Corona senkt bei Otto die Retourenquote

Die Otto Group hat im Laufe der Corona-Krise ein verändertes Konsumverhalten bei den Kundinnen und Kunden festgestellt: Seit Ausbruch der Pandemie retournieren die Kunden weniger als zuvor. Was der Auslöser für dieses Verhalten ist und ob sich daraus eine generelle Trendwende ableiten lässt, ist allerdings noch offen, erklärt das Unternehmen in einer Presseerklärung.

„Die Kunden kaufen aktuell vor allem bewusster und nah am Bedarf ein“, so das Fazit der Otto Group zur Veränderung des Kaufverhaltens seit der Corona-Pandemie. „Spontane und vor allem teure Anschaffungen werden zurückgestellt.“ Konkret bedeutet das, dass insbesondere Artikel aus den Sortimenten Haushalt, Elektronik, Möbel, Baumarkt und Garten sowie Produkte wie Wäsche, Heimtextilien und basisorientierte Mode gekauft werden, die geringere Retourenquoten haben. Diese Sortimentsverschiebung führe zu einer signifikant gesunkenen Retourenquote, so das Unternehmen.

So verzeichnet die Einzelgesellschaft Otto für die vergangenen Corona-Monate bei der Retourenquote einen Rückgang um fünf Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Einer der Gründe dafür ist, dass Heim- und Living-Produkte im Vergleich oft sehr bewusst angeschafft und deshalb seltener zurückgesendet werden. Auch die Baur-Gruppe zeigt ein ähnliches Bild und weist für ihren Online-Shop für Frühjahr/Sommer 2020 ebenfalls eine signifikant geringere Retourenquote von rund sieben Prozentpunkten aus. Die auf die Kundinnengruppe 50 plus spezialisierte Witt-Gruppe sieht aktuell über alle ihre Marken hinweg eine Senkung der Retourenquote von mindestens zwei Prozentpunkten. Beim onlineorientierten Händler Heine, der Ende des Jahres in die Witt-Gruppe integriert wurde, liegt der Wert bei minus sieben Prozentpunkten. Auch hier waren in der Hochphase der Corona-Krise vor allem niedrigretourige Sortimente wie Wäsche, Heimtextilien und basisorientierte Mode sowie Möbel gefragt.

„Das Kaufverhalten hat sich in der Corona-Krise offensichtlich verändert - von emotionsgeleiteten Spontankäufen hin zu einer inspirierenden, aber bewussteren Bedarfsdeckung“, konstatiert Dr. Marcus Ackermann, Otto Group Vorstand Multichannel Distanzhandel. „Ob diese Veränderungen Bestand haben und überdies mit einem generell bewussteren Einkauf der Kundinnen und Kunden korrespondieren, lässt sich heute noch nicht prognostizieren.”

Mit der Steigerung des Onlinegeschäfts insgesamt ist das Retourenvolumen insgesamt jedoch gestiegen.

Foto: Otto Group / Urs Kuester

 

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