Strick und Pailletten – so gelingt das Spiel mit Kontrasten

Mode
Celine SS27 - Menswear Credits: Launchmetrics
Von DPA

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Das Material macht den Unterschied: Ein Satz, der auf viele Dinge zutreffen dürfte, auf die Mode in diesem Herbst und Winter aber in jedem Fall. Derzeit ist hier eine besonders große Materialvielfalt zu sehen. Samt, Brokat, Jacquard und Spitze prägen die neuen Kollektionen. Und auch an Wollflanell kommt man kaum vorbei.

„Die Stoffe werden in allen Kollektionen zu finden sein“, sagt Sonja Garrison, Stilberaterin aus Frankfurt am Main. Als Anzug, Blazer, Rock oder Kleid seien sie zeitlos und angenehm zu tragen.

Und auch Leder bleibt ein wichtiges Thema - von Blazern und Sakkos über Capes und Mäntel bis hin zu Röcken und Kleidern. „Wer es extravagant mag, kann den All-over-Look wählen und sowohl das Oberteil als auch die Hose oder den Rock aus Leder kombinieren“, sagt Garrison.

Stefanie Trevisan, Materialexpertin an der Akademie Mode & Design (AMD) in München, sieht auch Tweed, Denim, Plüsch, Cord, Kunstpelz und Wolle im Fokus. Und: Die Mode gewinnt wieder an Opulenz. Typische Formen sind Blazer mit Schößchen, korsagenartige Oberteile sowie Details wie Volants und Rüschen.

Gekonnt kombinieren

Der Reiz liegt in diesem Winter im Spiel mit Gegensätzen. „Wir sehen Leder, Pelzbesatz, oft Kunstpelz, Spitze, Netzmaterial, Pailletten und Grobstrick, die mutig kombiniert werden“, so Juliane Gareis, Stilberaterin aus Dortmund.

Eine Bundfalten-Samthose kann also etwa mit einem Einsatz aus Spitze oder Netzmaterial versehen sein. Lederjacken haben (Kunst-)Pelzbesatz und Grobstrick wird mit Pailletten kombiniert. Die Grundregel lautet: Grob zu fein und matt zu glänzend.

„Kontraste zwischen verschiedenen Oberflächen erzeugen Spannung“, sagt Stefanie Trevisan. Als Beispiel nennt sie die Kombination von Leder mit langhaarigen Tierhaargeweben wie Alpaka oder Kaschmir - alternativ mit Faux Fur, also Kunstfell.

Besonders gut funktioniert der Mix, wenn Materialien aus verschiedenen Herkunftswelten zusammenkommen. So passe, sagt Trevisan, beispielsweise ein reich verziertes, handwerklich gearbeitetes Oberteil zu einem Stück aus der futuristischen Welt - oder der Blazer zur Sporthose. „Je freier ich kombiniere, desto mehr finde ich zu einem individuellen Stil.“

Wer gekonnt kombinieren will, der achtet außerdem auf die Schnitte. Denn sie sind es, die bestimmen, wie Materialien wirken. Voluminöse Strickteile sind schließlich etwas ganz anderes als schmal geschnittene Strickstücke.

Orientieren kann man sich laut Gareis an folgender Regel: „Bei einem weiten Oberteil ein schmales Unterteil wählen und umgekehrt, um die Figur erkennbar zu halten.“

Gekonnt pflegen

Von der Kombination verschiedener Strickteile rät Sonja Garrison übrigens ab. „Sind Strickstoffe nicht identisch, aber auch nicht offensichtlich unterschiedlich genug - dann wirkt es wie nichts Halbes und nichts Ganzes.“

Das Praktische: „Im letzten Jahr sind wieder Twinsets modern geworden - ein Set aus Strickjacke und Stricktop oder Strick-T-Shirt aus identischem Strickstoff.“ Mit ihnen kann man in diesem Punkt also wenig falsch machen.

Wichtig in jedem Fall: Ohne Pflege verlieren viele Materialien schnell ihre Wirkung. „Flauschige Strickstoffe sind trendig und gleichzeitig zeitlos. Allerdings entstehen bei ihnen schnell Pillings“, so Garrison. „Das sind diese kleinen Knötchen, die sich an Stellen mit viel Reibung bilden.“ Sie entfernt man am besten regelmäßig mit einem elektrischen Fusselrasierer.

Bei Cord und Samt sollte man außerdem auf eine gute Verarbeitung achten: „Der Flor von Cord und Samt drückt sich an Stellen wie Ellbogen, Gesäß und Knien schnell platt, und es entstehen Glanzstellen.“

Und: Wer richtig bügelt, schont die Klamotten. „Echtes und Kunstleder bügelt man auf der niedrigsten Stufe, ohne Dampf, nur von links und mit einem Baumwolltuch als Schutz“, so Garrison. „Samt und Plüsch hingegen sollte man nur mit Dampf sanft auffrischen. Dabei mit einer weichen Kleiderbürste sanft über die Glanzstellen streichen, damit diese verschwinden.“

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