Inditex setzt auf Korea: Neuer Zara-Flagship-Store mit Zacaffè in Seoul
Wenige Wochen nach dem ersten freistehenden Massimo-Dutti-Store des Landes unterstreicht Inditex erneut die Bedeutung Südkoreas als Wachstumsmarkt. Der spanische Modekonzern hat in Seoul einen Flagship-Store seiner umsatzstärksten Kette Zara eröffnet, samt einem Zacaffè, dem nach bisherigen Erkenntnissen zweiten der Kette in der Stadt.
Der Store liegt an der Gangnam-daero 459 im Stadtteil Seocho, einer der belebtesten Einkaufsstraßen Seouls, und verteilt mehr als 2.130 Quadratmeter Verkaufsfläche auf drei Etagen. Dort zeigt Zara die aktuellen Damen- und Herrenkollektionen im jüngsten Store-Konzept der Kette, das Omnichannel-Technologie mit klar geschnittener Architektur und Bezügen zur lokalen Kultur verbindet.
Das Konzept sei von der Harmonie zwischen modernem Design und koreanischem Kulturerbe inspiriert, teilte Zara mit. Entworfen hat den Store das hauseigene Architekturstudio der Kette. Die Farbpalette bleibt zurückhaltend und wird von Grau-, Schwarz- und Brauntönen bestimmt, dazu kommen Beton, Metall und Holz sowie große Fensterfronten, durch die Tageslicht in die Flächen fällt. Volumen und Ebenen trennen die Bereiche und verbinden sie gleichzeitig, sodass ein durchgehender Rundgang durch die Zonen entsteht.
Kapselkollektion nach Hanbok-Vorbild
Zur Eröffnung hat Zara die Kollektionen von Zara Woman und Zara Man um eine Sonderkollektion ergänzt, die traditionelle koreanische Ästhetik zeitgenössisch interpretiert. Die Damenlinie orientiert sich am Hanbok, der traditionellen koreanischen Tracht, die Herrenlinie an koreanischer Streetwear. Dazu bietet die Kette an diesem Standort ihre neuesten Omnichannel-Services an, die den Einkauf im Laden und online verbinden sollen.
Koreanische Kunst und das zweite Zacaffè der Stadt
Im gesamten Store sind koreanische Kunst- und Designarbeiten verteilt, darunter eine skulpturale Installation des Pflanzenkunststudios Haiihwa und Werke von Rim Seoyoon und Park Sungwook im Bereich von Zara Man. Zentrales Element ist eine große Skulptur der Imugi, einer mythischen Schlange der koreanischen Mythologie, die in Zusammenarbeit mit dem Studio Our Labour speziell für diesen Store entstand und sich über alle drei Etagen zieht.
Im Erdgeschoss hat Zara ein Zacaffè eingerichtet, mit Außenterrasse, Wasserlauf und dichter Bepflanzung als städtische Oase gedacht. Das Café-Format begann im November 2024 mit dem ersten Standort in Madrid, es folgten das erste Zacaffè Asiens im Flagship-Store in Nanjing und am 9. Mai 2025 das erste koreanische im Flagship-Store am Noon Square im Seouler Stadtteil Myeongdong.
Zara in Südkorea
Zum Ende des Geschäftsjahres 2025 am 31. Januar 2026 betrieb Inditex in Südkorea 45 Verkaufsstellen, davon 30 von Zara, zehn von Massimo Dutti und fünf von Zara Home. Die Zahlen entsprechen exakt denen des Vorjahres, die jüngsten Eröffnungen in Seoul deuten also auf einen Kurswechsel hin. Ob sie von Schließungen begleitet werden, ist offen.
Das Ergebnis vor Steuern lag im Markt bei 46 Millionen Euro und damit knapp ein Viertel unter den 61 Millionen Euro des Vorjahres. Inditex weist allerdings darauf hin, dass diese Zahl wegen interner Verrechnungen nicht die Rentabilität des Konzerns in Südkorea abbilde.
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