Martine Rose wird neue Kreativdirektorin von Balenciaga
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Martine Rose ist die neue Kreativdirektorin von Balenciaga. Das französische Modehaus bestätigte am Freitag die Ernennung der in London ansässigen Designerin, die für ihr gleichnamiges Menswear-Label bekannt ist. Erst am Vortag hatte sich Balenciaga von Pierpaolo Piccioli getrennt. Rose ist die erste Frau an der kreativen Spitze des Hauses in dessen fast 110-jähriger Geschichte.
„Es ist ein wahres Privileg, zur Creative Director von Balenciaga ernannt zu werden, einem Haus mit außergewöhnlichem Erbe und furchtlosem kreativem Geist“, sagte Rose in einer Pressemitteilung. „Balenciaga wurde bereits von bemerkenswerten kreativen Talenten geprägt. Ich fühle mich verpflichtet, dieses Erbe zu würdigen, und freue mich darauf, das nächste Kapitel dieser reichen und schönen Geschichte zu schreiben.“
Rückkehr zu Balenciaga
Die Designerin, der schon lange nachgesagt wird, das Haus eines Tages zu übernehmen, kennt dessen Ästhetik und Geschichte bestens. Von 2015 bis 2018 arbeitete Rose unter dem damaligen Kreativdirektor Demna Gvasalia als Beraterin für die Herrenmode der Marke, bevor sie sich wieder ganz auf ihr eigenes Label konzentrierte, das sie 2007 gegründet hatte.
„Balenciaga war schon immer ein Haus der radikalen Kreativität, das Konventionen infrage stellt und die Grenzen der Mode neu definiert. Martine Rose verkörpert diesen Geist mit einer frischen, furchtlosen und zutiefst zeitgenössischen Vision“, sagte Luca de Meo, CEO von Kering. „Ihre Verbindung zur neuen Generation und ihr instinktives Verständnis von Kultur verleihen dem Haus eine neue Dimension. Ihre Ernennung spiegelt unseren Anspruch wider, Balenciaga an der Spitze von Innovation, Kreativität und Kultur zu halten.“
Roses Designsprache wurzelt in Subkultur, Musik und den Codes der Kleidung und ist geprägt von der Londoner Kreativszene sowie ihren britisch-jamaikanischen Wurzeln. Sie stellt seit jeher modische Konventionen infrage, insbesondere solche rund um Männlichkeit, und bewegt sich zwischen Underground-Kultur und internationaler Modebranche. Bekannt ist sie für ihr instinktives Gespür für Proportion, Silhouette und Material sowie dafür, vertraute Archetypen und Alltagskleidung in kulturell relevante, zukunftsweisende Entwürfe zu übersetzen.
Laut der US-Magazin Vogue kommt die Ernennung auch für Rose selbst zu einem günstigen Zeitpunkt. 2023 hatte sie 60 Prozent ihres Unternehmens an den Inkubator Tomorrow Ltd verkauft, die Zusammenarbeit geriet später ins Wanken. Im März veräußerte Tomorrow die Marke an die italienische The Level Group, zu der auch das Pariser Label Coperni gehört. Dessen Gründer kündigten in dieser Woche die Schließung an. Rose selbst hat seit der Show zur Saison SS26 im vergangenen Juni keine Modenschau mehr veranstaltet.