Guess schreibt rote Zahlen

Der US-amerikanische Modekonzern Guess Inc. musste im ersten Quartal 2014/15 einen Umsatzrückgang hinnehmen. Das Ergebnis rutschte erwartungsgemäß ins Minus. Allerdings fiel der Fehlbetrag nicht so hoch aus, wie die Analysten prognostiziert hatten.

 

Der Umsatz sank gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 4,8 Prozent auf 522,5 Millionen US-Dollar, bereinigt um Wechselkursveränderungen ging er um 5,6 Prozent zurück. In allen Marktregionen musste Guess Federn lassen: In Nordamerika sanken die Einzelhandelserlöse um 4,2 Prozent auf 228,3 Millionen US-Dollar, die Großhandelsumsätze sogar um 10,3 Prozent auf 39,3 Millionen US-Dollar. In Europa ging der Umsatz um 3,8 Prozent (währungsbereinigt -8,1 Prozent) auf 159,2 Millionen US-Dollar zurück, in Asien um 1,4 Prozent (währungsbereinigt -4,3 Prozent) auf 70,1 Millionen US-Dollar. Die weltweiten Lizenzeinnahmen lagen bei 25,6 Millionen US-Dollar und damit um 15,3 Prozent unter dem Vorjahresniveau.

Guess schreibt rote ZahlenDie Umsatzentwicklung habe sich „im Rahmen der Prognose“ bewegt, sagte CEO Paul Marciano angesichts der mageren Zahlen. Zuversichtlich stimmte ihn der Aufwärtstrend im Internet: „Wir sind sehr zufrieden mit der starken Dynamik unseres E-Commerce-Geschäfts, das in Nordamerika ein Umsatzwachstum um fast fünfzig Prozent erreicht hat“, sagte er. Künftig soll das Online-Geschäft eine noch größere Rolle spielen: „E-Commerce bleibt eine Schlüsselinitiative für uns, weil sich die Kundennachfrage immer mehr in dieses Segment verschiebt“, erklärte der CEO.

 

Der Verlust im ersten Quartal fiel niedriger aus, als das Unternehmen und die Analysten erwartet hatten

Im abgelaufenen Quartal ließen vor allem die gesunkenen Großhandelsumsätze in Europa und der flächenbereinigte Umsatzrückgang im US-amerikanischen Einzelhandel angesichts gleichbleibender Kosten das Ergebnis ins Minus rutschen. Der operative Verlust lag bei knapp 2,0 Millionen US-Dollar, im Vorjahreszeitraum war noch ein Betriebsgewinn in Höhe von 11,3 Millionen US-Dollar erzielt worden. Unter dem Strich stand ein Nettofehlbetrag nach Minderheitenanteilen von 2,1 Millionen US-Dollar. Im vergangenen Jahr hatte Guess einen Quartalsüberschuss von 9,9 Millionen US-Dollar erwirtschaftet. Der verwässerte Verlust pro Aktie lag bei 0,03 US-Dollar und fiel damit überraschend moderat aus: Im März hatte das Unternehmen einen Quartalsverlust je Aktie zwischen 0,05 und 0,09 US-Dollar prognostiziert.

Für das zweite Quartal sind die Aussichten zwiespältig. Von Veränderungen in der Zuliefererkette erhofft sich Marciano Kostensenkungen in Nordamerika. Allerdings beunruhigt ihn die Krise in der Ukraine: „Während sich das Wirtschaftsklima in Südeuropa verbessert hat, sind wir besorgt wegen möglicher negativer Folgen der Unsicherheiten in Russland und der Ukraine auf unser Osteuropa-Geschäft“, sagte er. Das Unternehmen werde die dortige Situation „genau beobachten“.

Ihre Jahresprognosen ließ die Konzernleitung nahezu unverändert: Sie erwartet einen Umsatz im Bereich von 2,53 bis 2,57 Milliarden US-Dollar – zuvor hatte sie bis zu 2,58 Milliarden US-Dollar prognostiziert. Beim Gewinn pro Aktie rechnet das Management weiter mit 1,40 bis 1,60 US-Dollar. Im vergangenen Geschäftsjahr hatte Guess einen Umsatz von 2,57 Milliarden US-Dollar und einen verwässerten Gewinn pro Aktie von 1,80 US-Dollar erwirtschaftet.

Foto: Guess

 

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