Düsseldorf verabschiedet sich von der CPD

Nach mehr als 30 Jahren fällt für die CPD der letzte Vorhang. Die Düsseldorfer Modemesse, die viele Jahre als größte ihrer Art weltweit galt, verabschiedet sich vom Modeparkett und gibt sich der hohen Anzahl an Showrooms in der Stadt

und Berlin als neue deutsche Modehauptstadt geschlagen. In jedem Ende liegt aber auch ein Anfang.

InDüsseldorf verabschiedet sich von der CPD den modernen Hallen der Messe Düsseldorf erinnert im Jahr 2012 nichts mehr an den Glamour der Gründungszeiten. Im März 1949 wurde mit einer Straßenmodenschau auf der legendären Königsallee in der Düsseldorfer Innenstadt der Grundstein gelegt. Zum ersten Mal zeigten damals unter dem Namen Igedo westdeutsche Modehersteller in einer geschlossenen Veranstaltung Mode und gründeten damit die erste Modemesse der Welt. Aus der Igedo wurde in den 1980er-Jahren die CPD - Collections Premieren Düsseldorf, die als damals wichtigstes internationales Branchenevent regelmäßig die wichtigsten Einkäufer aus New York, London und Paris anzog. Die Messe wurde immer größer, zeigte zeitweise sogar Männermode und Body- und Beachwear, bis viele Marken den Vorteil von eigenen Showrooms erkannten und Berlin nach der Wende wieder interessant für die deutsche Modelandschaft wurde. Die Hauptstadt entwickelte sich rasch zu einem Pool der Kreativen und wurde mit dem Start einer eigenen Fashion Week zur neuen deutschen Modehauptstadt. Dies bekam auch die CPD zu spüren. Die Messe schrumpfte immer stärker, bis mit dem neuen Konzept im vergangenen Jahr die Kehrtwende eingeleitet werden sollte.
 

Offiziell zeigte man sich mit dem Start der neu konzipierten CPD Signatures im Februar 2011 zufrieden, doch das Bild der Messe war ein anderes. Große Marken blieben der Messe weiterhin fern und zeigten sich lieber in eigenen Showrooms oder auf den eigenständigen Orderplattformen Supreme und Premium. Im Oktober vergangenen Jahres zog die veranstaltende Igedo Company einen Schlussstrich und gab das Ende der CPD bekannt. Mit einer neuen Offshow namens The Gallery möchte man künftig sowohl in Düsseldorf als auch Berlin ausschließlich designorientierte sowie zeitgemäße Kollektionen aus den Bereichen Avantgarde und Accessoires zeigen und sich inhaltlich deutlich vom bisherigen Inhalt der CPD Signatures abgrenzen. Schon in den vergangenen Saisons wurde das Angebot der Messe stark von avantgardistischen Kollektionen geprägt.

“Mit einem lachenden und einem weinenden Auge verabschiedet sich nun die Igedo Company endgültig vom Messegelände und dem Namen CPD”, sagte Philipp Kronen, Managing Partner der Igedo Company. Mit dem Ende der einstigen Leitmesse gibt man der Stadt nun die Möglichkeit, sich weiterzuentwickeln und sich noch stärker als Orderzentrum zu positionieren. Mit mehr als 1.000 Showrooms (Tendenz steigend) wird Düsseldorf deshalb auch künftig das deutsche Orderzentrum bleiben. Neue Impulse kommen etwa von dem deutschen Modeunternehmen Gerry Weber, das mit der neuen Halle 30 auf einem rund 14.000 Quadratmeter großen Areal ein attraktives Zentrum für 33 Showrooms geschaffen hat. “Als Igedo Company engagieren wir uns weiterhin für den Standort Düsseldorf, der für seine Vielfältigkeit des Angebotes besonders anziehend ist und für den Fachhandel eine feste Anlaufstelle ist und das auch bleiben soll”, sagte Mirjam Dietz, Executive Director Fashion der Igedo Company. The Gallery soll nicht mit den Showrooms konkurrieren, sondern sich als ergänzende Plattform positionieren.
 

In Zukunft wird es wichtig sein, dass alle Verantwortlichen an einem Strang ziehen und sich geschlossen zu den Orderzeiten präsentieren und nicht versuchen, mit Berlin zu konkurrieren. Auch wenn die Stadt künftig auf die Institution CPD verzichten muss, ist sich die Branche sicher, dass das Geld weiterhin in Düsseldorf verdient wird.
 

Fotos: CPD/Igedo Company

Marie Mertens

 

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