• Home
  • Nachrichten
  • Messen
  • Texworld: Wie chinesische Hersteller zwischen Textilinnovation und CSR aufwerten

Texworld: Wie chinesische Hersteller zwischen Textilinnovation und CSR aufwerten

Messen|Bericht
Texworld 2026 Bild: Messe Frankfurt France
Von Florence Julienne

Wird geladen...

Automated translation

Original lesen fr oder en
Scroll down to read more

Die chinesischen Hersteller:innen auf der Messe Texworld Apparel Sourcing, die vom zweiten bis vierten Februar 2026 stattfand, positionieren sich nicht mehr nur als Lieferant:innen für große Volumen. Sie zeigen sich vielmehr als Akteur:innen, die westliche Anforderungen an technologische Innovation und Corporate Social Responsibility (CSR), also Nachhaltigskeitsmanagement, integrieren können. Das beweisen die Unternehmen Oracle, Huaren Linen und Healcell.

Oracle: Spitzentechnologie im industriellen Maßstab für internationale Marken

Oracle ist auf die Entwicklung technischer Stoffe spezialisiert und arbeitet an Textilien mit fortschrittlichen funktionellen Eigenschaften für Outerwear, also Oberbekleidung. Das Unternehmen stützt sich auf eine integrierte Entwicklungsabteilung mit rund 130 Mitarbeitenden, während die Produktionseinheit mehr als 800 Angestellte beschäftigt.

Oracle, Ken Mei Bild: F. Julienne

Die Innovation liegt in der Gestaltung des Textils selbst. Sie kombiniert thermische Leistung mit der Anpassung an die ästhetischen Kriterien des westlichen Marktes. Dazu gehören Farben, Trends und Oberflächenbeschaffenheiten, wie zum Beispiel ein matter Look für Daunenjacken.

Oracle ist ausschließlich für die Gestaltung des Oberstoffs zuständig. Die Füllung der Daunenjacken, wie zum Beispiel Entendaunen, wird von den Kund:innenmarken ausgewählt und bereitgestellt. Damit liegt die Verantwortung für den Tierschutz bei ihnen. Diese Textilien werden in großem Maßstab produziert. Bei einigen Anwendungen, wie Daunenjacken, übersteigen die Volumen mehrere Hunderttausend Einheiten. Der Geschäftsführer Ken Mei spricht von einer Jahresproduktion von rund vierzig Millionen Metern Stoff.

Oracle, Daunenjacke von Bosideng Bild: Messe Frankfurt France

Oracle arbeitet mit 200 Marken zusammen, darunter 80 etablierte internationale Labels. Die Vereinigten Staaten machen 40 Prozent der Geschäftstätigkeit aus. Der amerikanische Markt ist dank eines häufigen Wechsels der Marken dynamisch und stabil. Obwohl Oracle einen Rückgang der Bestellvolumen auf dem europäischen Markt feststellt, macht Europa immer noch 40 Prozent des Umsatzes aus. Zu den Kund:innen gehören Marken wie Mango, Zara, Hugo Boss oder Célio. Der chinesische Markt wächst ebenfalls. Oracle hat eine langjährige Partnerschaft mit dem chinesischen Unternehmen Bosideng.

Huaren Linen: Leinen als Grundlage einer industriellen CSR-Strategie

Oracle Bild: F. Julienne

Das 2003 gegründete Unternehmen Huaren Linen, Teil der Harbin Huaren Group, ist auf die Herstellung von Stoffen aus 100 Prozent Leinen spezialisiert. Es produziert auch Mischgewebe aus Leinen/Viskose, Leinen/Baumwolle, Leinen/Tencel, Leinen/Nylon und Leinen/Polyester Sorona. Sorona ist eine synthetische Faser, die aus Maisglukose hergestellt wird.

Das Unternehmen gibt an, kontinuierlich in sogenannte öko-innovative Materialien zu investieren. Dazu gehören recyceltes Leinen, biologisch abbaubare Polyester und funktionelle Fasern. Ein Beispiel ist die Faser 37.5, die zur Regulierung der Körpertemperatur entwickelt wurde.

Das verwendete Leinen wird hauptsächlich in Nordeuropa angebaut, insbesondere in Frankreich, Belgien und den Niederlanden. Es wird in Form von gekämmten Fasern eingekauft. Die Verarbeitung, einschließlich Spinnen, Weben, Färben und Drucken, findet in China statt. Der Großteil der Produktion ist in Harbin im Nordosten Chinas angesiedelt.

Huaren Linen Bild: Messe Frankfurt France

Huaren Linen betreibt zwei eigene Fabriken für Spinnerei, Weberei und Veredelung. Zusätzlich bestehen industrielle Partnerschaften mit Färbereien und Druckereien. Das Unternehmen unterhält zudem fünf Büros in China und fünf im Ausland, nämlich in New York, London, Tokio, Dhaka und Bangalore. Eigene Vertriebsteams gibt es zudem in Spanien, Italien und Australien.

Die angegebene Produktionskapazität beträgt rund 6.000 Tonnen Fasern pro Jahr. Das entspricht mehreren Zehntausend monatlich produzierten Spulen. Das Versandvolumen liegt bei etwa fünfundzwanzig Millionen Metern Stoff. Das Unternehmen arbeitet für mehr als einhundert internationale Marken. Dazu gehören Marks & Spencer, John Lewis oder FatFace für das Vereinigte Königreich und Monoprix für Frankreich. Der Umsatz lag 2022 bei über sechzig Millionen US-Dollar (rund 55,56 Millionen Euro).

CSR ist in die Unternehmenskommunikation von Huaren Linen integriert. Sie wird als strukturierender Pfeiler der Industrie- und Produktentwicklungsstrategie dargestellt. Die Verpflichtungen werden auf deklaratorischer Ebene formuliert, ohne konkrete Kennzahlen.

Healcell: Biologisch abbaubare Algenfasern für mehr Umweltfreundlichkeit

Healcell ChunMei Liu Bild: F. Julienne

Healcell wurde 2005 gegründet und konzentrierte sich zunächst auf klassische Stoffe. Im Jahr 2008 vollzog das Unternehmen eine strategische Wende. Es richtete sich auf die Erforschung pflanzlicher Komponenten marinen Ursprungs aus. 2013 gelang es Healcell, Fasern aus diesem natürlichen Rohstoff zu gewinnen. Im Anschluss an diese Entwicklungen wurden Patente angemeldet.

Das Verfahren basiert auf einer Extraktion bei niedriger Temperatur und einer Fällung unter Schutzgas. Dieser Umwandlungsprozess findet in einer neutralen Atmosphäre statt, um die Eigenschaften des Materials zu erhalten. Zu den extrahierten Bestandteilen gehören Polysaccharide, also natürliche Moleküle, und Vitamine, die von Natur aus in Algen vorkommen.

Die Algenfasern besitzen bio-antibakterielle, desodorierende, biokompatible, schimmelhemmende und antistatische Eigenschaften. Eine auf der Texworld-Messe vorgestellte Demonstration zeigte, dass einige der entwickelten Fasern auch elektrisch leitfähig sind.

Healcell Bild: Messe Frankfurt France

Healcell beschäftigt fast 300 Mitarbeitende. Das Unternehmen verfügt über vier Industrieparks in der Provinz Shandong im Osten Chinas. Es hält siebzehn Erfindungspatente und gibt an, an der Ausarbeitung oder Überarbeitung von fünf nationalen chinesischen Normen beteiligt gewesen zu sein. Es positioniert sich als einer der wenigen chinesischen Akteur:innen, die die gesamte Technologie der Algenfasern beherrschen.

Die entwickelten Fasern werden in mehreren Sektoren eingesetzt. Dazu gehören funktionelle Textilien, Gesundheit und Wellness, Biomedizin sowie militärische und luft- und raumfahrttechnische Anwendungen.

Textilien aus Algenfasern sind teurer als Standardstoffe. Sie kosten 30 bis 50 Prozent mehr als Viskose oder Modal. Die Mindestmengen sind nicht streng festgelegt. Bei vorhandenem Lagerbestand sind die Mengen flexibel. Bei einer spezifischen Entwicklung fallen Kosten für Forschung und Entwicklung an.

Bisher bestehen kommerzielle Kooperationen hauptsächlich mit chinesischen Sportmarken. Das Unternehmen zielt jedoch auf einen globalen Markt ohne geografische Prioritäten ab. Es werden Schritte unternommen, um Partnerschaften in Europa, den Vereinigten Staaten und Australien aufzubauen. Dies ist die erste Teilnahme von Healcell an der Messe Texworld Paris.

Entwicklungen, die die veränderte Rolle chinesischer Hersteller:innen in der Textilbranche verdeutlichen

Die Fälle von Oracle, Huaren Linen und Healcell beleuchten verschiedene industrielle Ansätze, die auf der Texworld vorgestellt wurden. Diese Beispiele zeigen eine schnelle Anpassungsfähigkeit an die Erwartungen der internationalen Märkte.

„Sobald es eine Marktnachfrage nach nachhaltigen, hochwertigen oder erschwinglichen Produkten gibt, passen sich die chinesischen Hersteller:innen an und reagieren darauf“, erklärt Julien Schmoll gegenüber FashionUnited. Schmoll ist Marketing- und Kommunikationsdirektor von Messe Frankfurt France, dem Veranstalter der Texworld Apparel Sourcing. „Sie sind reaktionsschnell, suchen den direkten Kontakt zu den Kund:innen und können manchmal auch hartnäckig sein.“

Diese Dynamik bestätigt die Rolle Chinas nicht mehr nur als Produktionsstandort. China ist vielmehr ein aktiver Gestalter des Wandels in der globalen Textilindustrie.

Dieser Artikel wurde mithilfe von digitalen Tools übersetzt.

FashionUnited nutzt Künstliche Intelligenz, um die Übersetzung von Artikeln zu beschleunigen und das Endergebnis zu verbessern. Sie helfen uns, die internationale Berichterstattung von FashionUnited einer deutschsprachigen Leserschaft schnell und umfassend zugänglich zu machen. Artikel, die mithilfe von KI-basierten Tools übersetzt wurden, werden von unseren Redakteur:innen Korrektur gelesen und sorgfältig bearbeitet, bevor sie veröffentlicht werden. Bei Fragen oder Anmerkungen wenden Sie sich bitte per E-Mail an info@fashionunited.com

Apparel Sourcing
Messe Frankfurt
Sourcing
TexWorld