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Messeauftakt von Premium und Seek: Mit neuen Konzepten gegen die Krisenstimmung

Von Jan Schroder

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Messen

Die Berliner Modemessen Premium und Seek feiern einen gelungenen Auftakt Bild: FashionUnited

Wie die Weltlage insgesamt war auch die Berliner Messelandschaft in den vergangenen Jahren von Unsicherheiten und Umbrüchen geprägt. Permanente Umzüge, Abschiede, Insolvenzen und mehr oder weniger gelungene Neustart-Versuche ließen erste Zweifel an der Zukunft der Hauptstadt als international relevantem Standort aufkommen.

Umso erfreulicher war der Eindruck, den die Messen Premium und Seek am Dienstag, dem ersten Veranstaltungstag der aktuellen Sommersaison, zu vermitteln wussten. Die augenfälligen Neuerungen wurden von den zahlreich erschienen Fachbesucher:innen höchst positiv aufgenommen, das strahlende Hochsommerwetter tat ein Übriges, um für erstaunlich gute Stimmung in schwierigen Zeiten zu sorgen.

In Sommerlaune: Besucher:innen auf den Berliner Messen Bild: FashionUnited

Neuerungen prägen die Messen

Einiges hatte sich im Vergleich zur vorigen Ausgabe verändert. Zum ersten Mal seit dem Winter 2020 fand die Premium wieder auf dem Gelände des früheren Postgüterbahnhofs am Gleisdreieck statt – und umgehend wurde deutlich, wie wichtig die richtige Location für die Atmosphäre einer Messe ist. Die historischen Hallen, die schon bis zum Ausbruch der Covid-19-Pandemie lange Jahre Domizil der Premium gewesen waren, boten den zwischenzeitlich vermissten stimmungsvollen Rahmen für die gezeigten Kollektionen, nachdem die Messe zuletzt zwei Saisons im eher sterilen Messegelände unter dem Funkturm gastiert hatte.

Neu war auch, dass die ebenfalls zur Premium Group gehörende, eher auf Sportswear, Denim und klassische Freizeitmode ausgerichtete Schwestermesse Seek erstmals die Hallen mit der Premium teilte. Beide Formate wahrten ihre bewährten Profile, ergänzten sich aber unter dem gemeinsamen Dach zu einem schlüssigen und umfassenden Gesamtbild.

Gut besucht: Die Seek feiert ihre Premiere am Gleisdreieck Bild: FashionUnited

Die Markenauswahl ist schlüssiger als zuletzt

Gerade auf der Premium war zudem ein schärferer Fokus bei der Auswahl der ausstellenden Marken augenfällig. Hatten zuletzt im Winter noch gigantische Stände wenig aufregender Mainstream-Anbieter die Hallen dominiert, waren diese nun größtenteils verschwunden. Das Markenspektrum war wieder vielfältiger, spannender und schlüssiger – und lud die Einkäufer:innen somit wieder zu echten Entdeckungstouren ein.

Neue Markenvielfalt auf der Premium Bild: FashionUnited

Seit jeher zählen die Premium-Macher:innen den Akt des „Kuratierens“ zu ihren Stärken. Diesmal kam die gezielte Selektion der teilnehmenden Marken besonders positiv zum Tragen. Mit dem minimalistisch-eleganten Showroom des Fashion Council Germany fanden zudem sogar ausgewählte avantgardistische Jungdesigner:innen ihren Platz auf der Messe.

HINTERGRUND
Lesen Sie auch diesen Hintergrund-Beitrag über die Bedeutung von Messen für die Modeindustrie.
Der Showroom des Fashion Council Germany Bild: FashionUnited

Die Krisen werden nicht ausgeblendet

Die zahlreichen weltweiten Krisen wurden jedoch beileibe nicht ausgeblendet. An herausgehobener Stelle präsentierten sich Labels aus der Ukraine und standen damit stellvertretend für den Krieg und seine allgegenwärtigen Auswirkungen auf Wirtschaft und Gesellschaft.

Starkes Zeichen: Labels aus der Ukraine präsentieren sich auf der Premium Bild: FashionUnited

Das weiterhin brennend aktuelle Thema Nachhaltigkeit war auf verschiedenen Ebenen präsent – im etablierten Seek-Bereich „Conscious Club“ mit seinen umweltbewussten Marken, aber auch in den Podiumsgesprächen im sogenannten „Content Cube“, die sich den derzeitigen Herausforderungen der Branche widmeten. Zur Sprache kam dort eine Vielzahl von Umbrüchen, die den Modehandel im Moment beschäftigen.

Nachhaltigkeit im Fokus: Der Bereich „Conscious Club“ Bild: FashionUnited

Die Wandlungen in der Mediennutzung und im Einkaufsverhalten wurden dort ebenso debattiert wie etwa die Auswirkungen des steigenden Einsatzes von KI auf die Bekleidungsindustrie und den Handel. Neben kritischen Analysen der in vielen Bereichen nicht eben rosigen Lage der Branche ging es allerdings gezielt darum, Zukunftsperspektiven zu eröffnen und dem weit verbreiteten Pessimismus so weit wie realistisch möglich Aufbruchsstimmung entgegenzusetzen.

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