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Die Streetstyle-Trends der Mailänder Modewoche S/S21

Von Ole Spötter

20. Okt. 2020

Mode

Die internationalen Modewochen der Saison S/S21 neigen sich dem Ende: Die Trends für den nächsten Sommer stehen. Doch welche Trends haben sich neben dem Laufsteg abgezeichnet, seitdem die Präsentationen auch wieder physisch zugänglich waren?

Die Fashion Week sei spürbar entzerrter und verlangsamt gewesen, fasste Fotograf Nick Leuze zusammen. Durch die Coronavirus-bedingten Reisebeschränkungen blieben auch viele bekannte Gesichter fern und reisten nicht nach Italien, was auch Leuze bestätigte:

„Ich hatte den Eindruck, dass deutlich weniger Gäste eingeladen waren als sonst. Auch viele bekannte Gesichter aus dem internationalen Publikum vor allem aus den USA und auch aus Frankreich haben spürbar gefehlt”, so Leuze.

Auch wenn es noch nicht die Rückkehr zur Normalität war, schien es so als wäre nach den vorigen digitalen Fashion-Week-Formaten die Motivation besonders groß gewesen Streetstyle-Looks zu kreieren – mit und ohne Maske.

Hier sind die Highlights der Mailänder Modewoche S/S21

Ton-in-Ton statt nur Monochrom

Ein Trend der sich in den vergangenen Saisons bereits etabliert hat, bei Designern wie Jacquemus, Adeam oder Jason Wu beliebt sind und auch auf der Straße gerne getragen wird, ist die Ton-in-Ton-Kombination von Ober- und Unterteil in einem speziellen Ton – keine Nuance darüber oder darunter – genau der Ton.

Dieser exakte Tonabgleich ist oft nur durch Zwei- oder Dreiteiler aus einer Kollektion möglich. Die Farbwahl ist dabei breit gefächert und spaltet sich gerade im Spätsommer zwischen knalligen, sommerlichen Farben und eher zurückhaltenden Herbsttönen.

Mehr zum Thema Trendfarben der Saison S/S 21 erfahren Sie hier.

Der Look wird entweder mit ergänzenden Stücken in der Farbe oder einem schlichten Ton wie Weiß oder Cremefarben abgerundet.

Rüschen-Drapage

Rüschen sind meist nur als Zierde an einem Kleidungsstück zu sehen. Bei diesem Trend werden die Falten im Stoff allerdings zum Statement des gesamten Looks und nehmen einen Großteil der Fläche ein.

So werden Oberteile zu gefalteten Kunstwerken, die an die Entwurfstechnik Drapage erinnern [frz. drapé: Faltenwurf; draper: sich in einen Umhang hüllen, Anm. d. Red.]. Der Form sind dabei keine Grenzen gesetzt. Der Einsatz von vielen Rüschen bei Kleidern und Röcken erinnert dagegen eher an die Kleidung des spanischen Tanzes Flamenco. Durch die Bewegung der Falten entsteht eine Dynamik, die die Form des Kleidungsstücks fortlaufend verändert.

E-Girls

Dieser Stil hat seinen Ursprung im Streetstyle oder besser gesagt im E-Style: Kreiert in den Jugendzimmern der GenZ – geboren zwischen 1995 und 2010 – wurde der Look schon von Designern wie Marc Jacobs und Celine-Designer Hedi Sliman adaptiert.

Der Stil der E-Girls hat zwar bestimmte Merkmale die darauf schließen lassen, eigentlich gibt es aber keine Regeln oder einen Stil-Code. Die Trägerinnen spielen mit Gendernormen, bringen eine modernen Mix aus Rave- und Skaterstil, Oversized-Look und Grunge zusammen, und kombinieren Muster, die auf den ersten Blick vielleicht nicht für jeden zusammen passen.

Herren im Vintage-Look

Die Herren auf der Mailänder Modewoche schienen dabei eher typisch-klassisch unterwegs gewesen zu sein: Nadelstreifenanzüge, Lederkombis und schicke Schuhe statt Sportswear, Branding und Sneakers. Gerade die jüngere Generation schien sich herausgeputzt zu haben und präsentierte Vintage-Looks der 70er und 80er.

In der aktuellen Zeit spielt die Einbindung der Maske in das Outfit natürlich auch eine wichtige Rolle. Bei den Masken sind die Grenzen völlig offen: von schlichten Einwegmasken über Drucke und lustige Motive bis zur Steinchen-besetzten Version war alles dabei.

„Es wurden auch draußen fast immer Masken getragen, man hatte das Gefühl das die meisten sich wirklich Mühe gaben sich an die Vorschriften zu halten damit auch in Zukunft wieder Fashion Weeks stattfinden können”, so Leuze.

Fotos: Nick Leuze