Tabi-Stiefel von Martin Margiela erzielen neuen Auktionsrekord von 385.020 Euro
Ein Paar von Martin Margielas bemalten Graffiti-Tabi-Stiefeln aus dem Jahr 1991 wurde für 364.000 Euro versteigert. Damit stellte das Paar einen neuen Auktionsweltrekord für den Designer auf. Der Verkauf vervierfachte den Mindestschätzwert.
Die in Zusammenarbeit mit Maurice Auction durchgeführte Auktion am 9. Juli erzielte inklusive Gebühren einen Gesamtumsatz von 1.385.020 Euro. Sämtliche Lose wurden verkauft. Die Stiefel waren zuvor in Margielas erster Museumsausstellung im Palais Galliera zu sehen und übertrafen den bisherigen Auktionsrekord für ein Werk des Designers von 101.400 Euro, der im Januar 2025 aufgestellt worden war.
Die Spitzenlose zeichneten Margielas Schaffensjahre in seinem gleichnamigen Modehaus nach. Ein Pullover aus grauen Baumwollsocken erzielte 117.000 Euro. Der Designer hatte ihn während des Lockdowns nach einem Entwurf aus seinen Kollektionen der frühen 1990er-Jahre selbst angefertigt. Eine handgefertigte Prototyp-Jacke aus der Frühjahr/Sommer-1993-Kollektion „Noir et Blanc“, die aus alten Theaterkostümen zusammengesetzt wurde, brachte 31.200 Euro ein. Margielas eigener Arbeitsmantel, die „Blouse Blanche“, die er zwischen 1988 und 2008 trug, wurde für 41.000 Euro verkauft.
Auch Arbeiten auf Papier erzielten aufgrund ihrer Seltenheit hohe Preise. Margiela veröffentlichte nur selten Originalskizzen und bevorzugte stattdessen Fotokopien und Faksimiles. Sein „First Dossier“ von 1987 – das Manifest, das die visuelle Grundlage für das spätere Modehaus legte – löste einen intensiven Bieterwettstreit zwischen Museen, Sammler:innen und Archivar:innen aus und wurde schließlich für 24.700 Euro versteigert. Ein Set aus fünf Haar- und Make-up-Skizzen erzielte 19.500 Euro. Den gleichen Preis erreichte eine Serie von Backstage-Fotografien der Fotografin Marina Faust aus der Frühjahr/Sommer-2006-Saison.
Der letzte Abschnitt der Auktion war Margielas verstorbener Mutter Lea Bouchet gewidmet. Er umfasste ihre Garderobe mit Hermès-Stücken aus der Zeit, in der der Designer für das französische Modehaus tätig war. Dieser Teil machte den größten Umfang der Auktion aus und umfasste nahezu ihre gesamte Kleidung. Eine „Initials“-Tasche aus dunkelbraunem Barenia-Kalbsleder wurde für 44.200 Euro verkauft. Ein Baumwolltrenchcoat, der über einem Ziegenfellmantel getragen wurde, erzielte 45.500 Euro. Ein Paar graue Kaschmirmäntel des Typs „porté par deux“ brachte 19.500 Euro ein.
Das Auktionshaus kündigte an, im September mit einer Auktion aus Privatbesitz sowie seiner nächsten Herrenmode-Auktion nach London zurückzukehren.