Aktionär:innen fordern Transparenz zur Nachfolgeregelung bei LVMH
Investor:innen des französischen Luxuskonzerns LVMH äußern zunehmend Bedenken über das Fehlen eines klaren Nachfolgeplans für Bernard Arnault. Der Chairman und Chief Executive Officer (CEO) führt den Konzern seit fast 40 Jahren. Laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters betrachten einige Aktionär:innen das Fehlen einer öffentlichen Übergangsstrategie mittlerweile als wachsendes Unternehmensrisiko für den 350 Milliarden US-Dollar schweren Konzern.
Arnault ist 76 Jahre alt. Er leitet ein Imperium von mehr als 70 Marken, darunter Dior und Tiffany & Co. Alle fünf seiner Kinder bekleiden bedeutende Positionen innerhalb der Organisation. Dennoch hat er öffentlich keinen Nachfolger benannt. Im April 2025 verlängerte das Unternehmen die Altersgrenze für seine Doppelrolle auf 85 Jahre. Einige Investor:innen interpretieren diesen Schritt als Versuch, eine endgültige Entscheidung hinauszuzögern.
Governance-Bedenken und Auswirkungen auf den Markt
Die Unklarheit über die künftige Führung des Konzerns beginnt die Stimmung der Investor:innen zu beeinflussen. Stefan Bauknecht ist Aktienportfoliomanager bei der Deutschen Bank DWS. Diese ist der zwölftgrößte Aktionär von LVMH. Bauknecht sagte gegenüber Reuters, dass „die Nachfolgeplanung derzeit unklar und intransparent erscheint". Er fügte hinzu, dass das Unternehmen „mehr Transparenz und einen Plan wünscht, wie sich die Dinge entwickeln werden".
Finanzanalyst:innen vermuten, dass dieser Mangel an Klarheit zu einem Bewertungsabschlag führen könnte. Ariane Hayate ist europäische Fondsmanagerin bei Edmond de Rothschild in Paris. Sie merkte an, dass die Nachfolgefrage vor zehn Jahren noch keine Priorität hatte. Inzwischen habe sie sich jedoch zu einem „Risikofaktor" entwickelt, der zu einem „Governance-Abschlag für das Unternehmen" beitrage.
Interne Strukturen und Familiendynamik
Als Reaktion auf Anfragen von Reuters erklärte LVMH, dass Nachfolgepläne für Führungskräfte zwar nicht öffentlich gemacht werden. „Offensichtlich existieren sie jedoch", so der Konzern. Die Gruppe stellte weiter klar, dass diese internen Strategien sowohl mittelfristige Ziele als auch die Möglichkeit „plötzlicher Ereignisse" berücksichtigen.
Aktuelle Governance-Unterlagen aus einer Umstrukturierung von 2022 zeigen, dass Arnaults fünf Kinder –Delphine, Antoine, Alexandre, Frederic und Jean – jeweils einen Anteil von 20 Prozent an der Agache Commandite SAS halten. Diese Gesellschaft soll nach Arnaults Ausscheiden die Kontrolle über die Familien-Holdinggesellschaft übernehmen. Expert:innen haben jedoch Bedenken hinsichtlich möglicher Spannungen geäußert. Eric Pichet ist Professor an der Kedge Business School und auf Corporate Governance spezialisiert. Er beschrieb die Situation als „tickende Zeitbombe". Er merkte an, dass „es in einer zweiten Generation immer Spannungen gibt. Und wenn man zu fünft ist, lässt sich das nicht vermeiden".
Arnault bleibt auf langfristige Amtszeit fokussiert
Trotz externen Drucks hat Arnault angedeutet, dass ein Ruhestand keine unmittelbare Priorität darstellt. In einer früheren Stellungnahme gegenüber CNBC bemerkte er: „Sprechen Sie mich in zehn Jahren noch einmal an, dann kann ich Ihnen eine präzisere Antwort geben". Er äußerte seine Absicht, für ein weiteres Jahrzehnt an der Spitze zu bleiben, sofern keine unvorhergesehenen Umstände eintreten.
Eine Mehrheit der Aktionär:innen unterstützte im vergangenen Jahr die Verlängerung von Arnaults Amtszeit. Einige institutionelle Investor:innen, darunter Allianz GI und Baillie Gifford, äußerten jedoch Widerspruch oder enthielten sich der Stimme. Sie verwiesen auf unzureichende Offenlegung bezüglich der Machtübergabe.
LVMH veröffentlicht seine Jahresergebnisse am Dienstag.
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