Gehen Chloé und Kreativdirektorin Chemena Kamali bald getrennte Wege?

Gerüchte über den möglichen Abgang der Kreativdirektorin kursieren inmitten finanzieller Herausforderungen und einer ‚ermutigenden‘ Leistungsbeurteilung.
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Chemena Kamali. Quelle: Chloé
Von Florence Julienne

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Könnte Chemena Kamali das Modehaus des Schweizer Luxuskonzerns Richemont bald verlassen?

Obwohl noch nichts offiziell ist, kursieren in den Medien Gerüchte über den möglichen Abgang von Chemena Kamali, die im Oktober 2023 zur Kreativdirektorin von Chloé ernannt wurde.

Am 30. Juli veröffentlichte das investigative Online-Magazin Glitz einen Artikel mit dem Titel „Nach Alaïa kämpft auch Chloé darum, seine Designerin zu halten“. Darin wurde behauptet, die künstlerische Leiterin erwäge, das Haus zu verlassen. Die Geschichte wurde anschließend vom italienischen Medienunternehmen NSS aufgegriffen. Der mögliche Abgang von Chemena Kamali ist paradox. Er kommt zu einer Zeit, in der die Designerin die Begehrlichkeit von Chloé erfolgreich wiederhergestellt zu haben scheint.

Reicht Begehrlichkeit für eine finanzielle Wende aus?

Laut Glitz verzeichnete das Haus im Jahr 2025 Verluste von 54 Millionen Euro. Im Vorjahr 2024 waren es 60 Millionen Euro bei einem Umsatz von rund 220 Millionen Euro.

Richemont veröffentlicht die Finanzergebnisse von Chloé nicht separat. In seinem Jahresergebnis für das Geschäftsjahr, das Ende März 2025 endete, meldete der Konzern eine „ermutigende“ Leistung. „Insgesamt wuchs der Umsatz mit Ready-to-wear bei allen Maisons zweistellig, mit einer besonders ermutigenden Leistung von Chloé.“

Laut Glitz ist Richemont regelmäßig gezwungen, finanzielle Mittel zur Unterstützung von Chloé bereitzustellen, was zu internen Spannungen geführt hat. Diese Situation muss im Kontext der Investitionen des Konzerns zur Förderung der Sichtbarkeit seiner Modehäuser betrachtet werden.

„Die Mode- und Accessoire-Häuser verzeichneten eine operative Marge von minus zwei Prozent, ohne gezielte Lagerrückstellungen“, erklärte Richemont in seiner Präsentation der Jahresergebnisse 2025. Der Konzern investierte demnach weiter in die Sichtbarkeit der Häuser und die Überarbeitung ihrer E-Commerce-Lösungen. Auslöser hierfür war der Verkaufsprozess von Yoox Net-a-Porter (YNAP).

Das Gerücht um Kamalis Abgabg entsteht zu einer Zeit, in der das Stühlerücken in der Branche in den letzten Monaten weiterging. Dies gilt insbesondere für den Richemont-Konzern, bei dem Pieter Mulier kürzlich von Alaïa zu Versace (Prada-Gruppe) wechselte.

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