Inditex stärkt Oysho mit neuem Ladenkonzept
Der spanische Modekonzern Inditex sieht in Oysho einen der wichtigsten Hebel für seine nächste Wachstumsphase. Am Donnerstag, dem 3. September 2026, hat die Damen-Sportmodekette in der Rúa do Príncipe 25 im Zentrum von Vigo einen Flagship-Store eröffnet, der das neue Ladenkonzept der Marke erstmals zeigt.
Der Store belegt alle fünf Etagen eines historischen Gebäudes, etwas mehr als 500 Quadratmeter davon auf drei Etagen als Verkaufsfläche. Bislang war Oysho in Vigo nur im Einkaufszentrum Gran Vía vertreten. Inditex festigt mit der Eröffnung zugleich seine Position in der zentralen Einkaufsstraße der galicischen Stadt, in der bereits Zara, Zara Home, Pull&Bear und Massimo Dutti liegen; Bershka und Stradivarius folgen in der angrenzenden Rúa de Urzáiz.
Ein Gebäude mit lokaler Geschichte
Das Haus ist in Vigo bekannt, weil dort einst das Fotostudio Estudio Pacheco untergebracht war, dessen Ursprünge bis 1870 zurückreichen. Die Stadtverwaltung erwarb das Fotoarchiv, das heute den Grundstock des Archivo Fotográfico Pacheco in der Casa de las Artes bildet.
Bei der Renovierung hat Oysho markante Elemente des Gebäudes erhalten und in die Verkaufsräume integriert, darunter freigelegte Granitwände mit Korbbögen, Oberlichter und große Glasgalerien. Ein verglaster Innenhof verbindet die Etagen vertikal und stellt eine Sichtachse zwischen ihnen her. Nach Angaben der Kette kontrastiert dabei traditionelle galicische Architektur mit modernen Materialien, der Originalstein trifft auf durchgehende Zementböden, weiße Flächen, dunkle technische Hölzer und verschiedene Metalle in den Möbeln.
Weg von Nike, näher an Canada Goose
Das Konzept folgt der Premiumisierung, die Inditex konzernweit über sein Markenportfolio zieht. Es entfernt sich von der rein sportlichen Ästhetik, wie sie Stores von Nike, Adidas oder Lululemon prägt, und nähert sich der modischeren Welt gehobener Outdoor-Marken wie Moncler oder Canada Goose an – dem Einkaufserlebnis von Canada Goose besonders deutlich. Die Botschaft an das Publikum lautet, dass Oysho nicht nur eine Sportmarke sein will, sondern eine modische. Angedeutet hatte sich diese Wende schon 2024 bei der Eröffnung des Oysho-Stores in Mailand.
Auffällig ist dabei, wie stark die Fläche auf den Standort zugeschnitten ist. Die Kette scheint auf Läden zu setzen, deren Sortiment die Umgebung und die lokalen Bedürfnisse aufnimmt.
Gorpcore im Erdgeschoss, Padel im ersten Stock
Genau das zeigt die Sortimentsgliederung. Das Erdgeschoss ist dem Trend Hike & Gorpcore gewidmet, der Wander- und Bergästhetik verbindet und Outdoor-Mode für Stadt und Wanderung gleichermaßen tauglich macht – in Vigo und in ganz Galicien ein naheliegendes Thema. Direkt am Eingang stehen Looks, die technische Outdoor-Kleidung mit sportlichen Basics kombinieren, kenntlich vor allem am Layering.
Der erste Stock gehört den Running-Kollektionen und den Basics der Marke, von den neuesten Sneaker-Modellen bis zu Leggings, ergänzt um einen eigenen Bereich für die Padel-Linie. Padel gehört zu den strategisch wichtigsten Sportarten der Kette. Im zweiten Stock folgen das komplette Schuhsortiment, die Accessoire-Linie und die Studio-Kollektion mit Kleidung und Zubehör für Yoga, Barre und Pilates.
Jede Etage ist damit um eigene Disziplinen und Produktkategorien herum gegliedert. Produkt, technische Innovation und Sportdisziplinen sollen im selben Raum koexistieren – allerdings aus einer betont gehobenen, modischen Perspektive.
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