Kindermode bei Geschwisterherz in Kempen: „Wir hätten es nicht woanders gemacht“
Die Kindermodeboutique Geschwisterherz in Kempen am Niederrhein führt ein hochwertiges Sortiment an Bekleidung und Accessoires für Babys, Kinder und Teenager an. Das Angebot umfasst Marken wie Jack & Jones, Morgenstern, Stella, Hansekind, Feetje und andere, etwa aus Dänemark und den Niederlanden. Der Name des Geschäfts spiegelt dabei die Philosophie der Inhaberinnen wider – die Schwestern Oxana Jakob und Swetlana Schmidt –, die ihre Kund:innen mit viel Herzlichkeit betreuen.
Schmidt brachte sechs Jahre Erfahrung von Seekatz Coole Mode für Kinder mit, bevor sie gemeinsam mit ihrer Schwester am 1. Juli 2024 das Ladenlokal am Studentenacker 7 von Claudia Seekatz übernahm. Nach einem Umbau und einer Umsortierung blieb der treue Kund:innenstamm dem Geschäft erhalten. Die Kundschaft schätzt besonders die Expertise der beiden Inhaberinnen, die als Mütter ihre jungen Kund:innen und deren modische Vorlieben bestens kennen. In einem Gespräch mit FashionUnited gaben die passionierten Einzelhändlerinnen Einblicke in die Entwicklung ihres Ladens, aktuelle Kindermodetrends und den Standort Kempen.
Worauf kommt es bei der Kindermode an? Wollen die Kund:innen eher coole Klamotten oder ist Funktion weiterhin das A und O?
Unsere Kundschaft kauft tatsächlich nur nach Trend, gerade Kinder ab Größe 140, also die Teenager. Wenn es etwas Neues gibt, zum Beispiel auf TikTok, dann merken wir das gleich. Das ist nicht immer einfach, da man ein Jahr im Voraus planen muss, aber wir verlassen uns da auf unsere Lieferant:innen, die wissen das.
Welche Farben bestimmen derzeit die Saison?
Die Farben sind nach wie vor sehr gedeckt und pastellig; die Farbe der Saison war aber Zitronengelb.
Ist die Beratung wichtig?
Ja, die Beratung ist auf jeden Fall wichtig. Wir vertreiben rund 90 Prozent der verkauften Produkte mit Beratung. Dabei haben wir als Fachhändlerinnen einen Vorteil. Kinder wollen oft nicht, was die Eltern empfehlen, aber wenn wir das gleiche empfehlen, ist es ganz anders.
Welche Produkte laufen derweil besonders gut bei Ihnen?
Im Moment laufen Einschulungsoutfits und dazugehörigen Accessoires sehr gut. Auch unser Stickservice wird super angenommen. Wir bieten personalisierte Handtücher in Schultütenform an. Diese eignen sich zum Beispiel für den Schwimmunterricht hervorragend und werden immer gerne verschenkt.
Gibt es irgendwelche Motive oder Figuren, die gut laufen oder besonders angesagt sind?
Das kann man schlecht verallgemeinern. Bei den jüngeren Kindern, den Mini Mädchen von 3 bis 8 Jahren, sind klassische Motive wie Pferde, Schmetterlinge und Marienkäfer angesagt, aber auch Glitzer, Pink und Tüll. Bei den größeren Kindern - Mädchen und Jungen - liegt tatsächlich Kleidung ohne Motive und Figuren im Trend. Bei den Babys sind gedeckte Farben wie Beige angesagt, oft zum Erstaunen von Familienmitgliedern, die ein passendes Geschenk suchen.
Was sind sonst beliebte Produkte?
Wir haben viel Laufkundschaft, die gerne stöbert. Zum Saisonwechsel wird Neues gekauft, bei den Jeans merken wir das etwa ab September; dann kommt auch die Wintergarderobe.
Aus der Umgebung gehen im Moment Musselintücher und Mützen aus Viersen sehr gut beziehungsweise Kuschelbuchstaben direkt hier aus Kempen. Neben Marken aus dem In- und Ausland fördern wir natürlich auch sehr gern lokale Marken.
Wie locken Sie Ihre Kund:innen in den Store?
Unsere Schaufenster werden saisonentsprechend mit viel Liebe zum Detail dekoriert. Gerade haben wir das „Back to School“-Thema mit überdimensionalen Stiften und schönen Einschulungsoutfits aufgegriffen.
Wir schalten auch mehrmals im Jahr Anzeigen in den regionalen Zeitungen und nutzen auch andere Medien, wie zum Beispiel in Lokalzeitungen, beim Stadtjournal Kempen Life, Kinowerbung oder Radiowerbung, die bei einem lokalen Rewe-Markt für einen bestimmten Zeitraum im Hintergrund läuft.
Als Eltern wissen wir zudem, wo sich Kinder und ihre Eltern aufhalten und wo andere Werbung machen. So haben wir etwa jüngst in der Sporthalle über Banner geworben. Zudem kommunizieren wir über Instagram unsere kurzfristigen Aktionen und zeigen unsere Neuheiten und Kollektionen. Seitdem wir hier auf der Straße sind, haben wir viel mehr Kund:innen-Frequenz, weil wir so viel Werbung machen.
Wo kommt Ihre Kundschaft her, aus Kempen oder aus dem Umkreis?
Wir haben, wie gesagt, viel Laufkundschaft, die wegen der Stadt Kempen kommt, aber auch Stammkundschaft direkt aus Kempen beziehungsweise aus dem Umkreis, schätzungsweise aus einem 20 Kilometer Radius, die gezielt wegen des Geschäfts kommt.
Wie sieht es mit der Konkurrenz aus, gibt es sie direkt in Kempen?
Da gibt es eigentlich keine. Es gibt noch den Mama- und Kind-Laden – Radieschen – , aber wir decken unterschiedliche Marken und Zielgruppen ab und schicken uns auch gegenseitig Kundschaft, wenn wir wissen, dass die andere das Gewünschte hat.
Es gibt Ernsting’s Family and C&A in Kempen, die Kinderbekleidung führen, aber eben kein Kindermodefachgeschäft. Zudem bieten wir auch die Rücknahme an, sollte ein Kleidungsstück nicht passen, etwa wenn es als Geschenk gekauft wurde, oder falls das Kind es nicht mag. Das unterscheidet uns vom Nicht-Fachhandel.
Welche Strategie fahren Sie für die kommende Order-Runde?
Wir vertrauen auf unser Bauchgefühl und verlassen uns auf unsere Vertreter:innen. Da wir selbst Mütter sind und viele Kinder sehen und kennen, können wir gut einschätzen was ankommen wird und was nicht. Ebenfalls spielt die langjährige Erfahrung eine Rolle.
Haben Sie Ihr Budget angepasst?
Unser Budget wird jede Saison überarbeitet und angepasst. Wir versuchen aber, ungefähr im gleichen Rahmen zu bleiben, da auch die Nachfrage ungefähr gleich bleibt. Sollte einmal ein Produkt überbleiben, wird es entweder bis zur nächsten Saison eingelagert oder reduziert abverkauft.
Planen Sie auch neue Marken in Ihr Sortiment aufzunehmen?
Wir legen uns nicht fest, haben jedoch unsere Basismarken. Wir hören aber auch unseren Kund:innen zu und probieren neue Marken auf deren Empfehlung aus. Wenn wir auf Messen sind und Neuheiten sehen, die uns überzeugen, dann werden diese ebenfalls aufgenommen.
Stichwort Messen – wo ordern Sie und wo sammeln Sie neue Inspirationen?
Überwiegend auf Messen wie der 4-Kidz in Neuss, Supreme Kids in München oder Kindermoden Nord.
Was sind die umsatzstärksten Zeiten/Saisonen?
Die Herbst-/Wintersaison, aber auch Weihnachten, Kommunion.
Was macht die Innenstadt von Kempen besonders?
Die Kempener Innenstadt ist sehr gut belebt und hat noch sehr viele innhaber:innengeführte Geschäfte. Auch der Werbering ist sehr aktiv und führt viele Aktionen und Feste durch, was uns auch Tourist:innen in die Innenstadt lockt. All das trägt zur Attraktivität des Standorts bei; wir hätten es nicht woanders gemacht.
Was fehlt Ihnen dort, um die Frequenz zu steigern?
Wir können uns nicht beschweren. Die Innenstadt ist kreisförmig aufgebaut und die Kund:innen durchlaufen fast automatisch alle Einkaufsstraßen.
Was würden Sie sich von der Stadt/Kommune wünschen?
Die Kosten für die Parkplätze sollten gesenkt werden, damit die Kund:innen einen höheren Anreiz haben, einkaufen zu kommen.
Gibt es eine App, über die sich die Inhaber:innen verständigen? Wie bleiben Sie sonst in Kontakt?
Wir verständigen uns über WhatsApp-Gruppen und regelmäßigen Veranstaltungen.
Gibt es gemeinsame Initiativen, die Straße bekannt zu machen, etwa in den Sozialen Medien oder durch Veranstaltungen vor Ort?
Ja, jede Straße hat eine:n Straßenmeister:in über die verschiedene Aktionen oder Dekorationen der Straße kommuniziert werden. Wir sind Straßenmeisterinnen für unsere Straße, daher dekorieren wir viel, stellen Blumenkübel auf und pflegen natürlich auch unsere Umgebung. Man versucht, seine Straße hervorzuheben und diese zu bewerben.
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