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JD.com eröffnet erste Roboter-Shops Europas in den Niederlanden

Von Simone Preuss

12. Jan. 2022

Einzelhandel

Bild: JD.com

Am Montag hat Onlinehändler JD.com zwei neue Geschäfte in den Niederlanden eröffnet, und zwar eines in Leiden und eines in Rotterdam; zwei weitere in Amsterdam und Utrecht sollen folgen. Dies sind die ersten stationären Geschäfte, die der chinesische Anbieter bis jetzt in Europa eröffnet hat. Weit ungewöhnlicher ist jedoch etwas anderes, nämlich dass die Geschäfte ganz von Robotern betrieben werden.

Der Name der Läden - „Ochama“ - gibt einen Hinweis, wurde er doch aus den Wörtern „Omni-channel“ und „amazing“ gebildet. Das neue Geschäftsmodell führt ein noch nie dagewesenes Einkaufsformat ein, bei dem Online-Bestellungen und Abholshops, in denen Roboter die Pakete vorbereiten, mit einem Lieferdienst nach Hause verbinden.

Ochama bietet Food und Non-Food-Produkte

Zudem ist Ochama der erste Omnichannel-Einzelhändler in den Niederlanden, der sowohl Lebensmittel als auch Nicht-Lebensmittel in einer Shopping-App anbietet: So können Kunden und Kundinnen frische und verpackte Lebensmittel, Haushaltsgeräte, Schönheitsprodukte, Produkte für Mutter und Kind, Mode, Einrichtungsgegenstände und mehr einkaufen.

Dabei ermöglicht ihnen das Omnichannel-Modell, Produkte bequem online über die Ochama-App zu bestellen. Kunden und Kundinnen können sich jedoch aussuchen, ob sie den Showroom des Abholladens besuchen möchten, um das Produktsortiment besser kennenzulernen, oder ob sie den Lieferservice am nächsten Tag in Anspruch nehmen möchten.

Bild: JD.com

Kundschaft kann Weg der Bestellung live verfolgen

Angesichts eines automatisierten Lagers, das Teil des futuristischen Abholshops ist, kann man sich jedoch vorstellen, dass das neue Format schnell zur Attraktion wird, denn Kunden und Kundinnen können durch das Scannen eines QR-Codes der App an der Kasse eine Flotte von Robotern beobachten, die ihre Bestellung zusammenstellen, und diese dann auf dem Förderband verfolgen. Teil der Flotte sind unter anderem sogenannte AGVs (automated ground vehicles) und Roboterarme, die Waren auswählen, sortieren und transportieren.

„Mit der reichen Erfahrung im Einzelhandel und den modernsten Logistiktechnologien, die das Unternehmen im Laufe der Jahre gesammelt hat, wollen wir für die Kundschaft in Europa ein noch nie dagewesenes Einkaufsformat mit besseren Preisen und besserem Service schaffen“, kommentierte Pass Lei, General Manager von Ochama, JD Worldwide, in einer Mitteilung.

Laut Ochama-COO Mark den Butter sollte die vollständige Nutzung der Technologien in den Bereichen Logistik und Lieferkettenmanagement Kosten senken, so dass das Unternehmen den Produktpreis um weitere 10 Prozent senken kann.

Warum die Niederlande?

Warum entschied sich der chinesische Onlinehändler gerade für die Niederlande als Standort der ersten automatisierten Shops? „Niederländer:innen setzen sich leidenschaftlich für Innovation und eine grüne Umwelt ein, und das Einkaufsformat von Ochama soll zu beiden Aspekten beitragen“, erklärte den Butter. „Es wird keine Warteschlangen und weniger Staus geben, da sie bei Ochama alles in einem Geschäft kaufen können.“

Zudem sind die Niederlande eines der am stärksten verstädterten Länder in Europa. Daten der Weltbank zufolge lebten im Jahr 2020 92 Prozent der niederländischen Bevölkerung in Städten mit einer polyzentrischen Stadtstruktur, was zu Ochamas Entscheidung führte hat, zunächst Geschäfte in vier niederländischen Städten zu eröffnen.

Alibaba kaufte 2021 1.000 Lieferroboter

In China zumindest ist das Roboter-Modell weit weniger futuristisch als noch in Europa, setzt doch auch Konkurrent Alibaba zum Beispiel sie schon fleißig ein. Im letzten Jahr erwarb der Konzern 1.000 selbstfahrende Lieferroboter, um Onlinebestellungen in städtischen Gebieten und Universitätsstädten zuzustellen. Diese holen Pakete bei einem Kurierdienst vor Ort ab und bringen sie zur gewünschten Adresse.

Auch wenn es den Robotern noch nicht möglich ist, Treppenstufen zu steigen, so stellen Bürgersteige und Fahrstühle keine Hürden mehr her. Sie können etwa 50 Pakete auf einmal zustellen und bis zu 500 Kartons an einem Tag ausliefern und einmal Aufladen bereitet sie auf 100 Kilometer vor.