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Wie die Denimbrache durch Kreislaufwirtschaft Wasser sparen will

Von Léana Esch

26. Okt. 2021

Mode

HNST (links); Taifun (Mitte); Samoon (rechts)

Immer mehr nachhaltige Innovationen erblicken das Licht der Welt und die Kreislaufwirtschaft ist sicherlich eine davon. Die Modeindustrie ist an eine lineare Produktion gewöhnt, deren letzte Station unweigerlich die Mülldeponie ist. In den letzten Jahren haben sich jedoch viele Veränderungen vollzogen, die einen nachhaltigeren und ethischeren Ansatz für den Lebenszyklus eines Produkts bieten. Nach Angaben des Umweltprogramms der Vereinten Nationen werden für die Herstellung einer Jeans 3.781 Liter Wasser verbraucht, sodass eine zirkuläre Denim-Produktion notwendig ist, um eine verantwortungsvollere Industrie aufzubauen. Die Ziele einer zirkulären Produktion sind einfach: Sie zielt darauf ab, die Menge der für die Herstellung von Denim verwendeten Ressourcen zu reduzieren und bewusster mit den ausgewählten Materialien umzugehen. Außerdem können die Produkte einen ganzen Lebenszyklus durchlaufen, mit der Möglichkeit der Wiederverwendung und des Recyclings. In der Tat basiert der Herstellungsprozess immer noch größtenteils auf dem System “Entwerfen - Verkaufen - Tragen - Entsorgen”.

HNST

Zirkuläre Denim-Produktion

Circular Denim bietet eine neue Art der Herstellung von Jeans und anderen Denim-Teilen, aber das muss von Anfang an implementiert werden. Die Marke MUD Jeans hat die Herausforderung verstanden: Ihr Designprozess selbst basiert auf einer zirkulären Produktion mit der Verwendung von Materialien, die sich leicht wiederverwenden und recyceln lassen. Wenn es darum geht, umweltbewusst zu sein, müssen nicht nur der Herstellungsprozess und die Stoffe berücksichtigt werden, sondern auch Knöpfe, Etiketten und Taschenfutter. Um Marken dabei zu helfen, die richtigen Entscheidungen zu treffen, hat die Ellen McArthur Foundation praktische Leitlinien herausgegeben, die so genannten ‚The Jeans Redesign Guidelines‘. Sie enthalten Anforderungen an die Haltbarkeit von Kleidung, die Rückverfolgbarkeit und die Wiederverwertbarkeit der Materialien. Viele Marken haben sich bereits angeschlossen, darunter Tommy Hilfiger, Reformation, C&A und die H&M-Gruppe.

HNST

Von Fast-Fashion-Labels bis hin zu High-End-Designern setzen zahlreiche Marken auf zirkulären Denim – die Labels NU-IN, Unspun und Frame haben sich alle einer bewussten Produktion verschrieben. Während die schwedische Marke Nudie ihre Kund:innen ermutigt, ihre alten Denim-Teile zurückzugeben, möchte Armedangels den Lebenszyklus seiner Produkte verlängern. Für ihre Kollektionen verwendet die Marke 20 Prozent recycelte Bio-Baumwolle aus ihren Reststücken und Stoffen zweiter Wahl, was zu einer Zero-Waste-Produktion führt. Bei der in Antwerpen ansässigen Denim-Marke HNST sind die Kollektionen zu 100 Prozent zirkulär und sie hat gerade ihr erstes Nicht-Denim-Teil vorgestellt – ein T-Shirt, das nach denselben Kriterien entwickelt wurde.

Taifun

Neue Materialien

Auch neue Materialien halten Einzug in die Branche: Die Marken Taifun und Samoon von Gerry Weber entwerfen und produzieren Denim-Jeans, die zu 39 Prozent aus Kaffeefasern bestehen. Schließlich legten auch Firmen in der Produktion einen Gang zu. Offuel ist die erste Ausrüstungslinie für Denim, die aus nachwachsenden Rohstoffen besteht. Das Weberei-Unternehmen Itema hat vor zwei Wochen auf der Première Vision sein neues iSaver-Gerät vorgestellt, mit dem Denim-Webereien bis zu 1.000 Kilogramm Baumwolle pro Webstuhl und Jahr einsparen können.

Dieser Artikel wurde zuvor auf FashionUnited.uk veröffentlicht. Übersetzung und Bearbeitung: Barbara Russ