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Maximilian Böck – der CEO, der Marc O'Polo zur Weltmarke machen will

In einer Zeit, in der viele Modemarken mit einer volatilen Weltwirtschaft und intensivem Wettbewerb zu kämpfen haben, hält Maximilian Böck, Geschäftsführer der deutschen Modemarke Marc O'Polo, an seinem Ziel fest: das Unternehmen zu einer wahrhaft globalen Präsenz zu machen.

Böck, dessen Familie die 1967 in Stockholm gegründete Marke zu ihrer heutigen Bekanntheit geführt hat, hat seit seiner Übernahme des Unternehmens systematisch einen Transformationsprozess eingeleitet. Unter seiner Führung strebt die Marke einen Jahresumsatz von einer Milliarde Euro an. Als Geschäftsführer treibt er die internationale Expansion, die Modernisierung der Markenidentität und die Verankerung von Nachhaltigkeit in der Unternehmensstruktur von Marc O'Polo voran.

Ein Familienerbe

Maximilian Böcks Verbindung zu Marc O'Polo ist tief in seiner Familiengeschichte verwurzelt. Es ist eine Geschichte, die eng mit der Expansion der Marke auf dem deutschen Markt verflochten ist. Auf einer Herrenmodemesse in Köln lernte sein Vater, Werner Böck, 1968 die schwedischen Gründer von Marc O'Polo kennen.

Werner Böck, selbst Sohn einer Rosenheimer Modehandels-Familie, gründete daraufhin mit knapp Mitte Zwanzig die Marc O'Polo Deutschland Vertriebs GmbH und wurde viele Jahre später Mehrheitseigner. Sein Sohn Maximilian wuchs in diesem unternehmerischen Umfeld auf und erlebte als Kind, wie sein Vater einmal pro Woche nach Stockholm flog, um bei der Produktentwicklung mitzuarbeiten und stets mehr bei der Marke mitwirkte. 1997 verlegte Böck Senior schließlich den Firmensitz von Stockholm nach Stephanskirchen in Deutschland.

Sein Vater habe es ihm jedoch immer offen gestellt, ob er im Unternehmen arbeiten werde, erzählt Böck in einem Beitrag über den Generationenwechsel in der Wirtschaftszeitschrift Manager Magazin. Böck erwarb einen Master-Abschluss in Betriebswirtschaftslehre. Zu diesem Zeitpunkt sei es nicht ausgemacht gewesen, dass er im Familienunternehmen oder in der Mode arbeiten würde. Ihn interessierten auch Karrierewege als Controller oder Managementberater. Zu Beginn seiner Karriere sammelte er daher auch internationale Erfahrungen durch verschiedene Auslandsaufenthalte, darunter bei der Wirtschaftsprüfung KPMG in New York.

Diese Zeit verschaffte ihm einen umfassenderen Einblick in globale Geschäftspraktiken, bevor er sich eingehender mit den operativen Aspekten des Modehandels befasste. Durch verschiedene Positionen im Einkauf der Düsseldorfer Kaufhauskette Peek & Cloppenburg KG vertiefte er sein Verständnis für den Einzelhandel. Diese Erfahrungen verhalfen ihm zu einer Mischung aus finanziellem Verständnis, internationaler Perspektive und praktischer Einzelhandelserfahrung, die sich später als wertvoll erweisen sollte.

Aufstieg in die Führungsetage: Vom Co-Piloten zum CEO

„Ich war bereits während meiner Zeit bei Peek & Cloppenburg im Aufsichtsrat von Marc O'Polo“, erinnerte sich Böck in einem Interview mit dem Manager Magazin. „Daher war ich mit den wichtigsten Themen, den Vorstandsmitgliedern vor mir und der Geschichte des Unternehmens vertraut.“

Operativ begann er ab 2017 bei Marc O'Polo zu arbeiten, seine erste Rolle innerhalb des Unternehmens war die eines Einkäufers für die markeneigenen Geschäfte. Später übernahm er die Verantwortung für das gesamte Retail, das Ladennetz und den E-Commerce des Familienunternehmens.

Im Juni 2020 wurde er Chief Retail Officer sowie Co-Geschäftsführer und arbeitete an der Seite des damaligen Geschäftsführers Dieter Holzer. Diese Vorbereitungsphase ermöglichte es Böck, sich voll und ganz in die strategische Ausrichtung der Marke und das Tagesgeschäft einzufinden.

Ein Jahr später übernahm Böck mit 32 Jahren die Rolle des Chief Executive Officer von Marc O'Polo und damit die Verantwortung für mehr als 2000 Mitarbeitende. Sein bisheriger Schwerpunkt als Chief Retail Officer auf allen Business-to-Consumer-Kanälen, einschließlich E-Commerce, versetzte ihn in die Lage, die digitale Entwicklung und die Omnichannel-Strategie der Marke voranzutreiben. Seine Ernennung bedeutete einen Generationswechsel, wobei sein Vater, Werner Böck, laut der Unternehmenswebseite weiter Mehrheitsgesellschafter und Aufsichtsratsvorsitzender blieb.

„Mein Vater ist seit mehr als zehn Jahren nicht mehr operativ bei Marc O'Polo tätig“, merkte Böck im Manager-Magazin-Beitrag an. „Die Tatsache, dass ich nicht direkt von ihm übernommen habe, hat es mir, glaube ich, leichter gemacht.“

Auf dem Weg zur globalen Premiummarke

Maximilian Böcks Vision für Marc O'Polo ist eindeutig global ausgerichtet. Er strebt an, die in Deutschland ansässige Marke zu einer führenden modernen und nachhaltigen Lifestyle-Marke im globalen Premiumsegment zu machen.

Unter Böck ist die Digitalisierung ein integraler Bestandteil des Geschäftsmodells. Während Marc O'Polo erheblich in den eigenen Online-Auftritt investiert, verfolge das Unternehmen keine Digital-First-Strategie sondern legt auch viel Wert auf stationäre Kanäle, erklärte er in einem Podcast-Interview mit OMR, einer Plattform für digitales Marketing. „Nur online ist nicht der Weg, den wir einschlagen wollen. Unsere Kund:innen können selbst entscheiden, wo sie einkaufen möchten.“ Dieser Omnichannel-Ansatz trägt den vielfältigen Vorlieben der Verbraucher:innen Rechnung und sorgt für ein nahtloses Einkaufserlebnis sowohl in physischen Geschäften als auch auf digitalen Plattformen.

Nachhaltigkeit bildet einen weiteren zentralen Pfeiler der Strategie von Böck. Das Unternehmen bietet nach seiner eigenen Definition fast zu 100 Prozent nachhaltige Produkte an, wie aus dem Nachhaltigkeitsbericht von Marc O’Polo hervorgeht. Das Unternehmen hat zudem den Status “Leader” bei der auf Arbeiter:innenrechte spezialisierten Initiative Fair Wear Foundation bekommen, was das Engagement des Unternehmens zusätzlich unterstreicht.

Im Februar erhielt Marc O’Polo als eine der wenigen Modeunternehmen seiner Größenordnung weltweit eine Zertifizierung als B Corporation und hofft, damit auch ein Zeichen in der Branche zu setzen.

„Die renommierte B Corp-Zertifizierung macht sichtbar und messbar, dass Verantwortung und wirtschaftlicher Erfolg zusammengedacht werden müssen”, sagte Maximilian Böck in einer Mitteilung. „Wir verstehen diese Zertifizierung als klares Signal – und als Einladung an unsere Branche, Unternehmensverantwortung ganzheitlich zu denken.“

Wachstumskurs

Unter der Führung von Maximilian Böck verzeichnete Marc O'Polo trotz schwieriger Marktbedingungen ein beträchtliches Wachstum und erreichte bedeutende Meilensteine. Im Geschäftsjahr 2021/2022 erzielte die Marc O'Polo-Gruppe einen Umsatz von 539 Millionen Euro, was einer Steigerung von 39 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht und bedeutet, dass das Unternehmen erstmals die Umsatzmarke von einer halben Milliarde Euro überschritten hat.

Diese starke Performance setzte sich fort, sodass das Unternehmen im letzten Geschäftsjahr einen Nettoumsatz von 630 Millionen Euro erzielte. Es ist damit trotz des schwierigen Marktumfeldes in den vergangenen fünf Jahren um 60 Prozent gewachsen, sagte Böck im OMR-Podcast im August.

„Der Markt hat uns nicht geholfen, aber wir hatten schon immer eine gute Base. Wir sind eine tolle Marke, supersolide finanziell aufgestellt”, sagte der CEO stolz. „Wir haben parallel an extrem vielen Schrauben gedreht, nicht nur an zwei oder drei, sondern hunderten.” Unter ihm ist die Produktentwicklung beispielsweise datengetriebener, kund:innenzentrierter und nachhaltiger geworden. Im Bereich Marketing wurde die Ansprache von Kund:innen verändert, die Facebook-Seite und der Webshop neu gestaltet.

Zukunftsvision

Deutschland ist traditionell Marc O'Polos größter Markt gefolgt von Österreich, der Schweiz und Polen. Bei den Produkten zählen Strickwaren und Puffermäntel zu den Bestsellern der Marke. Zum Erfolg trug auch das Wachstum im Menswear-Bereich bei, der nun etwa 40 Prozent des Umsatzes von Marc O’Polo erzielt. Die Marc O'Polo Denim-Linie, die sich an eine jüngere Zielgruppe richtet, sowie die Bereiche Schuhe und Accessoires, haben sich ebenfalls erfolgreich entwickelt, was auf eine breitere Anziehungskraft des Marc O'Polo-Lifestyle-Konzepts hindeutet.

Ein wesentlicher Motor des Wachstums war die internationale Expansion der Marke. Obwohl das Unternehmen bereits in 60 Ländern mit 2.200 Verkaufspunkten weltweit vertreten ist, räumt Böck ein, dass es noch mehr Gebiete zu erobern gilt, wenn sich der Konzern dem selbstgesteckten Ziel von einer Umsatzmilliarde weiter nähern will.

Derzeit im Visier sind Märkte wie Thailand oder Vereinigte Arabische Emirate, wo Marc O’Polo potenzielle Partnerschaften mit lokalen Konzernen auslotet, sagte Böck im OMR-Podcast. Bei der USA wartet er angesichts der Zoll-Unsicherheit lieber ab.

Die Familie Böck übernahm im Oktober das in Schieflage geratene Denimlabel Closed. Der ehemalige Marc O’Polo Geschäftsführer Dieter Holzer soll das Hamburger Unternehmen nun wieder in ruhigere Fahrwasser bringen. Es bleibt abzuwarten, inwieweit diese Übernahme eine Rolle für den Betrieb von Marc O’Polo spielen wird.

Ein pragmatischer CEO

Böck verkörpert einen Führungsstil, der sowohl sachlich als auch zugänglich ist. In Stephanskirchen soll er auch oft “Maxi” genannt werden. Sein Hintergrund und seine Äußerungen deuten auf eine team-orientierte und bodenständige Perspektive hin. Er will offen und authentisch sein und glaubt nicht daran, dass CEOs “tough” sein müssen.

„Es ist am Ende nicht nur der CEO, der das entscheidet, sondern das Team”, sagte Böck im OMR-Podcast über seinen unternehmerischen Erfolg.

Seine Aufgabe sieht Böck auch darin, die richtigen Leute zusammenzubringen. „Die Unternehmenskultur ist uns extrem wichtig, da haben wir jahrzehntelang, auch vor meiner Zeit, schon investiert. Es ist etwas besonderes hier zu arbeiten”, sagte Böck. Dadurch schaffe es das Unternehmen, motivierte Top-Talente nach Oberbayern zu locken.

Den Eintritt in das Familienunternehmen nennt er eine Lebensentscheidung, bei der ihm klar war, dass er auch Entbehrungen in Kauf nehmen würde. Nachdem er vor drei Jahren Vater wurde, konnte er beispielsweise nicht wie viele seiner Freunde Elternzeit nehmen, sagte er im Manager Magazin.

„Ich hinterfrage das nicht. Ich habe mich für die Aufgabe und Verantwortung entschieden – eine großartige Motivation für mich. Ich empfinde den Job als Privileg.”

Dieser Artikel wurde mit Hilfe von KI verfasst.


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