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HR und Coach im Modehandel: „Ich habe jeden Tag einen anderen Job, im selben Unternehmen“

„Durch das große Vertrauen, das ich von der Inhaberin Barbara erhalte, kann ich mich in diesem Unternehmen so frei bewegen“, sagt Loes Bakker, HR und Coach bei Tally-ho. Sie beschreibt sich selbst als enthusiastisch, positiv und als jemand, der auf seine Intuition hört.
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Loes Bakker, HR und Coach bei Tally-ho Bild: Tally-ho
Von Esmee Blaazer

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Was ihr an ihrer Arbeit am besten gefällt? Loes Bakker, HR-Mitarbeiterin und Coach bei der Modekette Tally-ho, muss nicht lange überlegen. „Die intensiven Gespräche und Coachings mit unseren Manager:innen machen mich wirklich sehr glücklich“, sagt sie. „Die können mich sogar zu Tränen rühren, vor allem, wenn sich alles zusammenfügt.“

Außerdem nennt sie die Flexibilität. „Montags nutze ich als Fokus-Tag für laufende Angelegenheiten, E-Mails und Inspiration für die persönliche Entwicklung. Mittwochs und donnerstags bin ich unterwegs und besuche unsere Niederlassungen. Manchmal nach Vereinbarung, aber meistens schaue ich spontan vorbei.“ Bakker folgt dabei ihrem Gefühl. „Dann denke ich: Da muss ich jetzt mal vorbeischauen. Und dann höre ich: ‚Oh Loes, ich habe schon gehofft, dass du kommst.‘“

„Dieser Freiraum entsteht durch das große Vertrauen, das ich von Barbara bekomme“, erzählt Bakker. „Und dass ich morgens im Auto noch nicht weiß, wohin ich fahre, finde ich herrlich.“

Über Tally-ho

Tally-ho ist ein niederländisches Familienunternehmen, das von Barbara van Leyen in dritter Generation geführt wird. Das Einzelhandelsunternehmen hat seinen Sitz in Nordholland und verkauft Damenmode von nachhaltigeren Modemarken im mittleren Preissegment. Dazu gehören Bellerose, Fabienne Chapot, King Louie, Armedangels, Sessun, MSCH Copenhagen, Selected Femme, Kuyichi, Numph und By-bar.

Im Jahr 1966 eröffnete die erste Filiale in Bergen. In diesem Jahr feiert das Unternehmen sein sechzigjähriges Bestehen, ‚ein festliches Jubiläumsjahr‘.

Mit der kürzlichen Eröffnung einer Filiale im Amsterdamer Stadtteil De Pijp hat Tally-ho nun acht Geschäfte. Das Unternehmen betreibt auch einen Onlineshop. Insgesamt arbeiten 90 Mitarbeitende an den verschiedenen Standorten, einschließlich Büro und Lager. 88 von ihnen sind Frauen und zwei sind Männer.

Vom ‚Überbrückungsjahr‘ zur 25-jährigen Karriere

Was als vorübergehend gedacht war, entwickelte sich zu einer Karriere von 25 Jahren. Bakker machte ihren Abschluss am Modelyceum und begann dann ein Studium der Betriebswirtschaftslehre. Sie brach es jedoch ab, weil es ihr nicht gefiel. Sie fing bei Tally-ho an, um bei einer Ladeneröffnung zu helfen. „Die Idee war, das Jahr zu überbrücken und dann eine andere Ausbildung zu suchen. Aber letztendlich ist das Unternehmen zu meiner Ausbildung geworden.“

Bakker stieg schnell auf. Zuerst wurde sie stellvertretende Managerin in Alkmaar, dann Managerin einer großen Filiale und später auch von anderen Standorten wie dem in Bergen. „Das war eine echte Herausforderung“, blickt sie zurück. „Ich war damals ein junges Mädchen und leitete ein riesiges Team. Aber ich habe sofort dieses Vertrauen bekommen.“

Das Wort Vertrauen fällt erneut, als Bakker von der Zeit vor zehn Jahren erzählt. Damals änderte sich ihre Rolle im Unternehmen zu ihrer heutigen Position. Mit kleinen Kindern und weniger Arbeitsstunden merkte sie, dass sie die Rolle der Managerin nicht mehr so ausfüllen konnte, wie sie es wollte. Sie bat Van Leyen um ein Gespräch und erklärte, was sie bedrückte. „Barbara sagte: ‚Für mich bist du Tally-ho. Was willst du?‘ Das gab mir so viel Vertrauen und das Gefühl, gesehen zu werden.“

Sie beschlossen, dass Bakker die Manager:innen betreuen sollte. „Es war eine organische Entwicklung. Die Rolle als HR und Coach entstand aus einem Bedürfnis heraus: etwas, das ich mir als Shop-Managerin selbst gewünscht hätte.“

Freiheit und Rahmenbedingungen

Bakker betreut die mittlerweile 15 Manager:innen von Tally-ho. Das tut sie nicht aus einer Kontrollfunktion heraus, sondern hauptsächlich als Coach und Sparringspartnerin. Ihre Arbeitsweise ist dadurch gekennzeichnet, dass sie offen für aktuelle Themen ist und direkt darauf reagiert. „Ich mache eigentlich nur so vor mich hin“, sagt sie bescheiden und fügt sofort hinzu: „Es geht vor allem darum, ständig zu spüren, was gebraucht wird. Zu sehen, wo Bedürfnisse liegen, und das dann anzubieten.“

Bei Tally-ho haben die Manager:innen viel Verantwortung und Autonomie. Sie sind selbst für ihre Filiale und ihr Team verantwortlich. Das reicht von der Personalbeschaffung über die Auswahl bis hin zu Mitarbeiter:innengesprächen und Beurteilungen. Bakker überlässt diese Aufgaben bewusst ihnen und ‚ist für sie da, wo es nötig ist‘.

Die Freiheit, die die Manager:innen erhalten, führt auch zu Initiativen am Arbeitsplatz. Die jährliche ‚Green Week‘ ist ein Beispiel dafür. Es ist eine Nachhaltigkeitswoche, die von den Filialen selbst zusammen mit lokalen Unternehmer:innen organisiert wird. „Die Filiale in Alkmaar wurde bei der letzten Ausgabe zum Beispiel am Sonntag in ein Yogastudio umgewandelt, inklusive eines leckeren Smoothies.“

Bakker: „Ich stelle die Manager:innen ein und weiß, was wir bei Tally-ho wollen.“ Welche Typen zu uns passen? „Es muss authentisch sein: pur. Und wenn die Chemie stimmt, läuft vieles von selbst. Dann fließt es einfach“, sagt sie. Natürlich gibt es auch Rahmenbedingungen. Richtlinien sind im Personalhandbuch festgelegt, aber die Kultur basiert hauptsächlich auf gemeinsamen Werten.

Einer dieser Werte ist Nachhaltigkeit, eine wichtige Säule von Tally-ho. „Nicht nur beim Einkauf von Kleidung durch Barbara oder bei den Bio-Lebensmitteln“, erklärt Bakker. „Ich übertrage Nachhaltigkeit auf eine dauerhafte Beziehung zu den Manager:innen – und vor allem darauf, dass sie diese Beziehung zu sich selbst haben.“

Bei Tally-ho ist die Trennung von Arbeit und Privatleben wichtig. „Ich finde, dass die Leute außerhalb der Arbeitszeit auch wirklich frei haben sollten. Wenn sie im Geschäft sind, erwarten wir, dass sie Privates so weit wie möglich loslassen. Eine praktische Regel ist zum Beispiel, dass Mitarbeitende ihre Handys nicht auf der Verkaufsfläche benutzen. Das sorgt für mehr Ruhe und Konzentration, was zum Gesamterfolg beiträgt.“

Stylistin Senna in der Tally-ho-Filiale in Alkmaar (links), Rosalie von Social Media (rechts) Bild: Tally-ho

Die Menschen hinter den Manager:innen

Für Bakker ist eine gute Personalpolitik untrennbar mit dem Menschen hinter der Führungskraft verbunden. Jeden Januar bespricht sie mit ihren Manager:innen, wo sie stehen und wohin sie wollen. In diesem Jahr erstellten sie Visionboards mit persönlichen Zielen. „Keine Ziele für das Geschäft, sondern wirklich für sie als Menschen“, betont sie.

Und wo liegt der Bedarf im Jahr 2026? Laut Bakker steht die persönliche Entwicklung an erster Stelle. Außerdem sieht sie ein klares Bedürfnis nach Verbindung: der Austausch mit Kolleg:innen, gemeinsames Reflektieren und das Teilen von Erfahrungen. „Das steht in der kommenden Zeit wieder auf der Tagesordnung.“

Wie wichtig ist der Mensch eigentlich für Tally-ho? Laut Bakker ist das der Kern von allem. Wenn Mitarbeitende sich nicht wohlfühlen, spiegelt sich das in den Ergebnissen wider, sagt sie. „Und umgekehrt funktioniert es genauso. Wer sich in seiner Haut wohlfühlt, strahlt das auf das Team und letztendlich auch auf die Kund:innen aus.“

Bakker glaubt an die Kraft des ständigen Dialogs und daran, Herausforderungen ins rechte Licht zu rücken. „Wenn man miteinander im Gespräch bleibt, ergeben sich Lösungen oft von selbst“, erzählt sie. „Und wenn man sich diese Zeit und Aufmerksamkeit füreinander nimmt, spürt man auch wirklich, dass man es gemeinsam schafft.“ So entsteht Verbindung.

„Aufmerksamkeit und Vertrauen, darauf komme ich immer wieder zurück“, sagt sie. „Das ist wirklich die Grundlage.“ Das ist auch ihr Tipp für andere Fachleute und Organisationen. „Wenn man das gibt, kommt fast immer etwas Gutes dabei heraus. Aufmerksamkeit und Vertrauen sind überall und bei jedem willkommen.“

Führung bedeutet laut Bakker auch, kreativ in der Teambildung zu sein und sich zu trauen, Dinge zu verändern, betont sie. „Wenn man denkt: Hey, das läuft nicht ganz rund – und man versetzt zum Beispiel eine:n Kolleg:in von einem Team in ein anderes und sieht, dass es plötzlich besser läuft… Das sind diese schönen Momente, die mich sehr glücklich machen. Manchmal ist es fast wie ein Spiel.“

„Manchmal ist es auch eine neue Suche“, fährt sie fort. „Nach der Ladeneröffnung in Amsterdam musste ich wirklich schauen: Wo werde ich jetzt am dringendsten gebraucht?“ Wenn die Organisation wächst, ändert sich auch, wie viel Zeit sie für jede:n Mitarbeiter:in hat. „Dann überlege ich erneut: Was kann ich zurückstellen und was kann ich abgeben?“

„Das Team von Tally-ho finde ich stark. Wir leiten das Geschäft wirklich gemeinsam“, unterstreicht Bakker. Von einem Mangel an Personal im Einzelhandel könne ihrer Meinung nach keine Rede sein. „Ich habe eine Liste mit Leuten, die bei uns arbeiten wollen“, teilt sie mit. „Ein:e Vertreter:in hat mich neulich gefragt, wie das möglich ist. Ich denke, es liegt daran, einen angenehmen Arbeitsplatz und eine gute Atmosphäre zu schaffen. Die Leute bleiben im Durchschnitt lange.“

Ständig in Bewegung

Auf zu weiteren 25 Jahren? „Solange es mir Spaß macht“, strahlt Bakker. „Immer wenn etwas zu routinemäßig wird oder etwas fehlt, suche ich nach neuem Wissen oder einem anderen Ansatz. Kürzlich habe ich eine Ausbildung in körperorientierter Therapie gemacht, weil einige Mitarbeitende Schwierigkeiten haben, ihre Gefühle in Worte zu fassen.“

Diese Erneuerung – der dynamische Charakter ihrer Arbeit bei Tally-ho und in der Modebranche – ist genau das, was Bakker so viel Energie gibt. „Ich habe jeden Tag einen anderen Job, im selben Unternehmen.“

„Alles ist ständig in Bewegung und das genieße ich sehr.“

Neben all der Lebendigkeit und dem Trubel genießt Bakker aber auch die Momente der Ruhe, erzählt sie abschließend. „Bewusst zu genießen, was da ist und was man bereits erreicht hat – das möchte ich anderen noch mitgeben. Ruhe und Raum bringen oft die schönsten Erkenntnisse.“

Die Managerin des Tally-ho am Haarlemmerplein mit Kolleg:innen Bild: Tally-ho
Tally-ho in Amsterdam Bild: Tally-ho

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