Verleihservices: Warum gerade Herrenmodemarken darauf setzen sollten

Verleihservices für Mode erreichen immer neue Zielgruppen und Märkte. Mehr als je zuvor suchen die Verbraucher heute nach Praktikabilität, Bequemlichkeit und Erschwinglichkeit - das spielt dem Modell in die Hände.

So hat die amerikanische Verleihplattform CaaStle nun ihren Service erstmals auf Großbritannien ausgeweitet und ist eine Partnerschaft mit L.K. Bennet für Damenbekleidung sowie eine Partnerschaft mit Moss Bros. für Herren eingegangen. So bringt CaaStle mit der Lancierung der Moss Box den ersten Abo-Service für Herrenmode in Großbritannien auf den Markt.

Doch international ist Moss Bros. nicht das erste Herrenausstatter-Label, das sich in die Welt des Verleihs wagt. CaaStle hat bereits die Herrenmietservices von Scotch & Soda und Express unterstützt - jeweils unter dem Namen Scotch Select und Express Men's Style Trial. Für weniger als 100 Dollar pro Monat können Männer bei diesen Diensten jeweils drei Kleidungsstücke mit einer unbegrenzten Anzahl von Tauschmöglichkeiten mieten. Und die Marken lernen, dass dies ein erfolgreicher Weg ist, um ihren Kundenstamm zu erweitern und männliche Kunden gezielt anzusprechen.

„Der männliche Verbraucher eignet sich gut für innovative Modelle, und die Marken beginnen zu erkennen, dass diese Generation von männlichen Verbrauchern viel modebewusster ist [als frühere Generationen]“, sagte Christine Hunsicker, Gründerin und CEO von CaaStle, gegenüber FashionUnited. „Das ist es, was den Verleih zu einem so mächtigen Werkzeug für die Marken macht, weil sie eine Menge ihrer Ware direkt in die Kleiderschränke der Männer bekommen können.“

Daten haben gezeigt, dass Männer sich bei Verleihdiensten mit einer „gesunden Rate“ anmelden und durchschnittlich acht Artikel pro Monat erhalten. Hunsicker berichtet, dass die meisten dieser Kunden am Ende sehr zufrieden mit den Styles sind, die sie mieten und dass sie schließlich mehrere Artikel kaufen, um sie zu behalten.

Die Plattform von CaaStle ermöglicht es Einzelhändlern und Modemarken, ein abonnementbasiertes Mietmodell mit einer Kaufoption anzubieten. Dieser Service führt typischerweise zu einer stärkeren Kundenbindung im Vergleich zum traditionellen Einzelhandel allein.

Hunsicker erklärte, dass Einzelhändler mit Mietangeboten für Herrenmode erfolgreich sind, weil männliche Konsumenten dazu neigen, innovative Einzelhandelsmodelle schneller anzunehmen als Frauen. Männer im Alter zwischen 25 und 45 Jahren sind die häufigsten Mieter, da diese Generation technikinteressiert und modebewusst ist. Außerdem ermöglicht das Mieten von Kleidung den Verbrauchern, ihren persönlichen Stil zu erweitern.

„Es gibt einen großen Preisvorteil beim Mieten“, sagt Hunsicker und erklärt, dass Scotch Select-Nutzer für eine Pauschalgebühr von 99 US-Dollar im Durchschnitt acht Artikel pro Monat mieten, die einen kombinierten Verkaufswert von 1500 US-Dollar hätten.

Sie sagt weiter: „Die Verbraucher sind in der Lage, viel mehr Produkte zu bekommen, und das hilft Männern, bei ihrer Auswahl experimenteller zu sein. Das ist ein großer Vorteil: die Möglichkeit, mit Kleidung auf eine Weise zu experimentieren, die vorher vielleicht einschüchternd war. Jetzt ist der Kunde in der Lage, zu experimentieren und so viel mehr von der Bandbreite dessen zu erleben, was Express oder Scotch and Soda zu bieten haben."

Von den Mietservices profitieren Einzelhändler ebenso wie Verbraucher

„Angesichts des Modells und der Art und Weise, wie wir den Service betreiben, sind [Mietservices] wirklich gute, profitable Geschäfte für Marken", so Hunsicker. Und die Vorteile enden nicht bei der Rentabilität. Mit der Lancierung eines Verleihservices können Einzelhändler neue Kunden erreichen, die typischerweise jünger sind als der bestehende Kundenstamm der Marke. Es handelt sich um Verbraucher, die sich für das Angebot der Marke interessieren, aber weniger Geld ausgeben möchten als die Einzelhandelspreise, und der Verleih macht dies möglich.

Zudem sprechen Verleihdienste Verbraucher an, die nur selten bei einer Marke einkaufen oder vielleicht nur Sale-Artikel kaufen.

„Mit einem Mietservice können Sie mehr Geld von diesen Verbrauchern zu Ihnen fließen lassen", erklärt Hunsicker. Mit Mietservices können Marken eine regelmäßige Interaktion mit den Verbrauchern aufbauen, und zwar über einen längeren Zeitraum hinweg. Und sie erreichen jüngere Zielgruppen und Verbraucher, die vielleicht noch mit einem Kauf gezögert haben. „Im Grunde genommen geht es um diese Kombination aus Wert und Vielfalt“, sagt Hunsicker.

Foto: Hidden Identities, 2019

 

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