Video: Der Einfluss des Nachkriegskinos auf die Modefotografie
In der Nachkriegszeit, insbesondere in den 1970er Jahren, setzte sich das Kino aktiv mit dem Thema Faschismus auseinander. Werke wie Bernardo Bertoluccis wegweisender Film ‘Der große Irrtum’ (1970), Bob Fosses ‘Cabaret’ (1972), Liliana Cavanis ‘Der Nachtportier’ (1974) und Pier Paolo Pasolinis ‘Die 120 Tage von Sodom’ (1975) stellten starke visuelle und thematische Bezüge zur Ästhetik des Nationalsozialismus und Faschismus her. Sie prägten die Kulturlandschaft des Jahrzehnts maßgeblich.
Dieser filmische Wandel inspirierte Modefotograf:innen wie Helmut Newton und Guy Bourdin, ihrer glamourösen und sinnlichen Fotografie einen düstereren, verführerischeren Ton zu verleihen. Indem sie den unbekleideten Körper betonten und beunruhigende, von diesen Filmen inspirierte Narrative einbauten, revolutionierten sie die zeitgenössische Bildgestaltung grundlegend und sorgten für Aufsehen in der Kreativszene.
Diese komplexen Überschneidungen bilden den Kern von ‘Fashion, Fascism, Film’. Das Projekt untersucht die verschwimmenden Grenzen zwischen Fotografie, Mode und Kino und dem gesellschaftlichen Verhalten der 1960er, 1970er und 1980er Jahre. In dieser Diskussion erörtern der Fotokritiker Philippe Garner und Nick Knight, wie diese Beziehungen zwischen Faschismus, Film und Stil die ikonischen Arbeiten legendärer Fotograf:innen wie Helmut Newton, Guy Bourdin und Chris von Wangenheim tiefgreifend beeinflussten.