Mit AZ Factory bietet Richemont jungen Modedesigner:innen ein kommerzielles Schaufenster

Mode|Bericht
A Bunch of Designers Bild: Richemont
Von Florence Julienne

Wird geladen...

Automated translation

i
Original lesen auf: Französisch
Scroll down to read more

Bis zum 17. Oktober präsentiert Richemont die ersten Kollektionen von sechs Designer:innen der AZ Academy für Einkäufer:innen. Das Programm ist aus der Weiterentwicklung von AZ Factory entstanden. Die erste Ausgabe von ‚A Bunch of Designers‘ findet bei Heureux les Curieux in der Rue du Pont-aux-Choux in Paris statt. Sie zeigt die Visionen der Kreativen von morgen, die sich zwischen handwerklicher Meisterschaft, der Beziehung zur Tierwelt und dem Dialog mit der Natur bewegen.

Im Mai 2024 entwickelte der Schweizer Konzern Richemont die vom verstorbenen Alber Elbaz gegründete Marke AZ Factory zu einer Akademie für junge Kreative weiter. Die Ausbildung mit Sitz in Mailand soll ihnen die notwendigen Werkzeuge für die Entwicklung ihres Geschäfts an die Hand geben.

Im September 2026 präsentiert der Konzern ihre erste Kollektion in einem Eröffnungsraum namens ‚A Bunch of Designers‘. Die sechs ausgewählten Designer:innen sind: Brais Albor, Merle Breuker, Sandra Jao, Liwen Liang, Manon Marcelot und Caterina Moro.

Die sechs Designer:innen von ‚A Bunch of Designers‘ Bild: Richemont

Lutz Huelle, der als Gastdesigner ‚Amigo‘ bei AZ Factory war und Mitglied der Zulassungsjury der AZ Academy ist, tritt als Botschafter auf.

Vom Entwurf zum Objekt: Richemont rückt die Herstellung in den Mittelpunkt der Kreation

Im Gespräch mit FashionUnited erläutert Patrick Ferrand, Direktor für Strategie und Wachstum der Mode- und Accessoire-Häuser von Richemont, die Auswahlkriterien. Dazu gehören ihre Komplementarität, ihre Kreativität, ihre handwerkliche Meisterschaft sowie ihre Fähigkeit, sich im aktuellen Mode-Ökosystem zu entwickeln.

Über das ‚Savoir-faire‘ hinaus, ein Begriff, den er für überstrapaziert hält, betont er die Fähigkeit dieser jungen Designer:innen, ihre Entwürfe selbst herzustellen: „Sie können denken, zeichnen und umsetzen“.

A Bunch of Designers Bild: Richemont

Richemont stellt diese Initiative in eine längere Geschichte der Weitergabe von Know-how. Die 2003 gegründete Creative Academy bildet in Mailand Designer:innen in den Bereichen Schmuck und Uhrmacherei aus. Mit AZ Factory setzt der Konzern diesen Ansatz der Wissensvermittlung in der Mode und bei Lederwaren fort.

„Wir haben eine gewisse Verantwortung, die Talente von morgen zu entdecken, um sicherzustellen, dass auch in zehn, 15 oder 20 Jahren noch große Designer:innen und große Modehäuser entstehen werden“, so Patrick Ferrand.

Es geht auch um das Geschäftliche: Richemont hat internationale Einkäufer:innen zum Pop-up eingeladen, um diese ersten Schritte mit dem internationalen Markt zu konfrontieren.

Manon Marcelot verbindet die Lederverarbeitung wieder mit ihren landwirtschaftlichen Wurzeln

Manon Marcelot Bild: Richemont

Nach einem Studium des Objektdesigns an der Olivier de Serres absolvierte die Französin Manon Marcelot eine Ausbildung zur Lederwarenherstellerin. „Technisch war ich etwas frustriert, da mir die Kenntnisse über Leder fehlten“, sagt sie.

Heute hat sie ihr eigenes Atelier in der Nähe von Paris und kann ihre Taschen selbst herstellen.

Als Enkelin von Rinderzüchter:innen aus der Creuse stellte sie bei der Arbeit mit Leder die Verbindung zwischen ihrem Beruf und diesem Erbe her. „Jede meiner Taschen ist von einem Element aus dem Alltag der Züchter:innen oder des Tieres inspiriert“, erklärt sie.

So greift eine Tasche die Form der Glocken auf, die Kühe in den Bergen tragen, während eine andere an einen Huf erinnert. Weitere Artikel verweisen auf landwirtschaftliche Planen oder eine Wasserpfütze.

Damit möchte sie das Leder wieder mit seinem Ursprung verbinden und den Prozess von der Zucht bis zum fertigen Objekt sichtbarer machen.

Caterina Moro macht die Natur zum Ausgangspunkt ihrer textilen Forschung

Caterina Moro Bild: Richemont

‚E ART H – Earth as Art‘ ist die konzeptionelle Grundlage von Caterina Moro, einer aus Rom stammenden Designerin. Für sie ist die Natur Kunst und sie ist überzeugt, dass Mutter Natur die beste Künstlerin ist, die es geben kann.

Ihre Arbeit geht von der Idee aus, dass sich der Mensch, besonders in städtischen Umgebungen, von der Natur entfernt hat, obwohl er selbst ein Teil von ihr ist.

Caterina Moro möchte diese Natur wieder auf den Körper bringen. Dafür verwandelt sie ihre Formen, Texturen und Ausdrucksweisen in Materialien, Drucke und Kleidungsstücke.

Konkret geschieht dies durch textile Forschung. Sie entwirft ihre Drucke gemeinsam mit einem bildenden Künstler, indem sie natürliche Elemente auf einen Fotoscanner legt. Sie arbeitet mit verschiedenen Materialien und Techniken: italienischer Seidentwill, recyceltes Nylon, recyceltes Papier in Verbindung mit Stahldraht, Prägungen und technische Textilien.

Auch die vier anderen Designer:innen – Brais Albor, Merle Breuker, Sandra Jao und Liwen Liang – interpretieren diese Beziehung zur Geste und zum Material. Alle Kollektionen sind bis zum 17. Oktober 2026 bei Heureux les Curieux zu entdecken.

Nachwuchsdesigner:innen
Pop-up
Richemont