Dufflecoats, Khaki und ein Hauch von Sonnenschein: der Streetstyle der Pitti Uomo
In der Mode markiert der Januar nicht nur den Beginn eines neuen Jahres, sondern gibt auch den Ton für die kommenden Saisons an, wenn die Pitti Uomo nach Florenz zurückkehrt. Die Messe gilt seit langem als inoffizieller Auftakt des Herrenmode-Kalenders und versammelte auch dieses Mal wieder das internationale Modepublikum in der Fortezza da Basso.
Pitti Uomo wurde traditionell als Schaufenster für Schneiderkunst, klassisches Tailoring und die Präsenz des gut gekleideten Herrenmode-Puristen gefeiert. Doch in den letzten Jahren hat sich diese Vorstellung gewandelt. Die Ära des auffälligen „Peacocking“ schwindet zusehends und wird durch einen zurückhaltenderen Umgang mit persönlichem Stil ersetzt. Maßgeschneiderte Mäntel, Wollanzüge und klassische Stoffe blieben zwar eine Konstante, die überzeugendsten Looks wurden in diesem Jahr jedoch weniger durch komplette Outfits definiert als durch die Details, die sie ausmachen.
Anstatt den konventionellen Weg zu gehen und klassische Herrenmode-Archetypen in den Mittelpunkt zu stellen, hat FashionUnited beschlossen, den Fokus auf sechs kleine, aber aussagekräftige Details zu legen, die sich bisher unauffällig in die Streetstyle-Szene der Pitti Uomo eingeschlichen haben.
Knöpfe neu interpretiert
Traditionelles Tailoring bleibt eine Säule der Pitti Uomo, wo Schneiderkunst immer gefeiert wird. Doch in dieser Saison ist eine subtile Unregelmäßigkeit aufgefallen. Ein Anzugrevers mag nicht der naheliegendste Ort für Experimente sein, doch die Herren auf der Pitti Uomo bewiesen, dass ein klassisch geschneidertes Jackett mit einer neuen Interpretation der Knopfleiste in dieser Saison der Weg nach vorne sein könnte.
Hier kommt die Sonne
Florenz ist traditionell für seinen sonnenverwöhnten Charme bekannt, doch selbst diese italienische Stadt kann das Wetter nicht bestimmen. Echte Sonnenstrahlen – oder zumindest eine willkommene Lichtquelle – waren in diesem Jahr rar. Stattdessen zeigten sie sich in den gelben Akzenten, die über die Outfits der Messebesucher:innen verteilt waren. Von dezenten Details bis hin zu auffälligen Statements durchbrachen diese Farbtupfer den grauen Himmel, spendeten symbolische Helligkeit und verliehen der Atmosphäre trotz fehlender Sonne Optimismus.
Patchwork
Der Streetstyle auf der Pitti Uomo lebt von Details, und in dieser Saison stach besonders der verspielte Einsatz von Aufnähern hervor. Anstatt auf klassische Muster oder Logos zu setzen, waren viele Looks mit Stoffstücken, gestickten Motiven und aufgenähten Abzeichen versehen. Diese wirkten fast improvisiert und erinnerten an den Charme von handgemachter DIY-Arbeit, Sammlerstücken oder verspielten Personalisierungen, die auf Jacken, Mäntel und sogar Jeans genäht wurden.
Ein Hauch von Boho
Boho wird seit langem mit Damenmode in Verbindung gebracht, doch in diesem Jahr scheint sich der Stil weiterentwickelt zu haben und bringt einen Hauch von Folklore auf das Messegelände der Pitti. Folk-inspirierte Schals, Muster und Strickwaren tauchten in der Menge auf und fügten sich nahtlos in alles ein, von präzisem Tailoring bis hin zu entspannten, lässigen Ensembles.
Ein neuer Mantel in der Stadt
In dieser Saison schien der Dufflecoat die üblichen Favoriten der Messe – den zweireihigen Blazer und den klassischen Trenchcoat – leise zu entthronen. Er erschien in sanften Neutraltönen und langen, karierten Versionen. Getragen wurde er sowohl über maßgeschneiderten als auch über lässigen Looks und verband zeitlose Praktikabilität mit einer modernen, straßentauglichen Ästhetik.
Alles in Khaki
Khaki ist seit langem ein fester Bestandteil der Messe, und dieses Jahr war keine Ausnahme, besonders bei Oberbekleidung. Der erdige Farbton erwies sich als besonders beliebt in Kombination mit gelben Akzenten, die die Blicke modebewusster Besucher:innen auf sich zogen – und sogar die von vierbeinigen Gästen, die vom tarnenden Charme der Farbe ebenso angetan schienen.