Guess: weniger Umsatz und Gewinn

Das US-amerikanische Bekleidungsunternehmen Guess Inc. hat im Geschäftsjahr 2013/14 beim Umsatz und Ergebnis das Vorjahresniveau verfehlt. Auch im vierten Quartal konnte der Abwärtstrend nicht gestoppt werden. Probleme bereiteten vor allem der eigene Einzelhandel in Nordamerika

und das Großhandelsgeschäft in Europa. Für das aktuelle Geschäftsjahr geht das Management angesichts weiterhin schwieriger Rahmenbedingungen in wichtigen Marktregionen nicht von einer deutlichen Verbesserung der Zahlen aus. Die Prognosen fallen entsprechend zurückhaltend aus.

Guess: weniger Umsatz und GewinnIm Geschäftsjahr 2013/14, das am 1. Februar endete, erwirtschaftete Guess einen Konzernumsatz in Höhe von 2,57 Milliarden US-Dollar. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutete das einen Rückgang um 3,3 Prozent, währungsbereinigt um 4,4 Prozent. Das Unternehmen wies darauf hin, dass das abgeschlossene Jahr nur 52 Wochen und damit eine weniger als das Vorjahr umfasste.

Weltweit gingen die Erlöse des Unternehmens zurück. Der Einzelhandelsumsatz in Nordamerika sank um 3,7 Prozent auf 1,08 Milliarden US-Dollar. Auf vergleichbarer Fläche schrumpfte er um 5,3 Prozent (währungsbereinigt -4,4 Prozent). Auch im nordamerikanischen Großhandelsgeschäft ging es bergab: Dort setzte Guess nur noch 179,6 Millionen US-Dollar um (-7,6 Prozent, währungsbereinigt -7,1 Prozent).

In Europa sank der Umsatz um 3,8 Prozent (währungsbereinigt -7,2 Prozent) auf 903,8 Millionen US-Dollar, in Asien um 0,7 Prozent (währungsbereinigt -1,2 Prozent) auf 292,7 Millionen US-Dollar. Die weltweiten Lizenzeinnahmen lagen bei 118,2 Millionen US-Dollar und damit um 0,9 Prozent unter dem Vorjahreswert.

Auch die Prognose für 2014/15 fällt zurückhaltend aus

Neben dem Umsatzrückgang drückten restrukturierungsbedingte Belastungen, die höhere Kostenquote aufgrund niedrigerer Retailerlöse auf vergleichbarer Fläche sowie umfangreichere Preisnachlässe in Nordamerika das Ergebnis. Der operative Gewinn sank daher um 18,9 Prozent auf 222,6 Millionen US-Dollar. Bereinigt um Einmaleffekte schrumpfte er um 14,4 Prozent. Der Jahresüberschuss nach Minderheitenanteilen sank um 14,2 Prozent von 178,7 auf 153,4 Millionen US-Dollar, der verwässerte Gewinn je Aktie von 2,05 auf 1,80 US-Dollar.

Im vierten Quartal, das ebenfalls eine Woche kürzer war als im Vorjahr, ging der Umsatz vor allem aufgrund schwacher Geschäfte in Nordamerika um 5,7 Prozent (währungsbereinigt -6,5 Prozent) auf 768,4 Millionen US-Dollar zurück. Der Nettogewinn sank um 4,0 Prozent auf 69,6 Millionen US-Dollar. „Wir haben im vierten Quartal Zahlen vorgelegt, die unseren Erwartungen entsprechen“, sagte CEO Paul Marciano. In Nordamerika seien die Kundenfrequenz in den eigenen Stores, aber auch das von Preisnachlässen geprägte Marktumfeld „herausfordernd“ gewesen, das Europageschäft habe unter dem schwachen Großhandelsgeschäft in Südeuropa gelitten. Positiv bewertete Marciano die Entwicklung des Online-Geschäfts sowie erfolgreiche Kostensenkungsmaßnahmen.

Hinsichtlich der Aussichten für das laufende Geschäftsjahr 2014/15 gab sich Marciano vorsichtig: In seinen etablierten Märkten würde das Unternehmen „weiterhin unter Druck“ bleiben. Namentlich nannte er den eigenen Einzelhandel in Nordamerika sowie das Großhandelsgeschäft in Europa. Er kündigte weitere Investitionen in Wachstumsmärkte wie Japan und Brasilien sowie den Ausbau der Omni-Channel-Vertriebsstrukturen an. Bei den Prognosen ließ Guess angesichts zahlreicher Unsicherheiten großen Spielraum: Das Unternehmen erwartet einen Jahresumsatz im Bereich von 2,53 bis 2,58 Milliarden US-Dollar sowie einen verwässerten Gewinn je Aktie zwischen 1,40 bis 1,60 US-Dollar. Im ersten Quartal rechnet das Management sogar mit roten Zahlen.

Foto: Guess


 

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