Sommer-Schnitt, Herbst-Ton: Farbwechsel als Verkaufsstrategie im Spätsommer

Während der Kalender noch Sommer zeigt, verschiebt sich die Farbpalette im Handel bereits Richtung Herbst, ein Zeitfenster, das sich für die Sortimentsplanung nutzen lässt.
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Credits: bugatti
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August ist für den Einkauf traditionell eine unbequeme Zeit. Die Sommerware soll noch laufen, während Kund:innen im Kopf schon beim Herbst sind. Zu früh auf schwere Ware umzustellen, riskiert liegen gebliebene Sommerbestände. Zu spät zu reagieren, kostet Umsatz an Wettbewerber, die den Übergang bereits eingeläutet haben. Der Ausweg liegt selten in neuen Silhouetten, sondern in der Farbe.

Warum die Farbe den Übergang trägt, nicht der Schnitt

Ein Wechsel von hellen zu erdigen Tönen genügt oft, damit ein Sortiment herbstlich wirkt, ganz ohne dass sich an Schnitt oder Material etwas ändern muss. Für den Einkauf ist das ein praktischer Hebel: Atmungsaktive, sommerfähige Stoffe lassen sich in gedeckteren Farben weiterverkaufen, ohne dass Kund:innen das Gefühl haben, noch in Sommerware zu stecken. Retailer können so bestehende Flächenkapazität länger nutzen und den vollen Saisonreset gezielt hinauszögern, ohne dabei aktuell zu wirken einzubüßen.

bugatti: Strick in Erdtönen als Bindeglied

Wie sich dieser Gedanke in der Praxis übersetzt, zeigt die aktuelle Herrenkollektion von bugatti. Feine Rundhalspullover in Schokoladenbraun und Schwarz behalten die leichte, sommertaugliche Passform bei, verschieben aber den Farbton spürbar Richtung Herbst. Am Hals sorgt ein gestreiftes Seidentuch oder ein karierter Schal in warmer Erdfarbe für den letzten Akzent, der aus einem Sommerteil ein Übergangsstück macht: warm genug für kühlere Abende, leicht genug, um nicht sofort nach Winter auszusehen. Für das Regal bedeutet das ein Produkt, das im August ebenso funktioniert wie im Oktober, ohne dass es umgehängt oder neu platziert werden muss.

Credits: bugatti

Wenn der Print die Saison verrät

Im Damensortiment vollzieht sich derselbe Umbruch über Farbe und Print statt über die Stoffgewichtung. Eine Bluse mit Paisleymuster in warmem Karamell wirkt durch ihre satte Farbgebung bereits herbstlich, obwohl der leichte, fließende Stoff für die gesamte Übergangszeit trägt. Ähnlich funktioniert ein Oversized-Hemd mit Streifen in Blau-, Senf- und Marinetönen: Die Optik bleibt sommerlich unbeschwert, während die tieferen Nuancen schon Richtung Herbst zeigen. Beide Teile lassen sich problemlos mit derselben Sommerhose kombinieren, mit der Kund:innen ohnehin schon einkaufen.

Credits: bugatti

Vorteil liegt im Bestand

Für den Handel steckt der eigentliche Gewinn einer farblich geführten Übergangsware nicht in einer neuen Kollektion, sondern in der Möglichkeit, bestehende Bestände klüger zu staffeln. Ein Sortiment, das den Ton wechselt, bevor der Schnitt wechseln muss, verschafft dem Verkauf mehr Zeit, ohne dass die Fläche veraltet wirkt. Wer diesen Zwischenraum bewusst bespielt, verkauft nicht nur länger, sondern auch reibungsloser in die nächste Saison hinein.

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