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Die Authentizitätskrise der Modebranche: wie man gefälschte Vintage-Luxusartikel erkennt

Der Wiederverkauf von Luxusgütern boomt, und damit auch die Zahl der gefälschten Kleidungsstücke und Accessoires. Modeprofis müssen ihren Blick schärfen, um Wert, Glaubwürdigkeit und Handwerk zu schützen.
Von Don-Alvin Adegeest

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Mode
Echt oder gefälscht? Bild: MessinaHembry.com

Vintage-Kleidung gewinnt an kulturellem Prestige und Wiederverkaufsplattformen befeuern den neuesten Boom der Modebranche. Der Markt für Secondhand-Kleidung von Designer:innen war noch nie so verlockend – und so prekär. Inmitten der Flut von Archivstücken von Gucci, Hedi Slimanes Saint Laurent und Y2K Prada, die digitale Schaufenster und kuratierte Boutiquen bevölkern, gibt es eine Schattenseite: die raffinierte Fälschung.

In einer Zeit, in der Authentizität die Währung ist, ist die Fähigkeit, echte Handwerkskunst von gefälschter Illusion zu unterscheiden, keine Nischenkompetenz mehr: Sie ist ein professioneller Imperativ.

„Da alle online verkaufen können, wurde nicht jedes Stück auf Herz und Nieren geprüft“, sagt Josh Hembry, Chief Operating Officer (COO) des Vintage-Einzelhändlers Messina Hembry, einer Website, die stark mit begehrter Archivmode handelt. „Deshalb ist es wichtig, dass Käufer:innen und sogar erfahrene Stylist:innen wissen, wie man die Anzeichen erkennt.“

Das Team von Messina Hembry, das routinemäßig Stapel von Vintage-Ware durchforstet, bietet sechs pragmatische Tipps, die unterstreichen, wie subtil – und bewusst – die Anzeichen einer Fälschung sein können.

Zuerst: ein Gefühl für Vintage-Stoffe bekommen

Luxus ist taktil. Der Stoff, besonders bei älteren Stücken, ist oft das erste Erkennungsmerkmal. Echte Designer:innenkleidung wird aus hochwertigen Materialien hergestellt, die sich im Laufe der Zeit gut tragen: Kaschmir, der nicht fusselt, Seide, die nicht reißt, Baumwolle, die ihre Form behält. Fälschungen hingegen bestehen oft aus synthetischen Mischungen, die sich nicht gut anfühlen und denen es an Gewicht oder Textur mangelt. Leder, ein beliebtes Ziel von Fälscher:innen, sollte sich geschmeidig und ungleichmäßig genarbt anfühlen, nicht plastisch und gleichmäßig.

Der beste Weg, die Stoffqualität zu beurteilen? Vintage anfassen. Besuchen Sie Secondhand-Läden und berühren Sie echte Stücke aus den 80er- und 90er-Jahren. Lernen Sie das Gefühl einer echten Margiela-Wolle oder eines Chloé-Crepes kennen. Online? Fragen Sie nach einer Nahaufnahme des Textils. Vertrauen Sie Ihrem Instinkt, wenn etwas zu glänzend, dünn oder strukturiert aussieht.

Nähte und Struktur: der Teufel steckt im Detail

Man braucht kein:e Profischneider:in zu sein, um schlechte Verarbeitung zu erkennen. Ungleichmäßigkeiten in den Nähten, insbesondere an Etiketten, Taschen und Säumen, sind ein eindeutiges Indiz. Achten Sie auf lose Fäden, nicht übereinstimmende Garnfarben oder ungewöhnlich dicke Nähte. Hochwertige Kleidungsstücke sind sauber verarbeitet. Etiketten sind oft unsichtbar eingenäht. Wenn Sie eines umdrehen und unordentliche Fäden oder überschüssigen Kleber finden, lassen Sie die Finger davon.

Auch Verschlüsse sind aufschlussreich. Markenreißverschlüsse, oft YKK oder RiRi, sollten leichtgängig sein und sich schwer anfühlen. Knöpfe können diskrete Gravuren tragen. Sogar das Innenfutter sollte durchdacht wirken, nicht wie ein nachträglicher Einfall.

Logos lügen, aber subtil

Logos können täuschen. Während Fälscher:innen die karikaturhaft schlechten Schreibweisen der frühen 2000er-Jahre hinter sich gelassen haben, liegen ihre Fehler jetzt in der Platzierung und Präzision. Eine leichte Dezentrierung, verschwommene Stickereien oder falsch ausgerichtete Muster können den Unterschied zwischen einer echten Dior Saddle Bag und einer überzeugenden Fälschung ausmachen.

Vergleichen Sie immer Details, Logoabstände, Schriftstärke und Etikettennähte mit Bildern aus dem Markenarchiv oder von vertrauenswürdigen Einzelhändler:innen. Verkaufspersonal von echter Ware erwartet diese Fragen; Ausweichmanöver sollten Ihr erstes Warnsignal sein.

Die unsichtbare Handschrift: Pflegeetiketten

Ironischerweise kann eines der aufschlussreichsten Anzeichen für eine Fälschung ein winziges, übersehenes Stück Polyester sein: das Pflegeetikett. Die Marken sind akribisch bei der Standardisierung dieses Textblocks geworden, der oft nicht nur Waschanweisungen, sondern auch das Herkunftsland, die Stoffzusammensetzung und einen Produktcode enthält. Fälschungen können Rechtschreibfehler, falsch ausgerichteten Text oder fehlende Felder aufweisen. Wenn das Etikett ganz fehlt, fragen Sie nach dem Grund.

Es ist erwähnenswert, dass einige Vintage-Stücke, insbesondere aus der Zeit vor den 1980er-Jahren, möglicherweise keine modernen Pflegeetiketten haben. Aber für alles, was vorgibt, neuere Designerware zu sein, ist ein sauberes, informatives Etikett unerlässlich.

Größenangaben sollten Sinn ergeben

Unstimmigkeiten bei den Größenangaben sind ein weiteres Warnsignal. High-End-Marken halten sich in der Regel an regionale Größenstandards und behalten einen proportionalen Schnitt bei. Wenn ein Stück, das als EU 38 gekennzeichnet ist, am Körper wie eine UK 10, an den Armen aber wie eine UK 14 passt, stimmt etwas nicht. Es ist auch ratsam, die Größenetiketten mit dem zu vergleichen, was die Marke in der jeweiligen Ära verwendet hat: Etiketten entwickeln sich weiter, aber nicht willkürlich.

Warum das jetzt wichtig ist

Das Risiko von Fälschungen ist nicht nur eine Frage des persönlichen Bedauerns, sondern auch eine Reputationsfrage für Fachleute, die in der neuen Sekundärwirtschaft der Modebranche tätig sind. Stylist:innen, die für Fotoshootings einkaufen, Einkäufer:innen, die für Kund:innen suchen, und sogar Markenarchivar:innen – sie alle sind zunehmend in Resale-Ökosystemen aktiv, in denen die Authentifizierungsprotokolle sehr unterschiedlich sind.

Da der Wiederverkauf von Luxusgütern bis 2028 weltweit voraussichtlich zu einem 50-Milliarden-US-Dollar-Markt (rund 46 Milliarden Euro) anwachsen wird, ist das Eindringen von Fälschungen kein Randthema. Es ist zentral für die Glaubwürdigkeit des Sektors. Wenn die Modebranche den Wiederverkauf als eine Säule der zirkulären Nachhaltigkeit präsentieren will, muss sie die Authentizitätskrise mit Nachdruck angehen.

Digitale Produktpässe, die gemäß der EU-Ökodesign-Richtlinie für nachhaltige Produkte bis 2026 vorgeschrieben sind, könnten irgendwann als technologischer Schutzschild dienen. Bis dahin liegt die Verantwortung jedoch bei den Käufer:innen, Kurator:innen und Kritiker:innen.

Schließlich geht es beim Problem der Fälschungen nicht nur darum, die Massen zu täuschen. Es geht darum, das Wesen der Mode zu untergraben: Handwerkskunst, Tradition und die Idee, dass manche Dinge, gut gemacht und gut getragen, es wert sind, erhalten zu werden.

Dieser Artikel wurde mithilfe von digitalen Tools übersetzt.

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