Alibaba macht Modekauf der Zukunft mit AI Concept Store vor

Wer kennt es nicht - man ist in der Umkleidekabine, hat sich gerade aus den eigenen Sachen in die neuen gezwängt und erkennt, dass man eigentlich gerne eine andere Größe oder Farbe hätte. Wenn keine treue Freundin zu Seite steht, die einem diesen Wunsch erfüllt und bald das Richtige bringt, dann heißt dies: raus aus den neuen Klamotten, rein in die eigenen, Umkleidekabine aufgeben, zurück zum Regal, suchen, finden und wieder zurück, hoffentlich eine freie Umkleidekabine finden, raus aus den eigenen Klamotten, rein in die neuen….

Puh, ganz schön mühsam, oder? Das hat sich jetzt auch der chinesische Internetriese Alibaba gedacht und testet deshalb ein neues Ladenkonzept, das künstliche Intelligenz nutzt, um Besuchern jeden Wunsch von den Lippen beziehungsweise dem Smartphone abzulesen.

Schon beim Betreten von Alibabas Fashion AI Pop-up Stores, der sich direkt neben der Fashion-Fakultät von Hongkongs Polytechnic University befindet, checkt man per Mobile Taobao ID Code auf dem Smartphone ein. Alternativ kann man auch sein Gesicht einscannen lassen, um ein individuell angepasstes Angebot zu erhalten.

Alibabas Fashion AI Store in Hongkong setzt künstliche Intelligenz ein

Ist man drin, unterscheidet sich Alibabas Fashion AI Store zunächst nicht von einem herkömmlichen Laden: Es gibt ordentlich aufgehängte Kleidungsstücke, durch die man stöbern kann, jedoch nutzen die Kleiderstangen hier RFID und andere Technologien wie Kreiselsensoren und Bluetooth-Chips. Das heißt, die Artikel, die ein Besucher aussucht, werden automatisch im Smart Mirror gezeigt.

Hier kann man sich dann Größen- und Farboptionen anschauen, bekommt aber auch individuell angepasste Vorschläge, mit welchen Kleidungsstücken sich der ausgewählte Artikel zum kompletten Look kombinieren lässt. Und damit man nicht lange suchen muss, sagt einem der schlaue Spiegel gleich, wo diese sich im Laden befinden.

Alibaba macht Modekauf der Zukunft mit AI Concept Store vor

Wer gerne vor dem Kauf anprobiert, kann dies natürlich tun, und muss die ausgewählten Sachen beim weiteren Stöbern noch nicht einmal mit sich herumschleppen - sie werden ganz einfach zum Shopping Cart hinzugefügt und warten dann in der Umkleidekabine auf einen.

Dazu scannt das an der Umkleidekabine positionierte Personal noch einmal den Taobao ID Code, um das eigene Konto mit dem Shopping Cart zu verbinden. Jetzt kann man auf dem Smart Mirror in der Umkleidekabine noch einmal alle Artikel anschauen, die man ausgewählt hat, und sich dann die bringen lassen, die man auch wirklich anprobieren möchte - gleich in verschiedenen Größen und Farben, wenn man will. Diese werden dann vom Personal direkt in die Umkleidekabine gebracht.

Dies hilft natürlich auch dabei, Ordnung im Geschäft zu halten, da die Mitarbeiter selbst die gewünschten Artikel finden, bringen und wieder an den richtigen Ort zurücklegen, sollte ein anprobiertes Kleidungsstück nicht gekauft werden. Damit behalten sie auch gleich den Überblick über das noch vorhandene Inventar und oft verlange Kleidungsstücke, die eventuell nachbestellt werden müssen.

Der Kunde wird damit natürlich auch transparenter und gibt mehr seiner Vorlieben preis, die eventuell gespeichert werden. „Dies ist ein wichtiger Schritt. Das ist das Äquivalent von Verbrauchern, die ihre eigenen persönlichen Stylisten dabeihaben“, kommentiert Zhang Zhuoran, Vizepräsident der Alibaba Group, den Prototyp der Zukunft des Modeeinkaufs. „FashionAI verkörpert unser Denken darüber, wie die Zukunft des Modehandels aussehen könnte, und eine Erforschung der Verwendung von Technologien, um die Modebedürfnisse der Verbraucher besser zu verstehen und ihnen gerecht zu werden.“

Wer selbst ausprobieren möchte, ob künstliche Intelligenz tatsächlich die beste Freundin - oder wie Zhang Zuoran sagt, den perönlichen Stylisten - beim Klamottenkauf ersetzen kann, der kann dies noch bis zum morgigen Samstag in Alibabas Fashion AI Concept Store in Hongkong tun.

Oder sich im Video einen Einblick verschaffen:

Fotos: Alibaba