Metallic-Töne treiben das wachsende Interesse an Farbe voran

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(v.l.n.r.) Jacquemus SS27 - Ready-to-wear, Dior Men SS27 - Menswear, Amiri Frühjahr/Sommer 2027, Menswear. ©Launchmetrics/spotlight | Die Originalfotos wurden digital mit farbigen Kreidestrichen auf wichtigen Kleidungsstücken bearbeitet.
Von Alicia Reyes Sarmiento

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Die britische Modesuchplattform Lyst hat analysiert, wie sich das Interesse der Käufer:innen an Farben entwickelt. Ihre Daten zeigen, dass Metallic-Töne im letzten Monat am schnellsten an Boden gewonnen haben.

Laut Lyst führen Metallic-Töne die Liste mit einem monatlichen Anstieg von 17 Prozent an. Es folgen Weiß mit einem Plus von 14 Prozent, Beige-Töne mit 13 Prozent, Gelb mit zehn Prozent und Rosa mit neun Prozent.

Credits: Lyst.

Die Laufstege und Straßen bieten viele Beispiele dafür, wie diese Farbtöne umgesetzt werden. Wir präsentieren eine Auswahl an Outfits.

Goldene Metallic-Töne

Die metallischsten Goldtöne lösen sich vom abendlichen Anlass und finden Eingang in die Alltagskleidung. Bei Amiri waren sie sowohl bei einer Fransenbluse in Kombination mit Jeans als auch bei einem fließenden Tailoring-Vorschlag zu sehen. Diesen Stil hat auch Saint Laurent bei leichten Trenchcoats und feinen Strickpullovern aufgegriffen.

Links Saint Laurent SS27. Mitte und rechts Amiri SS27. Credits: ©Launchmetrics/spotlight
Saint Laurent SS27. Credits: ©Launchmetrics/spotlight.

Dior hingegen wählt eine urbanere, aber nicht weniger auffällige Ästhetik. Die Marke setzt den goldenen Schlangenhauteffekt sowohl bei Bermudashorts als auch bei gerade geschnittenen Hosen und Accessoires ein.

Dior SS27. Credits: ©Launchmetrics/spotlight.

Weiß

Im Gegensatz zu gewagteren Optionen wie Metallic-Tönen wird Weiß hier als unfehlbares Basic für den Sommer verstanden. Es dient als eine saubere Leinwand, die die Marken in tausenden von Versionen interpretiert haben. Die Interpretationen reichen von der maximalistischen Romantik von Cecilie Bahnsen mit transparenten Kleidern, großen Schleifen und floralen Devoré-Texturen bis hin zur rustikalen Handwerkskunst von Gabriela Hearst. Ihre aufwendigen Stücke spielen mit Transparenz, ähnlich wie bei Attico.

(v.l.n.r.) Gabriela Hearst OFF27 - Resort Women, The Attico FW26 - Ready-to-wear, Cecilie Bahnsen OFF27 - Resort Women. Credits: ©Launchmetrics/spotlight.

In seiner neuesten Show übersetzt Jacquemus dies in architektonische Volumen. Diese reichen von fließenden Maxihemdblusen mit weiten Hosen bis hin zu zarten, durchsichtigen Tops über großen Ballonröcken. Dieser Ansatz knüpft an die traditionellere Schneiderkunst von Agnès B. an, die auch in ihrer Herrenkollektion auf den weißen Total Look setzt.

Jacquemus SS27 - Ready-to-wear. Credits: ©Launchmetrics/spotlight.

Dunkles Beige

Naturtöne verstärken den Trend zu einer organischeren Ästhetik und sommerlichen Texturen wie Leinen, Bast und Korbgeflecht. Dies ist in den Frühjahr/Sommer-Saisons nicht ungewöhnlich, in denen Beige und Weiß um die Vorherrschaft bei den saisonalen Basics konkurrieren.

In Städten wie Paris oder Florenz setzen sich weite, maßgeschneiderte Shorts und Cargo-Maxiröcke durch. Diese gibt es auch als Kleid, wie es die spanische Stylistin Carla Paucar von der Marke Habey Club bei ihrem Besuch der Pitti Uomo trug. Auch Leinenhemden in Erdtönen sind beliebt.

Streetstyle. Credits: ©Launchmetrics/spotlight.

Egonlab interpretiert diese organischen Töne auf eine zartere und handwerklichere Weise. Die Marke präsentiert ein Ensemble aus cremefarbenem Leinenhemd und Bermudashorts mit floralen Stickereien und dezenten Schmucksteinen.

Egonlab. SS27 - Menswear. Credits: ©Launchmetrics/spotlight.

Gelb

Gelb legt sein Image als ‘schwierige’ Farbe ab und etabliert sich als erfrischendes Basic. Dabei entfernt es sich von grellen Tönen und umfasst eine Palette, die von zartem Pastell- oder Buttergelb bis hin zu leuchtendem Ocker reicht.

Marken wie Hermès und Jacquemus setzen auf diesen Farbton in fließenden Looks. Hermès kombiniert lange, texturierte Strickkleider und hohe Stiefel unter kurzen Jacken in einem cremigen, fast gelben Ton. Jacquemus hingegen bevorzugt die Leichtigkeit durchsichtiger Kleider mit einem originellen Ballon-Schnitt am Saum. Ulla Johnson überträgt die Farbe auf weite Lederhosen mit hohem Bund, die mit Lingerie-Tops kombiniert werden. Damit beweist sie die Vielseitigkeit dieser Farbe, um die sommerliche Nüchternheit aufzubrechen.

(v.l.n.r.) Hermès FW26 - Ready-to-wear, Ulla Johnson OFF27 - Resort Women, Jacquemus SS27 - Ready-to-wear. Credits: ©Launchmetrics/spotlight.

In der Herrenmode integriert sich Gelb ganz natürlich sowohl in Oberbekleidung als auch in den Alltag. Sacai führt einen kräftigeren, energiegeladenen Ton bei groben Strickjacken mit technischen Metallverschlüssen ein und verleiht ihnen einen urbanen Touch. In einem deutlich schlichteren Stil mildert Dior den Trend mit Jeans in einem zarten Pastellgelb ab, die in starkem Kontrast zu dunklen Trenchcoats stehen. Saint Laurent hingegen experimentiert mit der Textur bei leichten Jacken mit hohem Kragen und Knittereffekt.

(v.l.n.r.) Dior Men SS27 - Menswear, Sacai SS27 - Menswear, Saint Laurent SS27 - Menswear. Credits: ©Launchmetrics/spotlight.

Rosa

Rosa etabliert sich ebenfalls als idealer Kontrapunkt, um die Vorherrschaft der neutralen Töne zu durchbrechen. Die Palette reicht von den romantischsten Pastelltönen über Kaugummi-Nuancen bis hin zu Fuchsia.

Celine und Rave Review spielen mit Fließfähigkeit und Volumen durch Pumphosen und Ballonröcke in Puderrosa. Diese werden mit strukturiertem Tailoring oder leicht kindlich anmutenden Hemden kombiniert. Diese Tagesinterpretation steht im Kontrast zum Abendvorschlag von Emilia Wickstead. Sie hebt den Ton mit einem Ensemble aus Satinhemd und einer strukturierten Jacke an, die mit Pailletten und kleinen dreidimensionalen Schleifen besetzt ist.

(v.l.n.r.) Celine SS27 - Menswear, Emilia Wickstead OFF27 - Resort Women, Rave Review SS27 - Ready-to-wear. Credits: ©Launchmetrics/spotlight.

In der Herrenmode hat Dior voll auf Farbe gesetzt. Eine der einfachsten Möglichkeiten, sie zu integrieren, ist eine dezente Satinschleife am Hals. Sie verleiht einem Klassiker aus Trenchcoat und Anzughose einen Farbtupfer. Der Kreativdirektor des Hauses hat die Farbe auch in seine eigene Marke, JW Anderson, eingebracht. Dort kombinierte er ein Lingerie-Kleid aus Satin mit einer abgetragenen Fliegerjacke. Vetements wiederum vervollständigt fuchsiafarbene Satin-Pumps mit einer herzförmigen Strassbrosche für all jene, die keine Angst haben, aufzufallen.

(v.l.n.r.) Dior Men SS27 - Menswear, Vetements SS27 - Menswear, JW Anderson SS27 - Ready-to-wear. Credits: ©Launchmetrics/spotlight.

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