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Die Praktikums-Realität —Teil 3: Ein guter Boss sein

Einer der meistvernachlässigten und komplexesten Teile der Praktikums-Realität ist die effektive Unterstützung und das Management der Praktikanten von Firmenseite. In all meinen Diskussionen mit Unternehmen, die Praktikanten einstellen, höre ich, dass Unternehmen Praktikanten für wertvoll für das Unternehmen erachten. Im Gegenzug geben Firmen den bei ihnen angestellten Praktikanten wertvolle Erfahrungen mit, schenken ihnen aber nicht immer genug Aufmerksamkeit. Im letzten Teil der Serie „Die Praktikums-Realität“ konzentriere ich mich deshalb darauf, wie Unternehmen ihren Praktikanten eine großartige Erfahrung ermöglichen können und im dafür einen starken Team-Player erhalten.

Wir haben schon besprochen, wie wichtig es ist, Mit realistischen Erwartungen an die Sache ranzugehen, doch dies betrifft beide Seiten. Praktikanten dürfen erwarten, eine klare Vorstellung ihrer Position zu bekommen und zu wissen, was von ihnen erwartet wird und wie man sie unterstützen will. Der Arbeitgeber, der seine Praktikantenplätze effektiv plant, wird zweifelsohne mehr von ihnen haben und aus diesem Investment eher einen Vollzeitangestellten gewinnen, als wenn er dies vernachlässigt. Einer meiner ehemaligen Vorgesetzten in New York sagte mir, als ich gerade anfing: „Wir behandeln dich nicht wie eine Praktikantin. Wir werden dich wie jeden Angestellten hier behandeln, sodass du am Ende gut genug sein wirst, hier zu arbeiten.“ Diese Worte blieben bei mir hängen und ich versuche, sie bei neuen Praktikanten anzuwenden, damit diese wissen, was ich von ihnen erwarte und sie ihre Erwartungen an das Praktikum daran anpassen können.

Die Vorschläge, die ich hier gebe, sollen als Wegweiser für alle fungieren, die planen, Praktikanten einzustellen oder bereits welche eingestellt haben. Sie sind auch dazu da, Hilfestellung zu geben, sodass alle Beteiligten eine Erfahrung machen, die ihnen hilft — Sei also ein guter Chef und lies das hier.

Die Praktikums-Realität —Teil 3: Ein guter Boss sein

1. Gib Feedback

Wenn du jemanden zum Jobinterview einlädst und er oder sie keinen Erfolg hat, biete dem Bewerber Feedback an. Ja, ich kann mir vorstellen, dass du viel zu tun hast, aber viele der potenziellen Praktikanten reisen von weit weg an, um sich bei dir vorzustellen, oft auf eigene Kosten. Sollten sie dich wirklich mehrmals um ein Feedback bitten müssen? Sie sind auf deine Hilfe angewiesen und du solltest sie bereitwillig und aus freien Stücken anbieten.

2. Überlege Dir ein Programm

Die besten Arbeitgeber überlegen sich ein gut durchdachtes Programm für die Praktikanten. Falls der Praktikumsplatz hauptsächlich administrative Tätigkeiten beinhaltet, oder miteinschließt, täglich den Lunch zu besorgen, sag dies im Vornherein. Wenn ein Praktikant bei dir anfängt, ist es wichtig, dass du dir vorher Gedanken gemacht hast, welche Tätigkeiten er oder sie erledigen soll. In welcher Abteilung soll er oder sie arbeiten? Welche Aufgaben erfüllen? Gibt es Projekte, die er oder sie bearbeiten kann, die sowohl für ihn oder sie als auch für dich nützlich sind? Was kann er oder sie dabei lernen?

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3. Wer ist der Verantwortliche ?

Diese Frage ist entscheidend. Der Erfolg deiner Praktikanten liegt zum großen Teil in dem Manger und Mentor, der sie anleitet. Praktikanten können vieles erreichen, wenn sie realistische Ziele vorgegeben bekommen. Das Unternehmen sollte also jemanden finden, der dies leisten und Unterstützung bieten kann.

4. Gib ihnen eigene Projekte

Es gibt viele Aufgaben, die Praktikanten erfüllen könenn, aber wie viele Projekte könnten in deinen Augen schneller voran gehen? Wenn man kleine Projekte in viele kleine Teilziele einteilt, kann man dabei helfen, sie schneller voranzutreiben und man kann sie einfacher kontrollieren. So lernen Praktikanten schneller und sind fokussierter, während sie gleichzeitig zu einem wertvollen Teil des Teams werden. Aber Vorsicht: Überfordere die Praktikanten nicht und lade nicht Deine Ängste und Frustrationen bei ihnen ab!

5. Triff die Praktikanten einmal in der Woche zum Gespräch

Ohne Frage werden Praktikanten täglich Kontakt zu ihren direkten Vorgesetzten haben, aber ihnen auch ein wenig deiner Zeit zuzuteilen ist wichtig. Auch ein informelles Gespräch über 30 Minuten gibt ihnen die Chance, Fragen zu stellen und Feedback zu geben. Die häufigste Beschwerde von Praktikanten ist, dass sie als selbstverständlich wahrgenommen und mit unwichtigen Aufgaben beladen werden. Ein wöchentliches Gespräch kann ihnen helfen, sich besser zurecht zu finden und sich geschätzter zu fühlen.

6. Ziele und Feedback

Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass einige Unternehmen nicht definieren, was die Praktikanten in einer Woche oder einem Monat erledigen sollen. Indem man quantifizierbare Ziele setzt, kann man messen, wie gut der Praktikant zurecht kommt und welche Fähigkeiten er oder sie weiter entwickelt. Dies ist wichtig für die Praktikanten, um ihre Stärken und Schwächen besser kennenzulernen und auf Deadlines zuzuarbeiten.

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7. Das Große Ganze

Wenn möglich, lass die Praktikanten auch Informationen über das Business sehen, die nicht öffentlich zugänglich sind. Es ist ihre einzige Möglichkeit, etwas über die Arbeit in einem Modeunternehmen zu lernen. Vieles davon lässt sich nicht an der Universität lernen. Ein großartiger Praktikant ist neugierig und profitiert davon, alle Seiten seines Unternehmens kennenzulernen. Das ‚bigger picture’ und die höheren Ziele ihrer Organisation zu kennen, kann helfen, besser zu verstehen, worauf sie hinarbeiten.

8. Fragen stellen erlaubt

Denke daran, wie wichtig es ist, Fragen stellen zu dürfen und ermutige deine Praktikanten dazu! Als Mentor oder Manager musst du sie wissen lassen, dass sie Fragen stellen dürfen. Es sollte Dein Leben letzten Endes einfacher machen und du lernst, wann du etwas besser erklären musst. Fragen stellen und beantwortet kostet zuerst Zeit, spart einem aber oft auch Zeit, die andernfalls auf falsche Ausführung verschwendet würde.

Die Praktikums-Realität —Teil 3: Ein guter Boss sein

9. Hilf Ihnen Lernen

An den Universitätn lernen die Praktikanten, dass sie versuchen sollten, soviel an Erfahrungen mitzunehmen, wie möglich. Also solltest du dich fragen: Gibt es etwas, wovon dein Praktikant profitieren kann? Ein Meeting, in das er mit kommen kann, einen Kundenbesuch, ein anderes Team oder eine Fortbildung? Erfahrungen von dieser Art können ungemein hilfreich sein und Praktikanten helfen, eine erste Position im Unternehmen zu besetzen.

10. Genieße es!

Einen Praktikanten zu haben kann Spaß machen und das sollte es auch! In der Modebrache zu arbeiten kann oft stressig und voller Zeitdruck sein und den bekommen auch die Praktikanten zu spüren. Also mach dich locker und lass sie auch mal Spaß haben und lachen. Zeig, dass du auch ein Mensch bist.

Zum Schluss: Die meisten Praktikanten verrichten einen wirklich guten Job und bemühen sich, dir und dem Unternehmen zu gefallen und einen guten Eindruck zu hinterlassen. Ich mache mich für Praktikanten stark, weil sie der Industrie einen immensen Dienst erweisen. Sie sind die neue Generation, hör ihnen also zu und behandle sie so, wie du gerne behandelt worden wärst, als du anfingst. Und wenn du ein richtig guter Chef sein willst, bezahle sie für ihre Arbeit.

Viel Spaß beim Praktikum und viel Erfolg!

Dieser Artikel wurde von Hannah Rafter, Gründerin und Chefredakteurin bei Intern 247 verfasst. @theintern247 theintern247.com

Fotos: Screenshots von The Devil Wears Prada, Movieclips, Youtube - 20th Century Fox