Studie: Kleine Gruppe von Käufer:innen für Großteil der Umweltauswirkungen von Retouren verantwortlich

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Paketversand mit DHL Bild: DHL
Von Caitlyn Terra

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Eine neue Studie der Freien Universität Brüssel gibt mehr Einblick in Serial Returners und die Auswirkungen der häufigen Paketretouren. Die Studie zeigt, dass nur 15 Prozent der Konsument:innen übermäßig Produkte zurücksenden. Diese Gruppe ist jedoch für fast 60 Prozent der CO2-Emissionen verantwortlich, die mit Rücksendungen verbunden sind.

Für die Studie wurde das Kaufverhalten von fast 10.000 europäischen Konsument:innen untersucht. Diese Kund:innen stammten aus Belgien, den Niederlanden, Frankreich, Deutschland, Italien, Spanien, Norwegen, Schweden, Polen und Griechenland. Dabei wurden nicht nur das Retourenverhalten, sondern auch die Einstellung und Motivation der Konsument:innen erfasst.

„Rücksendungen sind viel mehr als nur ein Logistikkostenfaktor“, sagt Heleen Buldeo Rai, die Leiterin der Studie an der Universität. „Sie haben auch erhebliche Auswirkungen auf die Umwelt. Dennoch wissen wir überraschend wenig über die Konsument:innen, die am häufigsten Produkte zurücksenden.“ Retouren verursachen zusätzlichen Transport und zusätzliche Verpackungen. Sie erfordern eine komplexe Logistikkette und erschweren den Wiederverkauf der zurückgesendeten Artikel.

Ein bemerkenswertes Ergebnis der Studie ist, dass Vielretournierer:innen, auch Serial Returners genannt, nicht zwangsläufig mehr online einkaufen als andere. Der Unterschied liegt in ihrer Einstellung zu Rücksendungen. „Für diese Konsument:innen sind Rücksendungen eine Möglichkeit geworden, Kaufentscheidungen aufzuschieben“, so Buldeo Rai. „Sie bestellen impulsiver, kaufen öfter mehrere Optionen gleichzeitig und entscheiden erst zu Hause, was sie letztendlich behalten möchten.“

Die einfache Abwicklung der Rücksendung ist für viele ein entscheidender Faktor. Lange Zeit waren Retouren bei Onlineshops kostenlos und relativ unkompliziert. Konsument:innen, die sich von einfachen, schnellen und kostenlosen Rücksendungen verleiten lassen, gehören mit fast dreimal höherer Wahrscheinlichkeit zur Gruppe der Vielretournierer:innen. Konsument:innen, die sich hingegen der Umweltauswirkungen von Retouren bewusst sind, neigen weniger dazu, Produkte zurückzusenden.

Für die Serial Returners zeichnet sich zudem ein klares Profil ab: Sie sind im Durchschnitt jünger, leben häufiger in städtischen Gebieten und haben oft ein niedrigeres Bildungsniveau. Die Vielretournierer:innen verursachen jährlich durchschnittlich fast 20 Kilogramm CO2 durch ihre Rücksendungen. Bei anderen Konsument:innen liegt dieser Durchschnitt bei drei Kilogramm.

Laut Buldeo Rai liegt die Lösung nicht allein bei den Konsument:innen. „Viele Onlineshops haben Rücksendungen jahrelang gefördert, weil sie den Verkauf steigern. Wenn wir jedoch die Umweltauswirkungen begrenzen wollen, müssen wir den Konsument:innen besser helfen, auf Anhieb die richtige Wahl zu treffen.“

Die Studie plädiert für bessere Produktinformationen und den verstärkten Einsatz von Hilfsmitteln wie virtuellen Umkleidekabinen und Größenberatern. Zudem fordert sie einen kritischen Blick auf Verkaufstechniken, die Impulskäufe fördern. Darüber hinaus sieht die Studie auch eine Rolle für die Politik. Diese müsse die Konsument:innen besser über die Folgen von Rücksendungen informieren und klare Regeln für den grenzüberschreitenden E-Commerce ausarbeiten.

„Wenn wir Rücksendungen reduzieren wollen, müssen wir verstehen, warum Menschen Produkte zurückschicken“, schließt Buldeo Rai. „Dabei scheinen nicht Schuldgefühle am aussichtsreichsten zu sein, sondern intelligente Lösungen, die den Konsument:innen helfen, von Anfang an die richtige Wahl zu treffen.“

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