Wird Frasers-CEO Michael Murray der nächste Chef von Hugo Boss?

Die Frasers Group treibt Berichten zufolge die Ernennung von Murray zum neue Chief Executive Officers des deutschen Bekleidungsanbieters an, nachdem sie ihren Anteil deutlich erhöht hat.
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Michael Murray Bild: Frasers Group
Von Renan Botelho de Carvalho

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Die britische Frasers Group prüft Möglichkeiten, ihren Chief Executive Officer (CEO) Michael Murray als CEO von Hugo Boss einzusetzen. Der von Mike Ashley kontrollierte Einzelhändler strebt eine größere Kontrolle über den Metzinger Bekleidungsanbieter an, wie die britische Zeitung The Times am Sonntag berichtete.

Quellen zufolge treffe Frasers Vorbereitungen, um Murray an der Spitze von Hugo Boss zu positionieren. Dieser Schritt wäre eine bedeutende Eskalation. Am 21. Juli erhöhte Frasers seinen Anteil auf über 30 Prozent und überschritt damit die Schwelle, die nach deutschem Recht ein Pflichtübernahmeangebot auslöst.

FashionUnited hat das Unternehmen um eine offizielle Stellungnahme gebeten.

Für Murray könnte Hugo Boss eine der bisher größten Herausforderungen seiner Karriere sein. Ashleys Schwiegersohn wurde 2022 im Alter von 33 Jahren zum Chief Executive Officer von Frasers ernannt und übernahm die Nachfolge seines Schwiegervaters. Er kam 2015 zur Gruppe, wo er zunächst in den Bereichen Immobilien und Einzelhandel tätig war, bevor er 2019 zum Group Head of Elevation befördert wurde.

Daraufhin firmierte das Unternehmen von Sports Direct International in Frasers Group um und positionierte sich neu, um hochkarätigere Partner:innen zu gewinnen. Die Luxuskette Flannels diente dabei als Aushängeschild, während die Gruppe in die Bereiche Immobilien und Finanzdienstleistungen expandierte. Murray wurde im Mai letzten Jahres in den Aufsichtsrat von Hugo Boss berufen.

Murray für den Spitzenposten vorzuschlagen, würde einem bekannten Muster von Frasers folgen. Ende 2024 baute die Gruppe heimlich eine Mehrheitsposition bei Boohoo auf und wurde so zum größten Einzelinvestor. Anschließend nutzte sie dieses Gewicht, um einen Wechsel im Vorstand zu fordern und versuchte, Ashley selbst als Chief Executive des Online-Händlers einzusetzen.

Abgelehntes Angebot

Frasers unterbreitete im vergangenen Monat ein freiwilliges Übernahmeangebot für Hugo Boss von 38,00 Euro pro Aktie in bar. Damit wurde die Marke mit rund 2,7 Milliarden Euro bewertet, wobei der Wert für den Anteil, den Frasers noch nicht besitzt, bei etwa 1,7 Milliarden Euro lag. Der Vorstand und der Aufsichtsrat von Hugo Boss empfahlen den Aktionär:innen einstimmig, das Angebot abzulehnen. Sie bezeichneten es als unangemessen und unter dem inneren Wert des Unternehmens liegend. Das Angebot entsprach einem Aufschlag von nur rund vier Prozent.

Der deutsche Modekonzern , der seit 2021 vom ehemaligen Tommy-Hilfiger-CEO Daniel Grieder geleitet wird, meldete für 2025 einen Umsatzrückgang von rund einem Prozent, den das Unternehmen auf die schwache Nachfrage in Großbritannien und China zurückführte. Im Dezember senkte es seine Prognose für den Betriebsgewinn 2026 und führte eine Strategie bis 2028 mit dem Namen ‘Claim 5 Touchdown’ ein. Ein Umsatzwachstum wird erst für 2027 erwartet. Die Aktie notiert rund 50 Prozent unter ihrem Stand von Juli 2023.

Frasers, zu dem auch House of Fraser, Evans Cycles und Jack Wills gehören, hat Hugo Boss als eine seiner Top-Marken bezeichnet.

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