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Mytheresa will „kuratiertes Plattform-Modell“ einführen

Von Jan Schroder

15. Sept. 2021

Einzelhandel

Foto: Mytheresa

Der Münchener Online-Modehändler Mytheresa erweitert sein Geschäftsmodell. Am Dienstag verkündete das Unternehmen nicht nur seine aktuellen Jahresresultate, sondern stellte auch ein sogenanntes „kuratiertes Plattform-Modell“ (Curated Platform Model, CPM) vor, das im Laufe des aktuellen Geschäftsjahres 2021/22 gestartet werden soll. Beteiligen würden sich einige der wichtigsten bestehenden Partnermarken von Mytheresa, erklärte CEO Michael Kliger in einer Telefonkonferenz mit Analysten.

Der E-Commerce-Spezialist nimmt somit Abschied vom reinen Großhandelsmodell und wird teilweise zum digitalen Marktplatz. Im Rahmen des geplanten Plattformgeschäfts verblieben die Produkte bis zum Verkauf durch Mytheresa im Eigentum der Partnerfirmen, erläuterte Kliger. Der Versender kassiere eine Plattformgebühr und werde eng mit den Retail-Abteilungen der Anbieter zusammenarbeiten, an der Produktauswahl mitwirken und in das Bestandsmanagements der Partnermarken einbezogen. Mytheresa verspreche sich vom neuen Modell „besseren Zugang zu besonders begehrten Produkten und Nachlieferungen während einer Saison“, so Kliger.

Finanzchef Martin Beer erwartet, dass der Anteil der CPM-Erlöse am Gesamtumsatz der Mytheresa-Plattform im laufenden Jahr „nicht höher als zwanzig Prozent“ liegen wird. Der Anteil werde voraussichtlich schrittweise wachsen, langfristig aber nicht mehr als 35 Prozent ausmachen, so Beer. Angesichts der Neuerung will der Versender künftig auch den Bruttowarenwert (GMV) als wichtige Kennzahl behandeln, da dieser den Gesamtumsatz aller auf der Mytheresa-Plattform verkauften Produkte abbildet. Für das laufende Geschäftsjahr prognostiziert das Unternehmen ein GMV im Bereich von 750 bis 770 Millionen Euro.