Eine neue Ära der Luxusauto-Kollaborationen: Kith und Louis Vuitton setzen auf deutsche Autobauer

Hochwertige Mode- und Automobilmarken entwickeln Partnerschaften, die über das traditionelle Autodesign hinausgehen.
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Der von Singer neu interpretierte Porsche 911 von Louis Vuitton Credits: Louis Vuitton
Von Renan Botelho de Carvalho

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Kollaborationen zwischen Mode- und Automobilindustrie sind nichts Neues. Heutzutage verfolgen Marken jedoch ein neues Partnerschaftsmodell. Diese Woche enthüllten sowohl das französische Luxusmodehaus Louis Vuitton als auch die US-amerikanische Marke Kith Luxusauto-Designs, die ein umfassendes Konsument:innenerlebnis bieten sollen.

Louis Vuitton hat mit Singer bei der Restaurierung klassischer Porsche 911-Modelle zusammengearbeitet. Am Mittwoch enthüllten sie zwei Luxusautos: den ‘Porsche 911 Reimagined by Singer - Classic’ und den ‘Porsche 911 Reimagined by Singer – Classic Turbo’. Beide wurden von Nicolas Ghesquière, dem künstlerischen Leiter der Damenkollektionen des französischen Hauses, entworfen. Beide Designs sind von Louis Vuittons Philosophie der ‘Kunst des Reisens’ inspiriert.

Ghesquière beschrieb die Zusammenarbeit als „eine Chance, sich wieder mit dieser faszinierenden Welt zu verbinden – eine großartige Gelegenheit, wirklich außergewöhnliche Automobile zu entdecken“.

Louis Vuitton kollaboriert mit Singer

Die Partnerschaft zwischen Louis Vuitton und Singer umfasst eine komplette Garderobe. Dazu gehören eine Rennjacke, ein Maßanzug, Jeans, Fahrhandschuhe, Fahrschuhe, Sonnenbrillen und Helme. Zusätzlich gibt es eine umfangreiche Liste von Reiseartikeln. Diese beinhaltet maßgefertigte Koffer, Dokumententaschen, Helmtaschen, Gepäck für den vorderen Kofferraum, eine brandneue Armbanduhr, ein Surfbrett, individuelle Schlüssel und Schlüsselanhänger.

Louis Vuitton x Singer Credits: Louis Vuitton

Die Verbindung von Louis Vuitton zur Automobilwelt reicht bis ins Jahr 1897 zurück, als Georges Vuitton speziell für Autos entworfene Koffer anbot. Im Jahr 1909 entwarfen auch die Enkel von Louis Vuitton, Pierre und Jean Vuitton, ihr eigenes Auto, das auf einem Sportfahrgestell des Herstellers Stabilia gebaut wurde. In jüngerer Zeit, im Jahr 2020, tat sich Virgil Abloh, der damalige künstlerische Leiter der Herrenmode von Louis Vuitton, mit Gorden Wagener, dem Chefdesigner von Mercedes-Benz, zusammen, um die G-Klasse als einzigartiges, vom Rennsport inspiriertes Konzept neu zu gestalten. Die Zusammenarbeit mit Singer zeigt jedoch, wie Modemarken heute Projekte schaffen, die integrierter und inhaltsorientierter wirken.

Louis Vuitton x Singer Credits: Louis Vuitton

Einem ähnlichen Drehbuch folgt Kith. Die Marke begann ihre Partnerschaft mit dem deutschen Automobilhersteller BMW im Jahr 2020. Am Montag veröffentlichten sie das vierte Kapitel ihrer laufenden Zusammenarbeit und enthüllten den BMW 3.0 CSi von 1972 und den M6 E24 von 1987 von Ronnie Fieg. Die Veröffentlichung markiert das 15-jährige Jubiläum von Kith und dient als Inspiration für eine Bekleidungskollektion, die am 17. August auf den Markt kommen wird.

Kith x BMW Credits: Kith

Die Kombination von Mode- und Automobilmarken ist die perfekte Verbindung, wenn es um Tradition geht. Sie ermöglicht es beiden Seiten, ihre Handwerkskunst zum Ausdruck zu bringen und gleichzeitig einen kulturellen Moment zu schaffen. Als BMW die erste Zusammenarbeit mit Kith ankündigte, sagte Markus Flasch, Chief Executive Officer (CEO) der BMW M GmbH, die Partnerschaft würde es ihnen ermöglichen, „die Botschaft an eine aufregende neue Zielgruppe zu verbreiten, da sich die Lifestyle-Modeszene von einem kulturellen Phänomen zu einer globalen Lebensweise wandelt und eine neue, sehr ausgeprägte Form der Exklusivität in viele verschiedene Bereiche bringt“.

Wie der Kommentar von Flasch andeutet, liegt der Reiz für Automobilhersteller:innen weniger im Verkauf von Autos als vielmehr darin, ein Publikum zu gewinnen. Für Modehäuser gilt das Gegenteil: Das Auto verleiht eine Glaubwürdigkeit, die eine Handtasche oder ein Sneaker nicht bieten kann.

Kith x BMW Credits: Kith

In den letzten zehn Jahren hat der deutsche Automobilhersteller Porsche unter anderem mit den Labels Aimé Leon Dore, Tag Heuer, Rimowa und Puma zusammengearbeitet. Auch Mercedes-Benz hat eine umfangreiche Liste von Modepartner:innen, zu denen Sacai, Moncler und Off-White gehören. Was diesen Zyklus von früheren Kooperationen zwischen Mode und Automobil unterscheidet, ist der Umfang. Frühere Kooperationen konzentrierten sich auf das Fahrzeug, während die aktuellen Projekte ein komplettes kommerzielles Ökosystem darum herum aufbauen.

Kith
Louis Vuitton