Weshalb Resort-Kollektionen für die Modehäuser wichtig sind

In den vergangenen zwei Wochen wurden zahlreiche Resort-Modenschauen von Luxusmarken rund um den Globus veranstaltet. Während es zu dieser Jahreszeit in keiner der vier Modehauptstädte einen offiziellen Modewochenkalender gibt, findet die Resort-Saison, auch bekannt als Cruise-Saison, an den unterschiedlichsten Orten der Welt statt. den unterschiedlichsten Orten der Welt statt.

Christian Dior zeigte seine Show am 30. April im idyllischen Marrakesch, gefolgt von Prada in New York, Chanel im Grand Palais in Paris und Louis Vuitton im historischen TWA Flight Center in New York. Zwischen den Schauen von Prada und Louis Vuitton in New York gab es eine Lücke von sechs Tagen, so dass die meisten internationalen Redakteure zweimal einfliegen musste. Was genau ist der Sinn dieser Kollektionen?

Cruise-Kollektionen waren einst Kleidung für die Eliten

Vor langer Zeit waren Resort-Kollektionen für eine kleine Schicht an Elite-Kunden gedacht, die am Ende des Jahres Urlaub machen und dem Winter entflohen. Kaufhäuser waren zu dieser Zeit traditionell voll mit Parkas und Winterartikeln, und es fehlte ein Angebot an sommerlichen Stoffen, Bademode und schlicht einer Urlaubsgarderobe für den Jet Set. Heute, in Zeiten des erschwinglichen kommerziellen Flugverkehrs, ist es nicht mehr nur eine kleine Gruppe Ultrareicher, die im Winter auf Kreuzfahrt gehen. Zudem hat Online-Shopping es möglich gemacht, Bikinis bei arktischen Temperaturen und Schneeschuhe im Hochsommer zu kaufen. Kurz gesagt, jeder kann jederzeit alles kaufen, von überall aus und zu jeder Tag- und Nachtzeit.

Für jeden das Richtige

Luxusmarken müssen viele verschiedene Märkte bedienen, wobei die Kunden in unterschiedlichen Klimazonen unterschiedliche Bedürfnisse in Sachen Mode haben. Die arabischen und russischen Märkte benötigen Kleidung für andere Temperaturen als die Kunden in Mitteleuropa, aber das rechtfertigt immer noch nicht die Notwendigkeit einer zusätzlichen Kollektion für die Laufstege.

Cruise-Shows sind internationale Spektakel

Man kann argumentieren, dass Resort-Kollektionen teuer und zeitraubend sind und Millionen von Dollar kosten, um Kleidung zu bewerben, die von November bis April im Handel erhältlich sein wird, aber nicht Teil der Hauptkollektion einer Marke sind.

Luxusmarken setzen daher auf internationale Spektakel, um ihre Resort-Angebote zu zeigen: Man denke an Fendis 2007er Schau auf dem Chinesischen Mauer oder jene Schauen von Chanel, die überall von Kuba bis Salzburg, Edinburgh, Dallas und Shanghai inszeniert wurden.

Wieder andere sind der Meinung, dass Marken Resort-Kollektionen leicht als Kapselkollektionen in ihre Hauptlinien integrieren könnten und diese während der regulären Modewochen zeigen könnten. Eine eigenständige Kollektion in der Zwischensaison wäre demnach nicht notwendig. Für Redakteure und Einkäufer würde das eine längere Zeit ohne Reisen im internationalen Schauenkalender bedeuten.

Doch das ist nur oberflächliches Gerede. Im Zeitalter von Instagram hat jede Kollektion auf dem Laufsteg ein schnelles Verfallsdatum. Mit dem ständig wachsendem Bedarf nach neuer Mode und schnellerer Markteinführung schließen die Resort.Kollektionen die Lücke zwischen den Hauptlinien und Pre-Collections. Noch wichtiger ist, dass es bei einer Resort Kollektion weniger Einschränkungen gibt, die Marken zu ihren eigenen Bedingungen außerhalb der branchenregulierten Modewochenpläne und -orte zeigen können.

Für Luxusmarken, bei denen das Budget nicht im Vordergrund steht, gibt es kaum eine Grenze, wenn es darum geht, Resortkollektionen zu zeigen. Sie können sich für eine Präsentation an neuen Orten und in aufstrebenden Märkten entscheiden und ihren einzigartigen Markenwert und ihre Ästhetik an Kunden herantragen, die nicht unbedingt in traditionelle Modewochenstädte reisen. Sie können mit lokaler Presse und Prominenten zusammenarbeiten und gleichzeitig den Modetrubel und den Glamour von zu Hause mitbringen. Wie könnte man das abschaffen wollen?

Foto: Chanel Resort 2020, source: Chanel website

Dieser Artikel wurde zuvor auf FashionUnited.uk veröffentlicht. Übersetzung und Bearbeitung: Barbara Russ

 

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