Trendbericht Herbst/Winter 2027/2028: Kontrollierte Kühnheit im Zeitalter der Handlungsfähigkeit
Die Saison Herbst/Winter 2027/2028 (FW27) begegnet einem eingetrübten Zeitgeist nicht mit Eskapismus, sondern mit Präsenz. Vertraute Codes werden persönlich interpretiert, kompromisslose Opulenz trifft auf Komfort, der direkt in das Gewebe eingearbeitet ist. FashionUnited fasst die wichtigsten Trends der Saison für Einkäufer:innen zusammen.
I. Zusammenfassung: Vertraute, mutig interpretierte Codes definieren FW27
Die Saison Herbst/Winter 2027/2028 trifft auf ein Klima, das Trendforscher:innen mit verblüffend ähnlichen Worten beschreiben. Die Trendforschungsunternehmen WGSN und Coloro verstehen ihre Farben für die Saison als Antwort auf „eine globale Polykrise“ und auf das Bedürfnis der Konsument:innen nach Stabilität und Orientierung. Die niederländische Trendanalystin Christine Boland nennt den Zeitgeist „stark bewölkt“. „Die Menschen sind von den Weltereignissen wie betäubt und werden gleichzeitig von künstlicher Intelligenz (KI) überrollt“, erklärt sie. Der niederländische Trendforscher Jan Agelink stellt seine gesamte Prognose unter den Titel ‘Age of Agency’. Wahlfreiheit und Selbstbestimmung stünden durch die Technologie unter Druck. „Es geht um Kontrolle, Einfluss und das Recht, Dinge selbst zu gestalten“, so Agelink. Ähnlich deutet das Directions Trend Committee, das hinter dem Trendbuch der chinesischen Textilmesse Intertextile Shanghai steht, den Moment. „Wir leben in einem Zustand ständiger Alarmbereitschaft, in dem die Desillusionierung über die Zukunft wächst“, heißt es dort.
Dennoch ist FW27 keine Saison des Rückzugs. „Es ist kein Eskapismus“, betont Boland. „Mode wird wieder zu Mode, und das ist sehr spannend.“ Fünf übergeordnete Themen kehren in den hier versammelten Prognosen immer wieder. ‘Agency’, also die eigene Handlungsfähigkeit, steht im Mittelpunkt. Konsument:innen erobern sich die Kontrolle durch persönliches Styling, Handwerk und bewusste Entscheidungen zurück. ‘Regrounding’, ein Begriff von Boland, beschreibt die Rückkehr zu Präsenz, Aufmerksamkeitsspanne und Handarbeit. Es umfasst „alles, was KI nicht kann“. ‘Fashion Becoming Fashion Again’ markiert die Gegenreaktion auf die KI-getriebene Homogenisierung und zeigt sich in den vielen Gesichtern des Maximalismus. ‘Rediscovered Skills’ fängt die Erkenntnis der Pariser Fachmesse Première Vision ein, dass Innovation heute bedeute, traditionelle Techniken mit neuen Garnen und Maschinen wiederzubeleben. ‘Hidden Performance’ beschreibt schließlich Technologie, die unsichtbar in klassischen Stoffen verschwindet. Ariane Bigot, Deputy Fashion Director der Première Vision, bringt die Saison auf die Formel „kontrollierte Kühnheit“.
II. Zentrale Trend-Narrative für FW27
Dieser Bericht führt ausgewählte Prognosen für Herbst/Winter 2027/2028 von Trendforscher:innen, Textilspezialist:innen und Branchenquellen zusammen und gliedert die Signale in die drei redaktionellen Narrative ‘Remastered Familiarity’, ‘Dramatic Presence’ und ‘Soft Armour’. Diese Narrative sind unsere Synthese wiederkehrender Themen aus den Quellen und keine offiziellen Kategorien der Trendforscher:innen. Leitmotive wie Handlungsfähigkeit, Rückbesinnung und kontrollierte Kühnheit ziehen sich durch alle drei Bereiche.
Narrativ eins: Remastered Familiarity
Vererbte Codes, geschichtet und persönlich interpretiert
Kernkonzept
Dies ist das breiteste und kommerziellste Narrativ der Saison. Boland erwartet, diese Bewegung am häufigsten zu sehen. „Es geht sehr stark darum, Stabilität in der Tradition zu suchen; denken Sie an den Blazer, den Rock, die Hose und den Anzug. Es spielt auf das Traditionelle und Klassische an, aber die Art der Kombination macht es einzigartig und individuell“, sagt sie. Ihr Trendname lautet ‘Individual Familiarity’, und vertrauten Stücken mit einem innovativen Twist traut sie großes kommerzielles Potenzial zu. Das Thema ‘Creative’ des niederländischen Herrenmode-Trendforschers Edwin van den Hoek kommt zum selben Schluss. Traditionelle Stile wie Preppy erhalten dort „einen zeitgemäßen Look, indem klassische Teile mit unerwarteten Schichten kombiniert werden“. Im Schuhbereich liegt laut Lamia Molato von der britischen Trendagentur Trendstop „einer der Schlüssel für diese Saison darin, die Vergangenheit mit der Zukunft zu verbinden und Vintage-Codes in zeitgenössische Designs zu verwandeln“.
Kulturelle Treiber
Agelinks ‘Age of Agency’ positioniert den persönlichen Ausdruck als Gegenbewegung zum wachsenden Einfluss der Technologie. Seine „unordentliche, spontane Ästhetik, bei der Unvollkommenheit bewusst gesucht wird“, zeigt sich etwa in Taschen, die absichtlich mit persönlichen Gegenständen „vom Lippenstift bis zum Liebesbrief“ gefüllt werden. Die Première Vision bestätigt die materielle Seite. „Was neu ist, ist nicht unbedingt das, was gerade erst geschaffen wurde, sondern auch das, was wir wiederentdecken“, heißt es dort. Boland warnt jedoch vor der Falle des reinen Retro-Stils. Man solle einen Farbton wählen und ihn hervorstechen lassen, sonst bleibe es bloße Nostalgie. Sogar Camouflage passt in dieses Bild. Wie die Camouflage-Analyse von FashionUnited feststellt, funktionieren die Waldgrün- und Brauntöne des klassischen Tarnmusters heute „fast wie neutrale Farben“. Die US-amerikanische Konservatorin Sarah Scaturro hat beobachtet, dass der Print in Zeiten politischer Instabilität oft außerhalb militärischer Kontexte wieder auftaucht.
Zielgruppe
Der ‘Moderne Individualist’ steht für eine klassische Kundschaft im mittleren bis höheren Preissegment. Diese Person kauft einen Blazer, einen Anzug oder einen Karorock wegen seiner Langlebigkeit, möchte mit dem Styling aber etwas Persönliches ausdrücken. Bolands Rat an den Einzelhandel fällt deutlich aus. „Wie klassisch Ihre Kundschaft auch sein mag, inspirieren Sie sie dazu, solche Kombinationen auszuprobieren.“ Auf der Straße beobachtet Van den Hoek, dass diese Konsument:innen sich selbst stylen. „Die Menschen denken bewusst selbst darüber nach, anstatt ein ganzes Styling-Team oder eine kommerziell getriebene Idee hinter einem bestimmten Look zu haben“, sagt er.
Visuelles Moodboard
- Farbpalette: Senftöne, Brauntöne, Kupferbronze und das grünliche Braun der 70er-Jahre; sattes Oliv- und Spinatgrün; Aubergine und historische Pastelltöne. Ein Akzent in ‘Blauschimmelkäse-Blau’ oder Yves-Klein-Blau wird dort gesetzt, wo der Look ihn braucht.
- Key Pieces: Blazer, Anzug, Rock und Hose; das langärmelige Hemd des italienischen Modehauses Prada unter einer Jacke mit hervorblitzender Spitze; melierte Pullover in Oliv und Kupferbraun bei Marken wie dem niederländischen Label No Man's Land; Wildleder im Braun der 70er-Jahre; neu eingefärbtes Camouflage auf einem Faltenrock bei der US-amerikanischen Marke 6397 oder als Shearling-Patchwork beim italienischen Luxusmodehaus Fendi.
- Texturen: Opulente Jacquards beim italienischen Modehaus Gucci, Metallic-Finishes beim italienischen Label N°21, Handstrick und kunstvolle Webarten. Von den Messen kommen gefilzte Kammgarne, Shetlands, Harris-Tweeds, Tartans und Workwear-Denim im Thema ‘Live Your Emotions’ der Intertextile Shanghai; Nadelstreifen, Fischgrät und Glenchecks zeigen sich im Thema ‘Classic is Punk!’ der italienischen Textilmesse Milano Unica.
- Styling: Layering wie bei Prada, wo die Models jedes Mal mit einer Schicht weniger erneut über den Laufsteg liefen; ‘Bohemian beyond borders’-Folklore-Mixe beim italienischen Modehaus Etro; vier Arten von Karos in einem einzigen Kleidungsstück; in der Herrenmode die Schichtung aus Rollkragenpullover, Hemd, Weste und Jacke mit Pelzkragen beim belgischen Modehaus Dries Van Noten, dem Pariser Label Ami Paris und der in London ansässigen Designerin Feng Chen Wang.
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Narrativ zwei: Dramatic Presence
Opulenz, Volumen und das Recht, Raum einzunehmen
Kernkonzept
Das Statement-Narrativ der Saison verschmilzt zwei Trends von Boland. ‘Dramatic Antidote’ sucht in schweren Zeiten nach „Schönheit, Verführung und Staunen“. „Die einzige Antwort auf diese Zeiten ist Schönheit“, zitiert Boland dazu den belgischen Designer Dries Van Noten. Auf einen besonderen Anlass wartet keiner der beiden Trends. „Warum auf eine Party warten, um sich schick zu machen?“, fragt Boland. ‘Unapologetic Presence’ fordert physisch und mental Raum ein, betrachtet durch die Linse des US-amerikanischen Künstlers Jeff Koons nach dem Motto „Hier bin ich“ und „Schau mich an“.
Kulturelle Treiber
Boland liest ‘Dramatic Antidote’ und ‘Unapologetic Presence’ durch eine politische und soziale Brille und verbindet die Trends mit Debatten über die Rolle der Frau, Frauenfeindlichkeit und Selbstausdruck. ‘Unapologetic Presence’ steht für sie für „Frauen, die ihre Rolle in einer Welt zurückfordern, in der Frauenfeindlichkeit ihr Haupt erhebt und ein Phänomen wie die Tradwife-Bewegung existieren kann“. Ein zweiter Treiber ist die KI-Müdigkeit. Die Maximalismus-Analyse von FashionUnited argumentiert, dass der Maximalismus „gekommen ist, um zu bleiben“. Darin kommt auch der britisch-amerikanische Designer Harris Reed zu Wort. „Maximalismus, wie ich ihn sehe, bedeutet nicht nur, mehr hinzuzufügen, sondern mehr zu enthüllen.“ Der Textilhandel bestätigt diesen Wandel. Auf der Première Vision fiel die Auswahl für Herbst/Winter 2027/2028 „seidiger und stärker von Abendmode-Codes beeinflusst aus, als die Teams erwartet hatten“.
Zielgruppe
Die Zielgruppe ist bewusst vielfältig. Am einen Ende stehen die ‘Glamourati’-Konsument:innen dessen, was der US-amerikanische Trendberater Sean Monahan die „Boom-Boom“-Ästhetik nennt, mit Bling, spektakulärem Volumen und Mode, die „entworfen wurde, um gesehen zu werden“. Am deutlichsten verkörpert diese Haltung Alessandro Michele, Kreativdirektor des italienischen Modehauses Valentino. Am anderen Ende steht die berufstätige Frau, die Kreativdirektor Adrian Appiolaza beim italienischen Modehaus Moschino in Kostümen mit Spitzeneinsätzen und gerüschten Blazern mit breiten Schultern porträtiert. Dazwischen bewegt sich die ‘Kidult’-Kundschaft, die mit der Ästhetik der Jahrtausendwende (Y2K) aufgewachsen ist und verspielte grafische Strickwaren sowie regressive Anhänger kauft. Die opulentesten Ausdrucksformen eignen sich in Bolands Lesart nicht für alle Kund:innen. ‘Unapologetic Presence’ ist für sie ein befreiender Standpunkt, von dem die Konsument:innen erst noch überzeugt werden müssen.
Visuelles Moodboard
- Farbpalette: Cremiges Weiß, „sinnliches Schwarz“ von Kopf bis Fuß, Edelsteinfarben und historische Prints in gedeckten Tönen; Beige, Altrosa und Petrolblau mit mattem Gold, Bronze und Antiksilber. Dem gegenüber stehen die leuchtenden Primärfarben, Froschgrün, Yves-Klein-Blau und Fuchsia von ‘Unapologetic Presence’.
- Key Pieces: Mit Spitze gefüllte tiefe V-Ausschnitte mit Statement-Ketten bei Valentino; Allover-Spitze beim französischen Modehaus Saint Laurent; höfisch anmutende Röcke beim Pariser Modehaus Margiela; Kostüme mit Spitzeneinsätzen und gerüschte Blazer mit breiten Schultern bei Moschino; der Teddybärmantel mit Ohren des spanischen Luxusmodehauses Loewe, die Lacklederkleider des US-amerikanischen Designers Christian Siriano und die kükengelben Pelzmäntel des italienischen Modehauses Max Mara.
- Texturen: Robuster Samt statt Kunstseide, Bronzeknöpfe statt Plastik, Goldfadenstickerei sowie Brokat, Spitze und Satin. Von den Messen kommen patinierte Brokate, Moiré und Damast im Thema ‘Play Your Role’ der Intertextile Shanghai; Lamé-Tweeds, paillettenbestickter Tüll und metallischer Samt zeigen sich im Thema ‘Romance is Punk!’ der Milano Unica.
- Styling: Skulpturale Falten, Trichterkrägen und aufgebaute Schultern über schmalen Hosen; rund geschnittene Taillen bei der deutschen Marke Jil Sander und gepolsterte Schultern beim französischen Modehaus Carven; schwarz geschnittene Grunge-Tops mit Tüll beim in London ansässigen Designer David Koma; sich schick machen, ohne auf einen Anlass zu warten.
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Narrativ drei: Soft Armour
Versteckte Performance, Natur und sensorischer Komfort
Kernkonzept
Das dritte Narrativ zeichnet sich bei den Stoffexpert:innen am deutlichsten ab. Schutz und Komfort werden in das Material eingearbeitet, anstatt auf ihm zur Schau gestellt zu werden. „Performance wird nicht mehr unbedingt gezeigt; sie ist im Material versteckt“, heißt es auf der Première Vision. Eine Jacke „kann daher das Aussehen eines klassischen Anzugs haben und gleichzeitig die Leistung technischer Kleidung bieten“. Van den Hoeks Thema ‘Protected’ bringt größere Jacken, Hosen und Daunenstücke hervor, die fast nichts wiegen. „Es sieht sehr groß aus, ist aber sehr leicht zu tragen“, sagt er. Sein Thema ‘Secluded’ ergänzt die Flucht in die Natur, Outdoor-Aktivitäten und ruhiges Reisen.
Kulturelle Treiber
Drei Kräfte laufen hier zusammen. Erstens die digitale Müdigkeit mit Bolands Diagnose, dass „wir uns von uns selbst und von anderen entfremden; uns fehlt eine gemeinsame Wahrheit und eine Verbindung zur Natur“. Zweitens Agelinks „Neuroästhetik“, bei der Designer:innen Duft, Klang und Haptik einsetzen, um das Erlebnis zu vertiefen. Drittens eine strukturelle Verschiebung im Markt, denn die Première Vision verweist auf einen alternden Teil der Bevölkerung. Diese Gruppe suche „wahrscheinlich nach mehr Weichheit, Flexibilität und Benutzerfreundlichkeit, ohne auf Eleganz zu verzichten“. Nachhaltigkeit ist präsent, hat sich aber in das Produkt selbst verlagert, etwa in Form temperaturregulierender Wolle statt Synthetik, natürlicher Farbstoffe und reparierbarer Schuhe. „In der Zukunft geht es auch darum, uns von rein synthetischen Materialien und Lösungen zu befreien, die überwiegend aus der Petrochemie stammen“, heißt es von der Première Vision.
Zielgruppe
Der ‘Urban Retreater’ ist eine berufstätige Person in der Stadt, unabhängig vom Alter, die einen Mantel sucht, der auf dem Arbeitsweg funktioniert und beim Abendessen wie Maßarbeit aussieht. Sie schätzt Haptik und Wärme mehr als Logos und erwartet Langlebigkeit. Im Schuhbereich beschreibt der Trend ‘Style without sacrifice’ des spanischen Verbands der Schuhkomponentenhersteller (AEC) und von Trendstop dieselbe Kundschaft. Sie erwartet „Innovation, Funktionalität und Komfort“, ohne Kompromisse bei der Ästhetik einzugehen.
Visuelles Moodboard
- Farbpalette: Grau als Basis, von Asphaltgrau und Stahl bei Agelink bis zu Graublau bei der Première Vision; Sand, Beige, Braun und Cognac mit Armee- bis Hellgrün bei Van den Hoek; abgetönte Weißtöne und verschleierte Neutraltöne im Thema ‘Feel Your Serenity’ der Intertextile Shanghai; kühles Blau und Moosgrün als „Glitch-Farben“.
- Key Pieces: Übergroße technische Oberbekleidung bei der französischen Marke Dior Men unter Kreativdirektor Jonathan Anderson; gepolsterte Windbreaker; Pradas „Jacken im Parka-Stil mit einer Art Kapuze, die an Regenmänteln befestigt ist“; klassisch aussehende Anzüge aus Citywear-Anzugstoffen mit wasserdichten, atmungsaktiven oder winddichten Membranen; Komfortschuhe mit sockenähnlichen Konstruktionen.
- Texturen: Heißverschmolzene, gepolsterte Strukturen ohne Nähte, die wasserdicht bleiben; Kunstpelz und Teddy; fotografisch auf Nylon gedruckter Pelz beim italienischen Label Mordecai; Moose, Wollschwämme und gebürstete Wollstoffe, wobei die Natur „weniger durch Muster als vielmehr durch Haptik, Volumen und das Material selbst“ heraufbeschworen wird; gummierte Pfirsichhaut, pelziger Flor, Plüschdecke und gemütliches Fleece auf der Intertextile Shanghai.
- Styling: Volumen ohne Gewicht; haarige Krägen und Kapuzen; Agelinks „Glitch trifft Natur“ mit verpixelten Karos beim schwedischen Modehaus Acne Studios und digital bedruckten Strümpfen beim in London ansässigen Designer Kiko Kostadinov.
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III. Produktspezifische Trendanalyse
Farbpaletten
Angeführt wird die Farbwelt für FW27 von fünf Farben von WGSN und Coloro, der Farbe des Jahres 2027 ‘Luminous Blue’ und vier saisonalen Schlüsselfarben, die aus einer Palette von über 3.500 Farbtönen ausgewählt wurden. „Da wir weltweit weiterhin in einer Zeit der Unvorhersehbarkeit und Unsicherheit leben, spielen die Emotionen und Gefühle der Konsument:innen eine entscheidende Rolle bei der Farbwahl für Herbst/Winter 2027/2028“, sagt Clare Smith, Senior Colour Strategist bei WGSN.
- Luminous Blue (Coloro-Code 125-28-38): Die Farbe des Jahres 2027 von WGSN und Coloro wird aus Frühjahr/Sommer 2027 in die Schlüsselfarben für Herbst/Winter 2027/2028 übernommen.
- Russet (Coloro-Code 013-30-24): Ein warmes Rotbraun herbstlicher Landschaften und reifender Früchte, das Stabilität und Zuversicht vermittelt.
- Peaceful Lilac (Coloro-Code 135-78-11): Ein sanftes Flieder mit leicht futuristischer Wirkung, das einen bewussten Gegenpol zu den dunkleren Tönen der Saison bildet.
- Maize (Coloro-Code 036-65-23): Ein strahlendes Gelb für Freude und Optimismus, das sich vielseitig über verschiedene Materialien hinweg einsetzen lässt.
- Deep Green (Coloro-Code 082-30-14): Eine Alternative zu Schwarz mit „geheimnisvoller, fast natürlicher Tiefe“.
Ergänzt werden sie durch weitere Farbfamilien.
- Erdige und warme Töne: Bolands Senftöne, Brauntöne, Kupferbronzebraun und das grünliche Braun der 70er-Jahre; Van den Hoeks Sand, Beige, Braun und Cognac; Karamell, Zimt, Schokolade, Siena und Apricot, die AEC für Leder und handwerkliche Materialien vorschlägt. Die Milano Unica meldet neutrale und warme Töne in ihrer gesamten Auswahl.
- Neutraltöne, die nicht mehr neutral sind: Dies ist die wichtigste Beobachtung der Première Vision. Grau wird zu Graublau, Khaki tendiert zu Taupe, Grün oder Kupfer, und Marineblau kann ins Türkise oder Violette gehen. Grau bleibt bei Van den Hoek eine Basis, selbst im Ladenbau wie im Mailänder Pilot-Store der italienischen Marke Stone Island, ebenso bei Agelink mit Asphaltgrau und Stahl. Helle Töne zeigen sich als cremiges Weiß bei Boland sowie als Wollweiß, Warmweiß, Antikweiß und sehr helles Blau bei Agelink. Dies spiegelt sich in den „abgetönten Weißtönen und verschleierten Neutraltönen“ der Intertextile Shanghai wider.
- Die Violett-Familie: Die Première Vision stellt Violett „in den Mittelpunkt“. Es wird im Hell-Dunkel-Kontrast gegen kühle gelbe Lichter eingesetzt und von Pflaume, Altrosa und Mauve begleitet. Bolands Aubergine hat sich ihren Platz gesichert, ist „gekommen, um zu bleiben“ und paart sich mit Seladonblau; AEC listet Beerenrot und Mauve für Leder auf. Rosa und Mauve werden laut Première Vision und Van den Hoek geschlechtsneutral.
- Schwarz: Es kehrt als Bolands „sinnliches Schwarz“ zurück, nicht düster, sondern als „eine raffinierte Schönheit mit einem dunklen Unterton“. Alternativen zu Schwarz sind ‘Deep Green’, die abgetönten Off-Blacks, Pflaume und Tiefrot der Première Vision sowie technisches Schwarz und Petrolgrün von AEC.
- Akzente auf ruhiger Basis: Eine wiederkehrende Farbidee, die je nach Richtung unterschiedlich angewendet wird. Innerhalb von ‘Individual Familiarity’ sieht Boland ein ‘Blauschimmelkäse-Blau’ oder Yves-Klein-Blau als Akzent, „wobei man sich für das eine oder das andere entscheiden würde“. Nicht jeder Look braucht einen solchen Akzent, denn ein melierter Pullover in Oliv und Kupferbraun „braucht überhaupt keinen blauen Akzent“. ‘Unapologetic Presence’ geht den anderen Weg, lässt Froschgrün, Yves-Klein-Blau, Fuchsia und leuchtende Primärfarben aufeinanderprallen und bringt das Colour-Blocking zurück. Van den Hoek paart eine gedeckte Basis mit „einer einzigen kräftigen Farbe, wie fast fluoreszierendem Grün, leuchtendem Blau oder einem säureähnlichen Gelbton“. Agelink fügt Mandarinengrün und ‘Savvy Red’ als Kontrastfarben sowie kühles Blau und Moosgrün als „Glitch-Farben“ hinzu.
- Konzeptpaletten: ‘Feel Your Serenity’ der Intertextile Shanghai umfasst abgetönte Weißtöne und gemütliche Pastelle, ‘Live Your Emotions’ bietet zeitlose Naturfarben und ‘Play Your Role’ zeigt satte Couture-Töne. Die Milano Unica ordnet Burgunderrot dem Thema ‘Classic’, leuchtende Töne dem Thema ‘Freestyle’ sowie Grün- und Gelbtöne dem Thema ‘Romance’ zu.
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Stoffe, Materialien und Innovation
Die Materialität in FW27 wird durch wiederentdeckte Fähigkeiten, den Reichtum der Abendmode und eine Performance definiert, die nicht mehr sichtbar sein muss.
- Die Rückkehr der Wolle: Die Première Vision positioniert Wolle als natürliche Antwort auf thermischen Komfort. Lange, feine Fasern, ultrafeine Garne und dicht gestrickte Stoffe machen sie „leichter und weicher und bieten ein Tragegefühl, das Seide oder Baumwolle nahekommt“. Konkret erlebt der trennbare Doubleface-Wollstoff ein Revival, „eine hochwertige Webtechnik, die unsichtbare Abschlüsse und die Herstellung von Wendekleidung ermöglicht“. Er kehrt nun „in vielfältigeren Qualitäten und Gewichten“ zurück. Die vom italienischen Textilzentrum Biella geprägte ‘Classic’-Auswahl der Milano Unica bestätigt dies mit Doubleface-Wolle und -Kaschmir, Flanell und Kaschmirfleece; die Intertextile Shanghai ergänzt gefilzte Kammgarne, Shetlands und Harris-Tweeds.
- Abendmode-Codes in der Tagesmode: Satins, Knautschsamt und Wollmischungen führen die Auswahl der Première Vision an. Bolands ‘Dramatic Antidote’ verlangt nach Brokat, Spitze und Satin; die Milano Unica zeigt glänzend-matte Satins, Duchesse, Lamé-Tweeds, paillettenbestickten Tüll und Samt mit metallischen Reflexen; die Intertextile Shanghai listet Moiré, Damast, Matelassé und patinierte Brokate auf.
- Versteckte Performance: Die Première Vision zeigt Citywear-Anzugstoffe mit wasserdichten, atmungsaktiven oder winddichten Membranen, dreilagige Stoffe und Bi-Stretch-Materialien. Van den Hoek hebt heißverschmolzene Stoffe hervor, die ohne Nähte gepolsterte oder aufgeblasene Strukturen schaffen und dabei wasserdicht bleiben. Das Thema ‘Freestyle’ der Milano Unica fügt Ripstop, technische Futterstoffe und ultraleichtes Nylon hinzu; die Intertextile Shanghai schlägt Techno-Taft und gummierte Pfirsichhaut vor.
- Taktile Natur: Moose, Wollschwämme, gebürstete Wollstoffe und Pelzeffekte bestimmen das Bild bei der Première Vision; Kunstpelz und Teddy zeigen sich bei Van den Hoek; pelziger Flor, Plüschdecke und gemütliches Fleece prägen die Intertextile Shanghai; Teddy, Bouclé und Kunstpelz mit Lurex-Einsätzen sind auf der Milano Unica zu sehen.
- Oberfläche und Erbe: Die Première Vision präsentiert Wandteppiche, Jacquards und nomadische Einflüsse, „wo sich historische und geografische Referenzen kreuzen“. Boland verweist auf Guccis opulente Jacquards, Metallic-Finishes bei N°21 und kunstvolle Flechtarbeiten bei Taschen. Die Milano Unica bringt Spitze und Makramee auf unkonventionelle Trägermaterialien wie Chenille, Wolle, Stoffe in Lederoptik und Bi-Stretch-Mesh auf.
- Denim-Spezifika: Die Auswahl der Milano Unica zeigt beflockte, beschichtete, bestickte sowie dunkle, schwere Denims, Lamé-Denims und lasergeschnittene, bedruckte Denim-Besätze. Die Intertextile Shanghai führt Workwear-Denim in ihrem Heritage-Thema auf.
- Raffiniertes Leder: Van den Hoek beobachtet, wie Leder von der Jacke oder Tasche in die Details wandert, etwa als Hemd, Kragen oder aufgesetzte Tasche. Die Milano Unica zeigt beschichtete Stoffe in Leder- und Wildlederoptik.
- Fokus auf Öko-Innovation: Van den Hoek berichtet über natürliche Farbstoffe aus Tee, Kaffee, Mais und Baumrinde, deren Einschränkungen „tatsächlich einen Reichtum an Farbabstufungen hervorbringen“. Die Première Vision räumt offen ein, dass Lederalternativen wie biobasierte Polymere, reduzierte Synthetik- und Polyurethan-Anteile, Hanf oder gebürstetes Alpaka eine Nische blieben. Es gebe „eine beträchtliche Lücke zwischen ihrem tatsächlichen Marktgewicht und dem Umfang der Kommunikation, die sie umgibt“.
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Silhouetten, Formen und Key Pieces
Die Silhouetten für FW27 verlagern das Volumen von den Beinen auf die Schultern und sorgen dafür, dass große Formen leicht zu tragen sind.
Damenmode
- Der breitere Oberkörper: Nach Jahren immer weiter werdender Hosen „über das gesamte Geschlechterspektrum hinweg“ sieht Boland nun eine Verbreiterung des Oberkörpers. Schultern im Stil der 80er-Jahre und eine breite Brust werden über schmaler werdenden Hosen oder Röcken getragen. WGSN beobachtete „eine moderne Interpretation des Power-Dressings mit einem deutlichen 80er-Jahre-Gefühl“, geprägt von strukturierten Schultern, definierten Taillen und schmal zulaufenden Hosen. Laut Boland erreicht diese Form bereits den Massenmarkt, denn der spanische Modefilialist Zara zeige „die ersten Experimente mit den abgerundeten Schultern von Carven“.
- Skulpturale Statements: Skulpturale Falten in robusten Stoffen, Trichterkrägen, rund geschnittene Taillen bei Jil Sander, Tops mit gepolsterten Schultern bei Carven, übergroße Pelzmäntel bei Saint Laurent und Teddybärmäntel bei Loewe.
- Opulente Tagesmode: Kostüme mit Spitzeneinsätzen und gerüschte Blazer mit breiten Schultern bei Moschino; Allover-Spitze bei Saint Laurent; höfisch inspirierte Röcke bei Margiela; Schwarz von Kopf bis Fuß.
- Key Pieces: Der Blazer, der Hosenanzug und das Kostüm, der Mantel mit breiten Schultern, der wendbare Doubleface-Mantel, die Camouflage-Bomberjacke oder der Parka, der melierte Pullover, oberschenkelhohe Lackstiefel beim US-amerikanischen Denim-Label 7 For All Mankind und der tief auf der Hüfte getragene Ledergürtel beim französischen Luxusmodehaus Chanel.
Herrenmode
Van den Hoeks vier Themen ‘Elegant’, ‘Protected’, ‘Secluded’ und ‘Creative’ sind „verschiedene Richtungen, die nebeneinander existieren können“. Jacken, Hosen und Daunenstücke werden „immer größer und voluminöser“, ohne an Gewicht zuzunehmen. Layering wird selbst zur Silhouette, besonders am Hals mit der Kombination aus Rollkragenpullover, Hemd, Weste und Jacke. Pelz und haarige Materialien rahmen die Krägen ein. Leder erscheint als raffiniertes Detail, und Agelink ergänzt Pradas Regenmäntel mit Kapuzen im Parka-Stil sowie gepolsterte Windbreaker.
Gender-fluid
Röcke, sehr weite Shorts, die fast wie Röcke wirken, Schürzen und fließende, transparente Stoffe halten Einzug in die Herrenmode. Angeführt wird diese Entwicklung von Marken aus Japan, China, Südkorea und Taiwan; zu sehen war sie etwa auch bei der Linie Homme Plus des japanischen Modehauses Comme des Garçons unter dem Motto ‘Black Hole’. Van den Hoek bleibt realistisch. „Ich glaube nicht, dass man, wenn man hier in Amsterdam-Noord auf der Fähre steht, plötzlich alle Männer in Röcken sehen wird. Ich glaube aber schon, dass ein Wandel stattfindet.“ Rosa und Mauve erreichen laut Première Vision die Herrenmode und sogar Sweatshirts für Jugendliche.
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Prints, Muster und Grafiken
Die Prints für FW27 werden nicht neu erfunden, sondern sind neu gemischte, verzerrte oder kontrastreich kombinierte Heritage-Codes.
- Vervielfältigte und verzerrte Karos: Vier Arten von Karos zeigen sich in einem einzigen Kleidungsstück. „Das sieht man bereits bei jungen Frauen auf der Straße“, merkt Boland an. Nadelstreifen, Fischgrät, Glenchecks und Hahnentritt aus dem Thema ‘Classic’ der Milano Unica werden im Thema ‘Freestyle’ im Mikro- und Makromaßstab neu eingefärbt. Dazu kommen Wollkaros und Tartans auf der Intertextile Shanghai sowie laut Agelink pixelartige, verzerrte Karos bei Acne Studios.
- Neu eingefärbtes Camouflage: Wald-Camouflage fungiert als neutrale Farbe, wird laut der Camouflage-Analyse aber auch verzerrt, vergrößert, weichgezeichnet und neu eingefärbt, von floralen und astralen bis hin zu digitalen Interpretationen. Die Beispiele reichen vom abstrakten Camo-Patchwork des italienischen Designers Antonio Marras bis zum malerischen, rindenartigen Gewebe von Kiko Kostadinov.
- Erbe und Folklore: ‘Bohemian beyond borders’-Mixe lassen sich keiner einzelnen Kultur zuordnen. Die Kunst besteht laut Boland darin, Referenzen zusammenzubringen, ohne sie zu benennen, sodass keine kulturelle Aneignung entsteht. Hinzu kommen historische Prints in gedeckten Tönen bei ‘Dramatic Antidote’, Wandteppich-Jacquards auf der Première Vision und der Intertextile Shanghai sowie ethnisch inspirierte Jacquards mit Lurex im Thema ‘Romance’ der Milano Unica.
- Surreal und digital: Pelz wird beim Label Mordecai laut Van den Hoek fotografiert und auf Nylon oder seidenähnliche Stoffe gedruckt; digitale, verpixelte Muster zeigen sich auf Strümpfen bei Kiko Kostadinov; Farbverlaufs- und Animal-Prints prägen die Milano Unica.
- Verspielt und kontrastreich: Blumenmuster treffen im Kopenhagener ‘Scandi-Cool’-Maximalismus auf Leopardenprints; ‘Kidult’-Strickwaren sind „mit skurrilen Gesichtern und herrlich regressiven Tiermotiven verziert“; naive Stickereien und gepolsterte Blumenprints runden das Bild auf der Intertextile Shanghai ab.
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Accessoires
- Schuhe: Nach der Zuliefermesse Futurmoda im spanischen Elche, die mehr als 4.100 Fachbesucher:innen zählte, benennen AEC und Trendstop vier Richtungen. ‘Style without sacrifice’ setzt auf Stretchstoffe, geprägte Jacquards und sockenähnliche Konstruktionen, in die 3D-Druck und Hybridmaterialien subtil integriert sind. ‘Durability and repair’ bietet austauschbare Schichten und ersetzbare Teile, wie beim sechsteiligen Schuh ‘Roku’ der spanischen Marke Camper, der ohne Industriekleber montiert wird, sowie bei den Reparaturservices in den Stores des französischen Sneaker-Labels Veja. ‘Sensory design’ zeigt Mikroreliefs und gesteppte Oberflächen. ‘Reinterpreted nostalgia’ bringt Referenzen an die 70er- und 90er-Jahre mit Mikro-Absätzen und unvollkommenen Finishes. Van den Hoek ergänzt Schuhe, die voluminös aussehen, aber wenig wiegen; Boland verweist auf oberschenkelhohe Lacklederstiefel.
- Taschen: Kunstvolle Flechtarbeiten sorgen laut Boland für interessante Oberflächen. Der Trend zu ‘Kidult’-Anhängern setzt sich fort.
- Schmuck und Verzierungen: Große Ohrringe und Statement-Ketten prägen ‘Dramatic Antidote’; Verzierungen in Gold, Bronze und Antiksilber zeigen sich „vorzugsweise in matten Ausführungen statt in Hochglanz“.
- Gürtel und Schals: Ledergürtel werden an unerwarteten Stellen knapp unterhalb der Hüfte getragen, wie bei Chanel; ein Schal mit Knopfdetails der japanischen Marke Sacai wird über einem frischen Hemd gestylt.
- Uhren: Agelink hebt Uhren als Styling-Elemente hervor, deren Armbänder als Schalhalter oder an Tops verwendet werden, inspiriert von der Show des Pariser Labels Zomer rund um das Thema ‘La Watch Party’.
- Zutaten: Die Zutatenauswahl der Milano Unica zeigt Knöpfe aus Horn, Steinnuss, Perlmutt und biobasiertem Polyester sowie Reißverschlussanhänger aus oxidiertem Metall, Ketten und Etiketten aus recyceltem Leder.
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Styling-Richtungen
- Durchdachtes Layering: Dies ist die am häufigsten wiederholte Anweisung der Saison, von Pradas Looks mit Hemd unter der Jacke bis hin zu Van den Hoeks Schichtungen am Hals. Hinzu kommt das ‘Cluttercore’-Phänomen als „fröhliches Chaos“ aus Vintage, lokalem Handwerk und technischen Stücken.
- Gezielte Akzente: Ruhige Basistöne werden durch einen kräftigen Akzent aufgewertet. Van den Hoek schlägt eine einzige Kontrastfarbe in der Herrenmode vor und Boland nutzt einen einzelnen Akzent innerhalb von ‘Individual Familiarity’, während ‘Unapologetic Presence’ leuchtende Farben aufeinanderprallen lässt.
- Umkehrung der Proportionen: Breite Schultern und eine breite Brust werden über schmalen Hosen oder Röcken getragen.
- Sich ohne Anlass schick machen: „Wir warten für solche Outfits nicht auf eine Party“, sagt Boland. Die Haltung ist Teil des Looks.
- Bewusste Unvollkommenheit: Agelinks unordentliche Ästhetik zeigt sich in Taschen voller persönlicher Gegenstände und zweckentfremdeten Uhrenarmbändern.
- Quiet Luxury mit einem Twist: Boland nennt Quiet Luxury „eine fundamentale Bewegung, die gekommen ist, um zu bleiben“. Sie wird nun durch „ein anderes Futter, Paspeln oder sogar eine bestimmte Farbe“ abgewandelt, wie beim französischen Modehaus Celine unter Kreativdirektor Michael Rider.
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Indem sie Vertrautheit und Kühnheit miteinander verbinden, können Führungskräfte der Modebranche FW27-Kollektionen aufbauen, die sich gleichermaßen beruhigend und lebendig anfühlen. Sie richten sich an Konsument:innen, die sich in Agelinks Lesart ihre Handlungsfähigkeit zurückerobern, also „Kontrolle, Einfluss und das Recht, Dinge selbst zu gestalten“.
Dieser zusammenfassende FW27-Trendartikel basiert auf zuvor veröffentlichten Artikeln und wurde mithilfe von KI erstellt. FashionUnited nutzt KI-Tools, um große Datenmengen zu lesen und zu recherchieren. Für diesen Beitrag wurden über zehn Trendartikel und zwei Messetrenddokumente der Milano Unica und der Intertextile Shanghai für FW27 verwendet. Diese KI-Trendzusammenfassung wurde von der Redaktion stichprobenartig überprüft. Wenn Sie Fragen oder Anmerkungen zu diesem Prozess haben, schreiben Sie uns eine E-Mail an info@fashionunited.com.
Quellen und weiterführende Artikel:
- WGSN und Coloro küren Luminous Blue zur Farbe des Jahres 2027
- WGSN und Coloro: Schlüsselfarben für Herbst/Winter 2027/2028
- Auf dem Laufsteg gesehen: Die Farben für Herbst/Winter 2027/2028 von WGSN
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