Litauische Restaurants präsentieren Entwürfe von Modedesignern an leeren Tischen

Litauen hat mit der Öffnung der Gastronomie einen weiteren Schritt in Richtung Normalität gewagt. Nach wochenlangen Beschränkungen in der Corona-Pandemie dürfen seit Wochenbeginn in Bars, Cafés und Restaurants unter strengen Auflagen wieder die Sitzbereiche genutzt werden. Damit sich die Gäste nicht so allein fühlen und an die Abstandsregeln halten, setzen in der Hauptstadt Vilnius mehrere Lokale auf ganz spezielle Dauergäste - und haben unbenutzte Tische, Sitzplätze und Barhocker mit modisch gekleideten Schaufensterpuppen besetzt.

Bis Ende Mai präsentieren in 14 Bars, Cafés und Restaurants in der Altstadt insgesamt rund 60 Puppen die Arbeiten und Entwürfe von litauischen Modedesignern. Passend dazu liegen an jedem Tisch Informationen zu den ausgestellten Outfits und Kollektionen aus. Mit der Aktion sollen die Gastronomen und heimische Modeschöpfer gleichermaßen unterstützt werden, teilten die Veranstalter mit. Die Idee geht auf einen Restaurantbesitzer zurück, auf den die leeren Tische in seinem Lokal trostlos wirkten. Wegen der Abstands- und Hygieneregeln muss jeder zweite Tisch frei bleiben.

Alle sind Gewinner

"Nach den Vorschriften können wir jeden zweiten Tisch bedienen, aber es erzeugt ein Gefühl der Leere im Restaurant", sagte Bernie Ter Braak, der Besitzer des Restaurants Cozy, gegenüber AFP. "Zuerst dachte ich daran, Puppen oder Teddybären aufzustellen, dann dachte ich an gut gekleidete Modelle", fügte er hinzu. "Ich habe einige hübsche Modeboutiquen kontaktiert, um ihre Kollektionen zu präsentieren. Sie schlossen sich der Initiative mit einem Herzen voller Freude an."

Laut der Designerin Diana Paukstyte sind sie alle Gewinner. "Ich freue mich, dass mehr Menschen meine avantgardistische Kleidung sehen können, und ich hoffe auch, dass die Models mehr Kunden in die Restaurants locken - wir unterstützen sie, sie unterstützen uns", sagte sie gegenüber AFP.

Litauen mit seinen knapp drei Million Einwohnern verzeichnete bislang rund 1600 bestätigte Infektionen und über 60 Todesfälle in Verbindung mit dem Coronavirus. Die Regierung hat den Notstand ausgerufen und das baltische EU-Land bis 31. Mai unter Quarantäne gestellt. (dpa/AFP)

Bild: Petras Malukas / AFP

 

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