Andam 2026: Marie Adam-Leenaerdt, Pauline Dujancourt, Anthony Calydon und Phileo ausgezeichnet
Am Mittwoch fand in den Gärten des Kulturministeriums in Paris die Verleihung der Andam-Preise statt. Die vier Gewinner:innen – Marie Adam-Leenaerdt, Pauline Dujancourt, Anthony Calydon und Phileo – teilen eine gemeinsame kreative Vision. Bei ihnen stehen die Konstruktion des Kleidungsstücks, die Materialverarbeitung und die Produktionsweise im Vordergrund.
„Diese 37. Ausgabe zeugt vom Erfolg einer Veranstaltung, die die immer ehrgeiziger wird und mittlerweile in der Modewelt und auf der ganzen Welt eine Referenz ist“, erklärte die französische Kulturministerin Catherine Pégard. Sie würdigte auch die Person, der wir diesen Preis verdanken: „Ich möchte ganz besonders an Pierre Berger denken, denn dies ist eine wunderbare Weise, sein Vermächtnis zu ehren“, erklärte sie. „Er hat Anfänger:innen mit ständiger Neugier und unnachahmlicher Intuition geholfen, sie getröstet und geliebt.“
Marie Adam-Leenaerdt, Grand Prix des Andam (300.000 Euro)
Die belgische Designerin Marie Adam-Leenaerdt folgt dem Trend der „Quiet Fashion“. Sie widersetzt sich damit dem schnellen Wechsel der Kollektionen. Stattdessen setzt sie auf wandelbare Kleidung und die Umgestaltung gewöhnlicher Objekte.
Auf die Frage von FashionUnited, ob sie durch den Aufschwung durch den Preis ihren handwerklichen Ansatz mit einem breiteren Vertrieb vereinbaren können, antwortete sie: „Diesen Ansatz wenden wir bereits täglich bei unseren Kreationen an und können damit sehr gut produzieren. Das ist überhaupt kein Hindernis. Ob wir zehn oder hundert Kleider herstellen, ändert nichts an unserem Produktionsprinzip.“
„Luxus bedeutet heute nicht, mehr hinzuzufügen oder mehr zu produzieren. Es geht darum, besser zu produzieren“, fügt Adam-Leenaerdt hinzu. „Diese Multifunktionalität ermöglicht es, sich an mehr Frauen und verschiedene Situationen anzupassen. Wenn man ein Kleidungsstück kauft, muss es einen Mehrwert haben. Was sorgt dafür, dass ein Hemd auf verschiedene Weisen getragen werden kann und länger behalten wird? Dass man es weniger schnell leid wird.“
Pauline Dujancourt, Sonderpreis des Andam (100.000 Euro)
Pauline Dujancourt, Absolventin der École Duperré mit einem Mastertitel in Strickdesign vom Royal College of Art, arbeitet fast ausschließlich mit Strick.
In der offiziellen Pressemitteilung fasst Jurypräsident Alexandre Mattiussi ihre Arbeit so zusammen: „In einer Welt, in der künstliche Intelligenz und Marketing eine immer größere Rolle spielen, wird nichts jemals die Sensibilität, die Emotion und die einzigartige Vision einer kreativen Persönlichkeit ersetzen.“
Anthony Calydon, Pierre-Bergé-Preis (100.000 Euro)
Der Autodidakt Anthony Calydon wurde durch seine Experimente mit der Konstruktion von Kleidung bekannt. Insbesondere seine deformierten Kapuzen, die „warped hoods“, sind zu seinem Markenzeichen geworden. Er dankte seinen Eltern, die ihn bei der Verwirklichung seines Traums unterstützt hatten.
Phileo: Accessoires-Preis (100.000 Euro)
Der Sneaker-Designer Philéo Landowski steht für die Rückkehr zu einer lokalen Produktion. Seine Entwürfe basieren auf einer engen Zusammenarbeit mit den Herstellern und einer Lieferkette, die sich in einem Umkreis von hundert Kilometern in Portugal befindet.
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