Ethik im Büro: Mobbing, ein Modetrend, dem man nicht hinterherjagen sollte
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Sprechen wir über etwas, das es nicht auf das Cover eines Modemagazins schafft, aber dennoch ein hartnäckiger Fleck auf dem weißen Hemd der Modewelt ist: Mobbing am Arbeitsplatz. Während wir in den sozialen Medien Diversität und Inklusivität feiern, sieht es hinter den Kulissen am Arbeitsplatz manchmal weniger „picture perfect“ aus. Die Modebranche ist bekannt für ihren kreativen, dynamischen und schnelllebigen Charakter, aber seien wir ehrlich: Dieses „Schnelllebige“ kann auch eine Kehrseite haben. Manchmal scheint vergessen zu werden, dass eine gesunde und sichere Arbeitskultur essentiell für Erfolg und Ergebnisse ist.
Fallbeispiel aus der Praxis: Lisa und das unsichtbare Drehbuch
Nehmen wir Lisa, eine junge Verkäuferin bei einer bekannten Modekette. Begeistert, motiviert und mit einer Leidenschaft für Mode begann sie ihren neuen Job. Doch schon bald hatte sie das Gefühl, bei einer Modenschau ohne Einladung gelandet zu sein. Die unattraktivsten Schichten, keine Einladung zum Freitagnachmittags-Get-together, und ihre Vorschläge wurden stets ignoriert.
Lisa dachte zuerst noch: „Liegt es an mir? Bin ich nicht „fashion“ genug?“ Doch als dann selbst an ihrem Geburtstag niemand etwas sagte und sie bei Kaffeerunden systematisch übergangen wurde, wusste sie, dass es nicht an ihr lag. Trotzdem traute sie sich nicht, ihre Gefühle sofort zu äußern. Niemand will „die Person“ sein, die als Nörglerin oder – noch schlimmer – als Petze angesehen wird. Aber jeden Tag mit Bauchschmerzen zur Arbeit gehen?
Sie nahm all ihren Mut zusammen und vereinbarte ein Gespräch mit ihrem Vorgesetzten. Dieser wischte es jedoch mit einem abgedroschenen Gemeinplatz beiseite: „Du musst einfach etwas selbstsicherer auftreten.“ Zack, Selbstvertrauen Richtung Nullpunkt. Lisa überlegte, sich einen anderen Job zu suchen, aber zum Glück fand sie den Weg zu den Vertrauenspersonen des Unternehmens. Gemeinsam untersuchten sie, womit sie zu kämpfen hatte. Zunächst einmal war es gut, dass Lisa gehört wurde und ihre ganze Geschichte erzählen konnte, sodass die Emotionen abklingen konnten. Sie erhielt Hilfestellungen, um ihre Situation anzusprechen und thematisierbar zu machen.
Was stellte sich heraus? Innerhalb des Unternehmens hatte sich im Laufe der Jahre eine Kultur entwickelt, in der man sich seinen Platz verdienen musste, die sich zu einer ungewollten Mobbingkultur entwickelt hatte und in der sich Neueinsteiger:innen ausgeschlossen fühlten. Später stellte sich auch heraus, dass sich mehrere Mitarbeiter:innen schon länger nicht mehr wohl im Unternehmen fühlten, sich aber nicht trauten, etwas zu sagen. Der Geburtstag war tatsächlich ein klassischer Fall von Missverständnis. Alle kündigten ihren Geburtstag selbst an und bestimmten, wann er oder sie etwas ausgeben wollte. Durch ein Training und offene Teamgespräche wurde die Luft geklärt und Mobbing – oder das Gefühl, gemobbt zu werden – thematisiert. Ein Jahr später: Lisas Geburtstag wurde gefeiert, und alle konnten sogar darüber lachen.
Grenzverletzendes Verhalten erkennen
Grenzverletzendes Verhalten gibt es in allen Formen und Größen, und Mobbing ebenso. Oft kann dies intern gelöst werden, aber was können Sie als Führungskraft oder Unternehmer präventiv tun?
- ein:e Mitarbeiter:in wird systematisch ignoriert oder ausgeschlossen;
- es werden „Witze“ gemacht, die eigentlich gar nicht so lustig sind;
- Informationen werden bewusst zurückgehalten, wodurch jemand Fehler macht;
- es kommt zu Einschüchterungen oder Demütigungen – manchmal sogar durch Führungskräfte;
- gemobbte Mitarbeiter:innen melden sich häufiger krank, ziehen sich immer mehr zurück oder beteiligen sich nicht am Gespräch
Was können Sie als Unternehmen tun?
Zum Glück können Sie als Arbeitgeber:in oder Führungskraft mehr tun, als nur zu raten, „selbstsicherer aufzutreten“. Hier ein paar konkrete Schritte:
- Schaffen Sie eine offene Kultur – Fragen Sie regelmäßig bei Ihren Mitarbeitenden nach. Eine sichere Umgebung beginnt mit Zuhören.
- Schulen Sie Ihre Führungskräfte – Sie spielen eine entscheidende Rolle beim Erkennen und Angehen von Mobbing. Geben Sie ihnen die Werkzeuge, um dies zu erkennen und konstruktiv anzugehen.
- Bestellen Sie eine (externe) Vertrauensperson – Dies senkt die Hemmschwelle für Mitarbeitende, unerwünschtes Verhalten zu melden, ohne Angst vor Repressalien zu haben.
- Machen Sie Verhaltensregeln klar – Alle sollten wissen, was am Arbeitsplatz in Ordnung ist und was nicht. Ein klarer Verhaltenskodex hilft dabei.
- Greifen Sie bei Signalen ein – Ignorieren Sie Beschwerden nicht. Nehmen Sie sie ernst und sorgen Sie dafür, dass Mitarbeiter:innen unerwünschtes Verhalten sicher melden können, ohne als Verräter:in angesehen zu werden.
Zeit für eine Modewelt ohne toxische Vibes! Ein sicheres Arbeitsumfeld ist kein Luxus, sondern ein Must-have. Ein gutes Teamgefühl, Respekt und offene Kommunikation sorgen für eine Atmosphäre, in der alle – von Praktikant:innen bis zum CEO – optimale Leistungen erbringen können.
Liesbeth den Engelsman verfügt über mehr als 23 Jahre Erfahrung als Rechtsanwältin. Sie setzt ihr Wissen und ihre Erfahrung in Bezug auf Gesetze und Vorschriften sowie die rechtlichen Rahmenbedingungen in Bezug auf unerwünschte Verhaltensweisen und Integrität ein. Als Vertrauensperson setzt sie sich auf andere Weise mit Normen und Werten auseinander, mit dem Ziel, das Arbeitsklima ihrer Kund:innen zu verbessern.
Melanie van Wijk verfügt über mehr als 20 Jahre Erfahrung in der Öffentlichkeitsarbeit, unter anderem für Modemarken. Sie kennt die Bedeutung von Reputation und guter Kommunikation wie keine andere. Sie setzt ihr Wissen als Unternehmerin ein und steht mit ihrer einfühlsamen und offenen Art den Auftraggeber:innen von Kantoor Ethiek als Vertrauensperson zur Seite.
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