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Die erste ‚Africa Fashion‘-Ausstellung wird in London eröffnet

Von AFP

1. Juli 2022

Kultur

Bild: Carlos Jasso / AFP

Großbritanniens bisher umfangreichste Ausstellung über afrikanische Mode wird in London eröffnet. Sie zeigt Designs der Vergangenheit und Gegenwart sowie das vielfältige Erbe und die Kulturen des Kontinents.

‚Africa Fashion‘ heißt die Ausstellung, die ab Samstag im Victoria and Albert (V&A) Museum zu sehen ist. Sie ist die erste Ausstellung des Landes, die diesem Thema gewidmet ist.

Die Kuratorin des Projekts, Elisabeth Murray, sagte, dass die Schau einen „Einblick in den Glamour und die Politik der Modeszene“ geben werde.

„Wir wollten die erstaunliche afrikanische Modeszene von heute feiern. Also die Kreativität all der Designer:innen, Stylist:innen und Fotograf:innen und die Inspiration, die dahinter steckt“, sagte sie gegenüber AFP.

Die Ausstellung umfasst Objekte, Skizzen, Fotos und Filme aus dem gesamten Kontinent, angefangen von den Jahren der afrikanischen Befreiung in den 1950er bis zu den 1980er Jahren bis hin zu aufstrebenden zeitgenössischen Designer:innen.

Die leitende Kuratorin Christine Checinska bezeichnete die Ausstellung als „Teil des fortlaufenden Engagements des V&A, die Arbeit von Kreativen aus Afrika in den Fokus zu rücken“.

Globale Anti-Rassismus-Bewegungen, darunter Black Lives Matter, haben Großbritannien gezwungen, seine spaltende koloniale Vergangenheit neu zu bewerten, von Museumssammlungen und öffentlichen Denkmälern bis hin zum Geschichtsunterricht in den Schulen.

Das V&A wurde 1852 gegründet, als Großbritannien unter Königin Victoria sein globales Imperium ausbaute, darunter in den folgenden Jahrzehnten auch in Afrika.

Aber Checinska sagte, die afrikanische Kreativität sei „im Museum weitgehend ausgeschlossen oder falsch dargestellt worden, was auf die historische Trennung zwischen Kunst- und ethnographischen Museen zurückzuführen ist, die sich aus unseren kolonialen Wurzeln und eingebetteten rassistischen Annahmen ergibt“.

„Die Gespräche und Kooperationen, die die Entstehung der ‚Africa Fashion‘-Ausstellung geprägt haben, sind ein Testfeld für neue, gerechte Wege der Zusammenarbeit, die es uns ermöglichen, uns das V&A der Zukunft vorzustellen und es ins Leben zu rufen“, fügte sie hinzu.

Die ehrgeizige Ausstellung, die ein breites Spektrum an afrikanischen Designs, Textilien und Einflüssen zeigt, ist ein Weg, dieses Ungleichgewicht zu beseitigen, sagte sie.

Eine „Feier der Kultur“

Einleitend gibt es einen Abschnitt über die „Afrikanische kulturelle Renaissance“, in dem Protestplakate und Literatur aus den Unabhängigkeitsbewegungen gezeigt werden, die sich in Verbindung mit der Mode entwickelt haben.

‚The Vanguard‘ ist die zentrale Attraktion und zeigt ikonische Werke bekannter afrikanischer Designer:innen wie Alphadi aus Niger, Shade Thomas-Fahm aus Nigeria und Kofi Ansah aus Ghana.

Eine Vielzahl afrikanischer Textilien und Handwerkstechniken wie Perlenstickerei und Raffiabast werden in innovativen Designs mit kulturübergreifenden Einflüssen verwendet.

Die Entwürfe von Thomas-Fahm zum Beispiel haben die traditionelle afrikanische Kleidung für die „kosmopolitische, arbeitende Frau“ neu erfunden.

Andere Ausstellungen – mit Namen wie ‚Afrotopia‘, ‚Cutting-Edge‘ und ‚Mixology‘ – erforschen Mode neben Themen wie Nachhaltigkeit, Gender, Ethnien und sexueller Identität.

Ein Highlight ist das Kunstwerk, das der marokkanische Designer Artsi speziell für die Ausstellung entworfen hat.

Es handelt sich um ein Stück, das vom britischen Trenchcoat und dem muslimischen Hijab inspiriert ist und sich mit der Frage beschäftigt, wie man „Afrika in England präsentieren kann“, sagte er gegenüber AFP.

Indem er eine „Meditation über unsere gemeinsame Menschlichkei“ entwirft, betont Artsi die Schönheit der afrikanischen Mode, die „nicht aus einer Quelle kommerzialisierter Kleidung stammt“.

Sie komme stattdessen „aus einer Quelle des Erbes und des Feierns der Kultur“, fügte er hinzu.(AFP)

Dieser Artikel wurde zuvor auf FashionUnited.uk veröffentlicht. Übersetzung und Bearbeitung: Barbara Russ

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