Zahl der Vollzeit-Beschäftigten: E-Commerce schlägt Einzelhandel

Der Online-Handel sieht sich mit seinen überproportionalen Wachstumsraten schon seit Jahren als Motor des Einzelhandels. In diesen Tagen starten zudem erstmals rund 900 Auszubildende in den neuen Ausbildungsberuf „Kaufleute im E-Commerce“: Von den rund 1.500 Betrieben mit anerkannter Eignung für die neue Ausbildung würden rund 300 sogar das erste Mal überhaupt Ausbildungsplätze anbieten, so der E-Commerce-Verband BEVH.

„Wir sind agil, innovativ und wissensdurstig. Die direkte Kommunikation, frei von veralteten Rollenverständnissen und tradierten Ritualen, führt zu einer lebendigen Unternehmenskultur und modernen Arbeitsbeziehungen. Daraus resultieren neue wichtige und auch qualitativ hochwertige Arbeitsplätze - und das zukünftig verstärkt durch die Absolventen der neuen dualen Berufsausbildung unserer Branche“, so der Hauptgeschäftsführer des BEVH, Christoph Wenk-Fischer.

Es zeige sich, dass im E-Commerce mit 72,5 Prozent verhältnismäßig mehr Menschen in Vollzeitarbeitsverhältnissen tätig seien, als im traditionellen Einzelhandel mit einer Vollzeit-Quote von nur 53,8 Prozent. Auch beim Anteil der sogenannten „geringfügig Beschäftigten“ liege der Onlinehandel mit 19,2 Prozent fast zehn Prozent unter der Quote des klassischen Einzelhandels, heißt es. Zudem zahle die E-Commerce-Branche überdurchschnittlich und biete oftmals in tariflichen Regelungen nicht vorgesehene Extras wie Zielprämien, Boni und Zulagen oder Gesundheitsförderung und Weiterbildung.

„Viele der klassischen Berufsbilder im Einzelhandel haben kein Pendant im E-Commerce, weil die Geschäftsprozesse sich fundamental unterscheiden“, so Verbandsmann Wenk-Fischer. „Schon von daher passen die bestehenden Tarifverträge nicht für und zu uns.“ Druck von Seiten der Politik oder Gewerkschaften auf die Branche, sich unpassenden Tarifverträgen unterzuordnen, in denen sogar noch Zuschläge für ,Flakhelfer´ geregelt seien, sei deshalb völlig unangebracht.

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