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Handelsverband fordert „Investitionsoffensive für zukunftsfähige Innenstädte“

Von Jan Schroder

18. Okt. 2021

Einzelhandel

Foto: Yann Schreiber/AFP

Angesichts der gravierenden Probleme in den deutschen Stadtzentren hat der Handelsverband Deutschland (HDE) ein Strategiepapier mit Forderungen an die künftige Bundesregierung formuliert. „In Folge der Pandemie ist der Investitionsbedarf vor Ort in den Stadtkernen groß, doch Händlerinnen und Händler sind nach den langen Lockdowns wirtschaftlich ausgezehrt. Sie können die notwendige Transformation nicht alleine stemmen“, erklärte HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth am Montag in einer Mitteilung. Ein Kernpunkt der vom Verband angemahnten „Investitionsoffensive für zukunftsfähige Innenstädte“ ist demnach die Auflage eines Sonderabschreibungsprogramms, um Modernisierungsmaßnahmen im Einzelhandel zu fördern.

„Durch die Sonder-AfA-Innenstadt erhalten Händlerinnen und Händler die Möglichkeit, auch in dieser herausfordernden Zeit in die Innenstädte der Zukunft zu investieren“, erklärte Genth. Der Plan des Verbands sieht vor, dass über einen Zeitraum von zwölf Jahren „100 Prozent der jeweiligen Herstellungskosten abgesetzt werden“ können. Die zusätzlichen Abschreibungsmöglichkeiten würden so „ohne direkte staatliche Förderung Investitionen in städtebauliche Maßnahmen anregen“, betonte der HDE. Für den Verband bietet ein solches Programm noch weitere Chancen: Mit dieser Maßnahme könne „der Handel auch bei der Umsetzung von Modernisierungsmaßnahmen im Bereich Klimaschutz und Energieeffizienz unterstützt werden“, erklärte er.

Gleichzeitig erneuerte der HDE seine Forderungen nach direkten Finanzhilfen für die Branche: So appellierte er an die Bundesregierung, einen „Digitalisierungsfonds für den Einzelhandel in Höhe von 100 Millionen Euro“ sowie ein „Sonderprogramm Innenstadtentwicklung mit jährlich mindestens 500 Millionen Euro für eine Laufzeit von fünf Jahren“ aufzulegen.

Angesichts der vielfältigen Probleme im innerstädtischen Handel mahnte der HDE zudem die Schaffung einer zentralen Institution für diesen Bereich an: „Die fragmentierte Zuständigkeit der Bundesressorts in Fragen der Innenstadtentwicklung führt zu Doppelarbeit und Synergieverlusten durch mangelnde Abstimmung“, heißt es in einer Mitteilung. Die entsprechenden Kompetenzen sollten daher bei einem neuen „Bundesinstitut Innenstadt“ unter dem Dach des Bundesbauministeriums gebündelt werden.