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Lieferprobleme und Omikron-Sorgen: Boohoo senkt Jahresprognosen erneut

Von Jan Schroder

16. Dez. 2021

Business

Foto: Boohoo

Engpässe in den weltweiten Lieferketten haben die Geschäfte des britischen Bekleidungshändlers Boohoo Group plc im dritten Quartal 2021/22 belastet und für unerwartet hohe Kosten gesorgt. Weil neben diesen anhaltenden Problemen nun auch die Ausbreitung der Covid-19-Variante Omikron in Großbritannien Sorgen bereitet, senkte der Fast-Fashion-Anbieter am Donnerstag seine Jahresprognosen ein weiteres Mal. Die unerfreulichen Nachrichten zeigten Wirkung bei den Anlegern: Der Aktienkurs von Boohoo sackte umgehend um mehr als 15 Prozent ab.

Im dritten Quartal, das Ende November abgeschlossen wurde, belief sich der Konzernumsatz auf 506,2 Millionen Britische Pfund (595,7 Millionen Euro). Damit übertraf er das Niveau des Vorjahreszeitraums lediglich um 10 Prozent. Den Zuwachs verdankte Boohoo ausschließlich der gestiegenen Nachfrage in Großbritannien: Dort legten die Erlöse um 32 Prozent auf 320,3 Millionen Britische Pfund zu. Außerhalb der Heimat waren die Umsätze hingegen in allen Marktregionen rückläufig: Im übrigen Europa schrumpften sie um 12 Prozent auf 53,9 Millionen Britische Pfund, in den USA um 14 Prozent auf 104,6 Millionen Britische Pfund und im Rest der Welt um 21 Prozent auf 27,4 Millionen Britische Pfund.

In allen internationalen Märkten hätten Lieferschwierigkeiten die Entwicklung belastet, erklärte der E-Commerce-Spezialist, der alle Bestellungen über seine Logistikzentren in Großbritannien abwickelt. In Europa habe sich darüber hinaus die „wachsende Verunsicherung der Kund:innen“ infolge der steigenden Corona-Fallzahlen negativ ausgewirkt. Das Unternehmen räumte zudem ein, dass es aufgrund der internationalen Kapazitätsprobleme unerwartet hohe Frachtkosten zahlen musste. Die daraus resultierenden negativen Auswirkungen auf das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) im laufenden Geschäftsjahr bezifferte der Bekleidungshändler auf etwa 20 Millionen Britische Pfund.

Der Konzern rechnet derzeit damit, dass die Lieferprobleme bis zum Ende des Geschäftsjahres anhalten werden. Zudem befürchtet er, dass die „jüngsten Entwicklungen im Zusammenhang mit der Omikron-Variante“ die Nachfrage belasten und zu gesteigerten Retourenquoten im Januar und Februar führen könnten. Angesichts dieser Widrigkeiten schraubte das Unternehmen seine Erwartungen für das Gesamtjahr deutlich herunter: Es rechnet jetzt nur noch mit einem Umsatzwachstum um 12 bis 14 Prozent gegenüber dem vergangenen Jahr, nachdem zuvor ein Plus von 20 bis 25 Prozent erwartet worden war. Das Ziel für die um Sondereffekte bereinigte EBITDA-Marge wurde von 9 bis 9,5 Prozent auf 6 bis 7 Prozent gesenkt.

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