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Verdacht auf illegale Beschäftigung: Mailänder Staatsanwalt will 13 weitere Modemarken untersuchen

Die Ermittlungen wegen gesetzwidriger Praktiken in der italienischen Modeindustrie gehen weiter. Branchenverbände kritisieren indessen die mediale Berichterstattung über die Vorgänge.
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Ermittlungen wegen illegaler Beschäftigung: Staatsanwalt fordert Unterlagen von 13 Modemarken Bild: FashionUnited, Bild mit Hilfe künstlicher Intelligenz generiert
Von Isabella Naef

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Die Untersuchungen zu ausbeuterischen Arbeitsbedingungen in der italienischen Mode- und Luxusbranche scheinen weiterzugehen.

Der Mailänder Staatsanwalt Paolo Storari hat in Zusammenarbeit mit den zuständigen Ermittlungsbehörden 13 weitere Modeanbieter zur Übergabe von Unterlagen aufgefordert. Dies betrifft insbesondere die Dokumentation zu Kontrollsystemen in der Lieferkette sowie bei Auftragsvergaben und Unteraufträgen in der Produktion.

Branchenverbände beklagen „öffentliche Bloßstellung“ von Marken

Am Donnerstag veröffentlichten die italienischen Industrieverbände Confindustria Moda und Confindustria Accessori Moda eine Erklärung zu den jüngsten Aktivitäten der Mailänder Staatsanwaltschaft bezüglich illegaler Vermittlungspraktiken in der Mode-Lieferkette. Die Branchenorganisationen zeigten sich „zutiefst besorgt über die zunehmende mediale Inszenierung“. Diese drohe, dem Image und damit der Wirtschaft des gesamten Sektors tiefgreifenden und ungerechtfertigten Schaden zuzufügen.

Die jüngsten Aktivitäten der Staatsanwaltschaft gehen laut Berichten darauf zurück, dass die betreffenden Modehäuser in den Akten über illegale chinesische Fabriken als Auftraggeber aufgetaucht sind. Sie sollen die Produktion an Auftragnehmer und Subunternehmer vergeben haben, die gegen Arbeits- und Sicherheitsgesetze verstoßen.

Laut der italienischen Nachrichtenagentur Ansa hat die Mailänder Staatsanwaltschaft nun die Übergabe von Unterlagen gefordert. Diese sollen zur Untersuchung möglicher weiterer Fälle von Ausbeutung dienen. Betroffen sind die Marken Dolce & Gabbana, Versace, Prada, Gucci, Missoni, Ferragamo, Yves Saint Laurent, Givenchy, Pinko, Coccinelle, Adidas, Alexander McQueen Italia und Off-White.

In seinen Anträgen verwies der Staatsanwalt darauf, dass bei Ermittlungen gegen andere namhafte Modefirmen Vorfälle der Ausbeutung bekannt geworden seien. Dabei geht es um den Einsatz chinesischer Arbeitskräfte in Werkstätten oder Schlafsaal-Fabriken. Dort wurden auch Produkte der Luxusmarken gefunden, von denen nun Unterlagen angefordert wurden. Für alle 13 Unternehmen scheint die Staatsanwaltschaft somit Verdachtsmomente auf illegale Praktiken in der Produktionskette zu sehen, denen nun nachgegangen werden soll.

Die Modeverbände sind sich über die Notwendigkeit einig. Jede Form der Illegalität entlang der Wertschöpfungskette des Sektors müsse entschieden bekämpft werden. Der Schutz der Würde der Arbeitnehmer:innen sowie der Legalität und Transparenz sei ein unverzichtbarer gemeinsamer Wert. Dies gelte für die Verteidigung eines strategischen Sektors des „Made in Italy“. Dieser sei weltweit für Exzellenz, Qualität und Kreativität anerkannt. Dennoch herrsche große Sorge über die mediale Zurschaustellung. Diese könne dem Image und den Geschäften der gesamten Branche schaden.

„Die öffentliche Nennung von Marken und Unternehmen in vorläufigen Phasen der Ermittlungen riskiert den Ruf der Branche. Dieser Sektor stellt eine der Säulen der nationalen Wirtschaft sowie des Exports und der kulturellen Identität des Landes dar. Dies lädt zudem zu Missverständnissen seitens der internationalen Medien ein. Es erzeugt ein negatives Echo“, erklärten Confindustria Moda und Confindustria Accessori Moda.

„Unverhältnismäßige Medienberichte“ verstärken „bereits bestehende Schwierigkeiten“

Auch der italienische Modehandelsverband Federazione Moda Italia-Confcommercio wies auf die kritische Entwicklung hin. Seit 2021 seien in Italien 23.000 Verkaufsstellen im Modesektor geschlossen worden. „In einem so fragilen Umfeld verschärfen unverhältnismäßige Medienberichte die bestehenden Schwierigkeiten weiter. Dies erzeugt Misstrauen bei nationalen und internationalen Verbraucher:innen. Auch Investor:innen und die gesamte Lieferkette sind betroffen“, heißt es in einer Mitteilung.

Die Verbände engagieren sich seit langem an vorderster Front an der Seite der zuständigen Behörden. Sie arbeiten an der Konzeption und Ausarbeitung gültiger Kontroll-, Audit- und Überwachungssysteme für die Lieferkette. Zudem haben sie von Beginn an am laufenden Gesetzgebungsprozess teilgenommen. Dieser betrifft die Regelung der einheitlichen Konformitätsbescheinigung für Mode-Lieferketten. Ziel ist die Förderung der Legalität im Sektor.

Verbände fordern „Ausgewogenheit, Verantwortung und Respekt“

„Es ist jedoch wesentlich, dass dieses Engagement in einem Klima stattfindet, das ein industrielles und kulturelles Erbe nicht ungerechtfertigt gefährdet. Dieses Erbe gehört dem ganzen Land. Die Verbände bitten daher um Ausgewogenheit und Verantwortung. Sie fordern Respekt für die Arbeit von Tausenden von Unternehmen und Hunderttausenden von Beschäftigten. Der notwendige Kampf gegen die Illegalität darf nicht zu einem reinen Medienspektakel werden. Ein solches würde einer Lieferkette irreparablen Schaden zufügen. Diese zeichnet den Wert des ‚Made in Italy‘ in der Welt aus“, schließt die Mitteilung.

Confindustria Moda ist eine der weltweit größten Interessenvertretungen der Textil- und Modeindustrie der westlichen Welt. Der Verband vertritt einen Sektor mit knapp 400.000 Beschäftigten und mehr als 40.000 Unternehmen. Er stellt eine grundlegende Komponente des italienischen und europäischen Wirtschafts- und Fertigungsgefüges dar.

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