Tisci räumt auf: Burberry stoppt Vernichtung von Neuware

Die Überproduktion von Lebensmitteln beschäftigt Verbraucher und Umweltschützer schon seit Jahren. Der Umstand, dass rund zwei Drittel aller produzierten Lebensmittel vernichtet statt verbraucht werden, stößt immer mehr Menschen übel auf, vor allem angesichts der stets abnehmenden natürlichen Ressourcen bei gleichzeitig steigender Umweltbelastung.

Seitdem bekannt wurde, dass der schwedischeTextilkonzern H&M jährlich rund zwölf Tonnen nagelneuer, nicht verkaufter Kleidung verbrennen und entsorgen lässt, ist das Thema Überproduktion auch in der Mode omnipräsent. Dabei stellte sich seit der H&M-Enthüllung vor rund einem Jahr heraus, dass das schwedische Unternehmen längst nicht die einzige Modefirma ist, die ihre Überproduktion einfach vernichtet, anstatt sie zu reduzierten Preisen anzubieten. Dies gilt für Luxuslabels genauso wie für vertikale Anbieter oder Fast Fashion Marken.

Im Zuge dieser Enthüllungen stellte sich auch immer häufiger die Frage nach der generellen Umweltbilanz der Modeindustrie, die bereits zuvor nicht allzu gut ausgefallen war. So verursachen nicht nur Rohstoffgewinnung und Produktion von Textilien extrem hohe Belastungen für Mensch und Natur, sondern auch die Entsorgung von Altkleidern und – als wären dies nicht schon genug – nun auch noch das Verbrennen von Kleidungsstücken, die nagelneu, fehlerfrei und „ready to wear“ wären.

Tisci debütiert ohne Echtpelz

Nun reagieren die ersten Unternehmen auf die wachsende Kritik seitens der Verbraucher und überprüfen ihre bislang gängigen Praktiken im Umgang mit Überproduktionen. Die britische Luxusmarke Burberry kündigte unlängst an, künftig ganz auf die Vernichtung nicht verkaufter Waren zu verzichten. Stattdessen sollen die Kleidungsstücke an soziale Einrichtungen wie der Obdachlosenhilfe gespendet werden.

Seitdem Ricardo Tisci als neuer Chefdesigner verpflichtet worden ist, setzt Burberry verstärkt auf ein nachhaltiges, umweltfreundliches Image. So sei man unter anderem eine Partnerschaft mit der Firma Elvis & Kresse eingegangen, die innerhalb der kommenden fünf Jahre 120 Tonnen an Lederabfällen aus der Taschenproduktion zu neuen Teilen weiterverarbeiten soll. Des weiteren arbeite man gemeinsam mit dem Royal College of Art mit Hochdruck an der Entwicklung neuer, nachhaltiger Materialien, heißt es.

Ebenfalls neu für Burberry: Das Unternehmen will bei Tiscis erster Kollektion, die in Kürze präsentiert werden soll, erstmals komplett auf den Einsatz von Echtpelz verzichten.

Foto: Burberry