Vor 20 Jahren starb Gianni Versace, die Modemarke gibt es seit 40 Jahren. Eine Ausstellung in Berlin erinnert an den legendären Italiener, mit dem sich viele prominente Namen verbinden.

Sting hat in Versace geheiratet. Supermodel Naomi Campbell zwängte sich in ein Lederkleid aus der Bondage-Kollektion, das jetzt in einer Berliner Ausstellung über den italienischen Designer hängt. «Ich frage mich, wie sie da reingekommen ist», sagt Kuratorin Saskia Lubnow am Dienstag beim Rundgang. Gianni Versace wurde in den 80er und 90er Jahren mit seinen opulenten Kollektionen berühmt. Er hat die Ära der Supermodels mitgeprägt. Gerade läuft bei Sky eine Fernsehserie über den Mordfall Versace.

Vor mehr als 20 Jahren wurde der Designer vor seiner Villa in Florida erschossen, er wurde nur 50 Jahre alt. Zu seiner Beerdigung kamen Stars wie Elton John und Prinzessin Diana. Heute gibt es weltweit Sammler, die nicht nur Versace tragen, sondern mit seiner Welt leben. Einem davon gehört das Kopfteil des Versace-Betts. Eigentlich sollte im Berliner Kronprinzenpalais eine Nachbildung des Versace-Schlafzimmers zu sehen sein. Das hat nicht geklappt.

Dafür gibt es viel Mode aus privatem Besitz, drapiert an Puppen. Die Veranstalter sprechen von 120 Outfits. «Viele Millionen» sind die Kreationen wert, die nach Berlin gebracht wurden, nach Angaben der Organisatoren ist es die bisher größte Versace-Retrospektive. Die Mode ist prall und bunt, ein Kontrast zum grauen Winter draußen: von Herzen auf knallroten Männerhosen über Pop-Art bis hin zu den typischen goldverschnörkelten Barock-Mustern. Lady Gaga, Madonna, Claudia Schiffer, Prinzessin Diana: Sie alle haben Versace getragen.

Eine Markenwelt wie keine andere

Der Designer hat die Modewelt verändert, ein Kontrast zu Puristen wie Giorgio Armani. «Er hat die ganze norditalienische Modeindustrie aufgemischt», sagt Kurator Karl von der Ahé. Heute kann man Versace, der auch als schwule Ikone gilt, aus vielen Blickwinkeln betrachten. «Das macht ihn für uns und für die Zeit interessant.» Versace habe lange vor Instagram-Zeiten eine Markenwelt entwickelt wie kein anderer.

Mit der Marke von heute beschäftigt sich die Ausstellung nicht. «Versace hat nicht mehr so ein starkes Profil, wie es damals war», sagt der Kurator. Die Räume sind thematisch gegliedert. In einem Saal hängen beispielsweise die bunt bedruckten Seidenhemden für Männer, in Vitrinen sind Entwürfe des Versace-Zeichners Bruno Gianesi zu sehen.

Woran die Ausstellungsmacher auch erinnern: Die erste große Show des Designers war nicht in Mailand, sondern vor 40 Jahren in Lippstadt in Westfalen. Das war dem Händler Albert Eickhoff zu verdanken. Eickhoff stand auf der Gästeliste zur Eröffnung der Berliner Ausstellung, ebenso wie Marcus Schenkenberg, der das männliche Lieblingsmodel von Versace gewesen sein soll. (dpa)