Trotz kräftiger Erholung im Einzelhandel: Schuh- und Bekleidungsbranche weiter schwach

Der deutsche Einzelhandel hat im Mai ein deutliches Umsatzplus erzielt. Die Anbieter von Kleidung und Schuhen profitierten aber noch nicht von der allgemeinen Erholung. Das geht aus vorläufigen Zahlen hervor, die das Statistische Bundesamt (Destatis) am Mittwoch veröffentlichte.

Demnach lag der Gesamtumsatz des hiesigen Einzelhandels im Mai nominal um 4,6 Prozent und real – also preisbereinigt – um 3,8 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Gegenüber dem Vormonat April, in dem die Geschäfte noch stark von den angeordneten Ladenschließungen zum Schutz gegen die Covid-19-Pandemie belastet wurden, wuchsen die Erlöse nominal um 13,4 Prozent und real um 13,9 Prozent. Dies sei „der stärkste Umsatzanstieg gegenüber einem Vormonat seit Beginn der Zeitreihe im Jahr 1994“ gewesen, erklärte die Wiesbadener Behörde. Durch das deutliche Plus habe „der Einzelhandel die Corona-bedingten Umsatzeinbußen der Vormonate wieder ausgleichen“ können.

Wenig Grund zur Freude hatten die Händler mit Textilien, Bekleidung, Schuhen und Lederwaren: In dieser Kategorie lag der Umsatz nominal um 22,5 Prozent und real um 22,6 Prozent unter dem Niveau des Vorjahresmonats. Zu den Verlierern zählte auch der „sonstige Einzelhandel mit Waren verschiedener Art“, zu dem die Waren- und Kaufhäuser zählen. Dort schrumpften die Erlöse im Vergleich zum Mai 2019 nominal um 7,5 Prozent und real um 8,3 Prozent. Deutlich zulegen konnte hingegen erneut der Internet- und Versandhandel, dessen Umsatz gegenüber dem Vorjahresmonat nominal um 28,8 Prozent und real um 28,7 Prozent wuchs.

Foto: David Visnjic/Andolu Agency via AFP

 

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