017, die am vergangenen Wochenende in der Royal Albert Hall in London verliehen wurden, gleich zwei Auszeichnungen mit nach Hause nehmen. Anderson, der in vier Kategorien nominiert war, gewann den British Designer of the Year Womenswear Award für seine Marke JW Anderson und den Award als Accessoires Designer of the Year für seine Rolle als Kreativdirektor beim Luxusmodehaus Loewe.

Jonathan Anderson mit Doppelehrung bei The Fashion Awards 2017 ausgezeichnet

Christopher Bailey gewinnt Überraschungspreis "Outstanding Contribution" bei den Fashion Awards

Ein anderer bemerkenswerter Preis war ein Überraschungspreis für ‚Outstanding Contribution to British Fashion’, der an Christopher Bailey, den scheidenden Burberry Präsidenten und Chief Creative Officer, ging. Der British Fashion Council erklärte, dass es eine Ehre gewesen sei, "die phänomenale Verwandlung von Burberry in eine renommierte globale Modemarke seit seinem Eintritt in das Unternehmen im Jahr 2000 zu beobachten". Der Award wurde Bailey von Dame Anna Wintour überreicht.

Während die begehrte Auszeichnung als ‚Designer of the Year‘ an Raf Simons für seine Arbeit bei Calvin Klein verliehen wurde, wo er seit dem letzten Jahr als Chief Creative Officer verantwortlich zeichnet, setzte Gucci ebenfalls sein fantastisches Jahr fort: der CEO des Labels, Marco Bizzarri, wurde mit dem Business Leader Award ausgezeichnet.

Jonathan Anderson mit Doppelehrung bei The Fashion Awards 2017 ausgezeichnet

Der Preis für den British Menswear Designer of the Year ging an Craig Green. Andere britische Gewinner waren die aufstrebenden Stars Charles Jeffery, der als Britisch Emerging Talent Menswear für sein Label Charles Jeffery Loverboy ausgezeichnet wurde und Michael Halpern nahm dem Preis als British Emerging Talent Womenswear für Halpern entgegen.

Off-White gewann den Urban Luxe Award und schlug damit die Konkurrenz wie Rihannas Puma-Kollaboration, Gosha Rubchinskiy, Supreme und Vetements. Die Auszeichnung ‚Model of the Year‘ wurde an Adwoa Aboah verliehen.

Jonathan Anderson mit Doppelehrung bei The Fashion Awards 2017 ausgezeichnet

Die Fashion Awards ehrten Raf Simons, Stella McCartney und Donatella Versace

Es gab auch eine Reihe von Ehrenpreisen: Stella McCartney bekam einen Special Recognition Award for Innovation, während Donatella Versace zum Fashion Icon gekürt wurde, Diors Maria Grazia Chiuri bekam den Swarovski Award for Positive Change und Make-up Artist Pat McGrath erhielt den Isabella Blow Award for Fashion Creator.

Der verstorbene Azzedine Alaïa wurde selbstverständlich für seine unglaubliche, 60-jährige Karriere geehrt. Naomi Campbell, und mir ihr die ganze Branche, zollte ihm Anerkennung als einen der meistrespektierten und einzigartigsten Couturiers der Modewelt.

Jonathan Anderson mit Doppelehrung bei The Fashion Awards 2017 ausgezeichnet

Die Fashion Awards dienen auch als Fundraising-Möglichkeit für die British Fashion Council Education Foundation, die in Partnerschaft mit Swarovski talentierten jungen Menschen Stipendien für ein Studium in Großbritannien anbietet. Dadurch können Talente an den besten Universitäten studieren und es werden Lehrstellen finanziert.

Der British Fashion Council will für die Charity in den nächsten zehn Jahren 10 Millionen Pfund sammeln. Dies wurde von Swarovski im Rahmen der kontinuierlichen Unterstützung der The Fashion Awards mit einer 300.000 Pfundspende unterstützt.

Bild mit freundlicher Genehmigung von Getty Images für BFC

Dieser Artikel wurde zuvor auf FashionUnited.uk veröffentlicht. Übersetzung und Bearbeitung: Barbara Russ

Makrothema der Damenmode Frühjahr/Sommer 2019

Das Trendstop-Team bringt Ihnen die neuesten Trendrichtungen, die den Damenmodemarkt im FS19 beeinflussen werden. Dieser Schlüssellook, der zuerst in unserer Makrothemen-Vorschau identifiziert wurde, wird den Damenmode-Bereich bis 2019 und darüber hinaus beeinflussen. Unsere inspirierenden saisonalen Berichte wurden von unseren Consumer Insights-Experten zusammengestellt, die den kommerziellen Wert und die Langlebigkeit jedes einzelnen Trends bewerten, um Ihnen die bestmögliche Basis für Ihre Entscheidungsfindung zu bieten.

In dieser Woche bekommen FashionUnited-Leser einen exklusiven Einblick in die vier Schlüsselelemente unseres Frühjahr/Sommer 2019 Makrothemas der Damenmode, Forest Cargo. Utilitaristische Einflüsse bekommen mit einer neuen femininen Sensibilität und subtilen technischen Elementen einen zeitgenössischen Anstrich. Natürliche Materialien, eine tropische Interpretation von Militärfarben und Dschnungelmotive geben klassischen Cargo-Themen eine natürliche Aktualisierung.

Bekleidungsrichtung

Makrothema der Damenmode Frühjahr/Sommer 2019

Cargo wird mit der weiblichen Figur im Hinterkopf umgestaltet. Silhouetten sind natürlich, doch strukturell modern und aus schweren natürlichen Fasern gemacht, um eine starke Formdefinition zu erzielen. Tiefe Halsausschnitte und asymmetrische Designs zeigen eine neue feminine Haltung zu utilitaristischer Ästhetik, die den Look durch tiefdunkle Waldtöne in eine zeitgenössische Richtung bewegt.

Drucke & Muster

Makrothema der Damenmode Frühjahr/Sommer 2019

Die Tiefe des Dschungels und tropisches Unterholz inspirieren Druck- und Musterrichtungen für FS19. Palmwedel-Designs werden durch strukturierte Baumwolle und Jacquard-Untergründe verstärkt, während abstrahierte Flora- und Faunamotive und tonale Farbrichtungen moderne Drucktechniquen für einen zeitgenössischen Look einführen.

Schlüsselmaterialien

Makrothema der Damenmode Frühjahr/Sommer 2019

Materialen konzentrieren sich auf rohe, natürliche Verarbeitungen und natürliche Strukturen. Kompakte Baumwollstoffe geben leichten, sommerlichen Ausführungen eine beständige, widerstandsfähige Eigenschaft, das an die utilitaristischen Wurzeln von Cargo erinnert, während leicht zerknitterte und faltige Ansätze Funktionsfasern einen weicheren Anstrich geben.

Schuhe & Accessoires

Makrothema der Damenmode Frühjahr/Sommer 2019

Die Schuhmoden und Accessoires der Frühjahr/Sommer 2019-Saison geben dem Safari-Style ein Gefühl von Eleganz. Elegante Stiefeletten gibt es in technischen Utility-Ausführungen mit Lederverzierungen, um einen natürlichen Kontrast zu bieten. Tropenhelme werden als leichte Strohausführungen neu erfunden, während butterweiche Leder in neutralen/weißen Farbblöcken dem zuvor vom Sport inspirierten Hüftbeutel eine frische, modische Überarbeitung gibt.

Exklusives Angebot

FashionUnited-Leser können kostenlosen Zugang zu Trendstops Bericht "Catwalk-Themen Herbst/Winter 2017-18" erhalten, einem essentiellen Ratgeber zu den Schlüsselthemen und Kollektionen der Saison von den internationalen Laufstegen. Klicken Sie einfach auf den Banner, um Ihren kostenlosen Bericht zu erhalten.

Makrothema der Damenmode Frühjahr/Sommer 2019 p>Trendstop.com ist eine der weltweit führenden Trendprognose-Agenturen für Mode und kreative Profis, bekannt für ihre aufschlussreichen Trendanalysen und Prognosen. Zu den Kunden gehören H&M, Primark, Forever21, Zalando, Geox, Evisu, Hugo Boss, L'Oreal und MTV.

Bilder mit freundlicher Genehmigung von Trendstop: Jason Wu, Stella McCartney, Valentino, Michael Kors, Baja East, 3.1 Phillip Lim, Celine, Loewe, Creatures of the Wind, alle Frühjahr/Sommer 2018, British Millerain Frühjahr/Sommer 2018, See by Chloe Resort 2018, Giotex FR LLI Giorgetti Frühjahr/Sommer 2018.

Patagonia will Präsident Trump verklagen, um öffentliches Land zu schützen

London - Jeder, der Patagonias US-Website besucht, wird dort derzeit mit einer erschreckenden Botschaft begrüßt: „Der Präsident hat dein Land gestohlen.“ Die Lifestyle-Marke droht damit, gegen Präsident Donald Trump und seine Administration Klage einzureichen. Der Grund: Die Regierung plant, die Größe zweier unter Denkmalschutz stehender US-Nationalparks drastisch zu reduzieren.

Patagonia will zusammen mit anderen Gruppen, die sich um den Schutz von Gemeineigentum in den Vereinigten Staaten bemühen, gegen den „illegalen Schachzug“ der Trump-Administration klagen. Am Montag kündigte Trumps Regierung an, dass das Bears Ears National Monument in Utah um 85 Prozent reduziert werden soll. Gleichzeitig wurde die Verkleinerung des Grand Staircase National Monument in Nevada um 50 Prozent angekündigt. „Das ist die größte Reduzierung von geschütztem Land in der amerikanischen Geschichte“, sagte Patagonia in seiner Erklärung. Das Bears Ears National Monument und das Grand Staircase Monument nehmen zusammen über eine Million Hektar Land ein.

Patagonia will Präsident Trump verklagen, um öffentliches Land zu schützen

Patagonia will gegen Präsident Trump Stellung beziehen, um das öffentliche Gut zu schützen

Der US-Präsident sagte, dass der Antiquities Act dem Bundesgesetz nicht das Recht gebe, Millionen Hektar Land und Wasser einzubehalten und dass es an der Zeit sei, „diese missbräuchliche Praxis“ zu beenden, indem das Land „an die Menschen zurückgegeben“ werde. Zusätzlich zu einer erheblichen Verringerung der Größe des nationalen Denkmals zielt Trumps Administration darauf ab, ein neues Landmanagement einzuführen und Maßnahmen einzuleiten, die den Weg für kommerzielle Fischerei und die Erschließung von Weideland auf den geschützten Flächen ebnen würden.

Nach der Ankündigung kamen Umweltaktivisten und Marken zusammen, um gegen die Entscheidung der Trump-Administration zu protestieren. „Die Amerikaner haben sich überwiegend gegen diesen unerhörten Versuch der Regierung Trump ausgesprochen, unsere nationalen Monumente zu schließen", sagte Patagonia Präsident und Chief Executive Officer Rose Marcario in einer Erklärung. "Die gesetzeswidrigen Handlungen dieser Regierung laufen unserer gemeinsamen Verantwortung zum Schutz ikonischer Orte für zukünftige Generationen zuwider und sie bedeutet die größte Verringerung von geschütztem Land in der amerikanischen Geschichte. Wir haben seit unserer Gründung gekämpft, um diese Orte unter Schutz zu stellen und jetzt kämpfen wir vor Gericht weiter.“

Patagonia hat für fast 30 Jahre gekämpft, um das öffentliche Land zu schützen, und man sei „stolz“, eine Rolle bei der Gründung von mehreren Nationaldenkmälern gespielt haben, einschließlich der Nationaldenkmäler Bears Ears in Utah sowie Basin and Range und Gold Butte in Nevada. Die US-Outdoor-Firma argumentierte, dass die Verringerung der Größe des Nationaldenkmals „fatale Auswirkungen auf die lokale Wirtschaft und auf die milliardenschwere Outdoor- und Erholungsbranche haben würde, die auf Amerikas öffentliche Ländereien und Wasserstraßen angewiesen sei. Außerdem unterstrich das Unternehmen, dass die Naherholung zu den größten Industrien Amerikas gehöre, mit einem jährlichen Ausgabenvolumen von 887 Milliarden US-Dollar und einer Gesamtbeschäftigung von 7,6 Millionen Arbeitsplätzen - „weit über den Arbeitsplätzen und Ausgaben der Öl- und Gasindustrie.“

Dieser Artikel wurde zuvor auf FashionUnited.uk veröffentlicht. Übersetzung und Bearbeitung: Barbara Russ

Foto: Patagonia Website

Modeschöpfer Karl Lagerfeld ist noch immer geschockt über den Einzug der AfD in den Deutschen Bundestag.

«Da habe ich beinahe einen Schlag gekriegt, so aufgebracht war ich. Ich war wütend, bin es immer noch», sagte Lagerfeld in einem Interview des «ZEITmagazin» und der «Vogue». Aus seiner Sicht sei es so: «Seit Angela Merkels Umgang mit Griechenland während der Finanzkrise hatte sie in Europa den Ruf einer bösen Mutter, wie man in Frankreich sagt. Während der Flüchtlingskrise wollte sie sich dann als Pastorentochter ein besseres Image zulegen. Man hat ihr damals vorausgesagt, dass sie deshalb Millionen von Stimmen verlieren wird. Und genau so ist es gekommen. Bravo!», meinte der Modeschöpfer, der am Mittwoch seine «Métiers d'Art»-Kollektion in der Elbphilharmonie präsentiert.

Der Aufstieg der AfD erinnere ihn an die Nazi-Zeit, die ihm besonders nah geht: «Das ist etwas, was man nicht vergeben kann. Deshalb bin ich auch Deutscher geblieben. Auch wenn wir hier damit direkt nichts zu tun haben, ich glaube auch nicht an Erbschuld, aber wir müssen alle damit bis zu unserem Lebensende umgehen.»

Als er vor kurzem Angela Merkels Flüchtlingspolitik in einer französischen Talkshow kritisiert habe, sei er missverstanden worden. «Die Leute haben das nicht verstanden. Das war eine Metapher. Die Deutschen haben Millionen von Juden umgebracht, und da schämen wir uns doch heute noch für. Und jetzt lässt Angela Merkel eine Million ihrer Erzfeinde ins Land», wiederholte Lagerfeld. Dass alle Flüchtlinge Antisemiten seien, wolle er damit nicht behaupten. «Aber ich habe auch wenig Araber getroffen, die sagen: «Ich liebe die Juden.»» Die ganze Sache im Nahen Osten sei ohnehin hoffnungslos, solange der Konflikt zwischen Israel und Palästina nicht gelöst sei. (dpa)