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Indien: Luxusmarken meiden Internetboom

Einzelhandel

Indien: Luxusmarken meiden Internetboom

Von Simone Preuss

8. Dez. 2014

Während der Internethandel mit Akteuren wie Flipkart, Amazon, Snapdeal, Jabong und Co. in Indien blüht, halten sich Luxusmarken eher fern. Die Angst vor Fälschungen ist ein großes Problem, gegen das sie ständig angehen müssen. Zudem verbieten es die Richtlinien der indischen Regierung, Marken, die sich über Auslandsinvestitionen finanzieren, im Internet zu verkaufen.

Luxusmarken setzen außerdem auf Exklusivität und die Treue ihrer Kunden, mit denen sie sich direkt in Verbindung setzen. Experten weisen auch darauf hin, dass Luxusmarken, die große Summen in eine bevorzugte Platzierung investiert haben, ihren Anreiz nicht schmälern wollen, indem sie ein Massenpublikum ansprechen.

Gefälschte Produkte bekannter ausländischer Marken zu verbilligten Preisen sind leicht über Internetportale erhältlich, wo sie Kunden als Originale präsentiert werden. Viele lassen sich täuschen. Luxuseinzelhändler Louis Vuitton und Schreibgerätehersteller Mont Blanc gehen streng gegen gefälschte Produkte vor und wandten sich an den Obersten Gerichtshof in Neu Delhi, nachdem sie feststellten, dass das Internetunternehmen Digaaz mit Sitz in Chandigarh Fälschungen ihrer Produkte verkaufte. Einige andere Unternehmen wie Hermes, Cartier und Gucci hatten zuvor ebenfalls den Rechtsweg eingeschlagen, um ihre Marken vor billigen Imitaten zu schützen.

Laut Assocham wächst der Markt mit Fälschungen von Luxusprodukten in Indien um 40 bis 45 Prozent pro Jahr und wird sich sehr wahrscheinlich von einem Volumen von derzeit umgerechnet 329 Millionen Euro auf 737 Millionen Euro verdoppeln. Laut Branchenangaben machen Webshops in Indien 25 Prozent des Markts mit Fälschungen von Luxusprodukten aus. Handtaschen, Uhren, Sonnenbrillen, Parfum und Kosmetikartikel sind dabei die am häufigsten imitierten Produkte und kommen größtenteils aus China.