Olymp feiert 75-jähriges Jubiläum: Vom Hemdenspezialisten zur Lifestyle-Marke
Die deutsche Herrenmodemarke Olymp feiert 2026 ihr 75-jähriges Bestehen. Das Unternehmen mit Sitz in Bietigheim-Bissingen in Baden-Württemberg begann in einer Waschküche mit der Hemdenproduktion und hat sich zu einem international anerkannten Modeunternehmen entwickelt.
Das heutige Sortiment umfasst Hemden, Pullover, Poloshirts, T-Shirts, Hosen, Jacken und Accessoires. Dies spiegelt den Wandel vom Hemdenspezialisten zu einer breiteren Lifestyle-Marke wider.
Von der Waschküche zum Familienerbe
Olymp wurde 1951 vom Textilunternehmer Eugen Bezner gegründet. Er begann mit einer Handvoll Mitarbeiter:innen, Herrenhemden zu produzieren, anfangs aus Militärstoffen und Fallschirmseide. Er benannte das Unternehmen nach dem Olymp, dem mythologischen Sitz der Götter, was sein Ziel widerspiegelte, den Hemdenmarkt anzuführen.
Bezner verstarb 1960 unerwartet und hinterließ das Unternehmen seinem 24-jährigen Sohn Eberhard. Dieser baute es in den folgenden Jahrzehnten aus. Ab 1969 verlagerte er die Produktion schrittweise ins Ausland, um dem heimischen Mangel an gelernten Textilarbeiter:innen zu begegnen. Mark Bezner, Eberhards Sohn, trat 1990 in das Familienunternehmen ein und leitet es heute als Inhaber und Chief Executive Officer (CEO) in dritter Generation.
Erweiterung des Produktsortiments
Unter Mark Bezner erweiterte Olymp sein Angebot weit über Hemden hinaus. Die für den Massenmarkt bestimmte Marke Marvelis wurde 1994 eingeführt, gefolgt von Krawatten, Poloshirts und T-Shirts. Durch die Übernahme des Strickwarenspezialisten Maerz Muenchen im Jahr 2010 kam eine Strickkollektion hinzu; das Unternehmen wird heute von Mark Bezners Sohn Louis geleitet.
Laut Zahlen der Nürnberger Gesellschaft für Konsumforschung wurde Olymp 2007 Marktführer für Herrenhemden in Deutschland. Seitdem hat sich die Marke zu einer der führenden Hemdenmarken Europas entwickelt. In den letzten Jahren hat das Unternehmen seine Ambitionen für einen ‚Total Look‘ weiter ausgebaut. So wurden 2024 Hosen und im Herbst 2025 Oberbekleidung in das Sortiment aufgenommen. Im Jahr 2026 sicherte sich Olymp die Rechte an der Hemden- und Blusenmarke Eterna.
Schritte in Logistik, Digitalisierung und Nachhaltigkeit
Olymp nahm 2013 sein automatisiertes Logistikzentrum in Betrieb. Die Investition belief sich auf rund 45 Millionen Euro. Nach Angaben des Unternehmens ist es die weltweit größte Anlage ihrer Art mit einer Kapazität für fast vier Millionen Kleidungsstücke. Im Jahr 2016 startete das Unternehmen den direkten Online-Verkauf über seinen eigenen Webshop.
Im Bereich Nachhaltigkeit ist Olymp seit 2021 Mitglied der Fair Wear Foundation. 2022 wurde der Profisegler Boris Herrmann zum Botschafter für Verantwortung ernannt. Der Schauspieler Gerard Butler war ab 2020 Markenbotschafter, eine Rolle, die 2025 der Oscar-Preisträger Matthew McConaughey übernahm.
Olymp heute
Olymp bezeichnet sich selbst als Marktführer für Herrenhemden in Deutschland und als eine der meistverkauften Hemdenmarken Europas. Das Unternehmen ist in mehr als 40 Ländern und an rund 3.000 Verkaufsstellen in ganz Europa präsent. Neben dem Kernvertrieb über den Bekleidungsfachhandel betreibt das Unternehmen mehr als 50 eigene Markengeschäfte in Deutschland und Österreich.
Im Jahr 2025 meldete Olymp einen Umsatz von rund 200 Millionen Euro bei einem Exportanteil von etwa 35 Prozent. Zu den wichtigsten Märkten gehören Deutschland, die Niederlande, Österreich, die Schweiz, Belgien und Frankreich.
Mark Bezner sagte: „Es erfüllt mich mit großer Dankbarkeit und Stolz, zu sehen, was in 75 Jahren in einer Branche erreicht wurde, die immer eine Herausforderung bleiben wird. Ich bin meinem Großvater und meinem Vater zutiefst dankbar für das, was sie aufgebaut haben. Wir haben es geschafft, das Geschäft erfolgreich weiter auszubauen. Das verdanken wir einem fantastischen Olymp-Team, zuverlässigen Handels- und Geschäftspartner:innen, langjährigen Hersteller:innen und Lieferant:innen sowie vielen treuen Fans der Marke. Dies bestärkt mich in meiner Verpflichtung, dieses wertvolle Familienerbe solide und verantwortungsvoll zu führen und es eines Tages in einem stärkeren Zustand an die nächste Generation zu übergeben, als ich es übernommen habe.“