Max Hollein-Projekt „Contemporary Muslim Fashions“ gastiert in Frankfurt

Sie gilt als die erste, weltweite Ausstellung, die sich umfassend dem Phänomen der zeitgenössischen muslimischen Mode widmet. Initiiert von dem Österreicher Max Hollein, der seit August 2018 das Metropolitan Museum of Art in New York City leitet, wurde das Konzept zunächst an den deYoung Fine Arts Museums in San Francisco erarbeitet, um nun auf Reisen geschickt zu werden.

Als erste Station in Europa gastiert die opulente Schau nun ab dem 3. April 2019 im Museum Angewandte Kunst in Frankfurt am Main und soll zeigen, wie vielfältig modische Entwürfe mit muslimischem Hintergrund auch in der Gegenwart sein können. „Es gibt Menschen, die glauben, dass es unter muslimischen Frauen überhaupt keine Mode gibt, aber das Gegenteil ist der Fall“, so der Ideengeber Max Hollein. Dies werde durch die modernen, lebendigen und außergewöhnlichen Modeszenen deutlich. Contemporary Muslim Fashions sei daher „eine überfällige, dringend notwendige Untersuchung eines facettenreichen Themas, das von Museen bisher noch nicht weitgehend erforscht wurde“.

Ausstellung in Frankfurt um Designs aus deutschsprachigem Raum erweitert

Bei der Auswahl von Designer sollen sich die Kuratoren besonders auf den Nahen und Mittleren Osten, Malaysia und Indonesien sowie Europa und die USA konzentriert haben. Die Schau nehme die vielfältigen, in diesen unterschiedlichen Ländern regional geprägten aktuellen Interpretationen muslimischer Bekleidungstraditionen in den Blick und zeige dabei nicht nur regionale Besonderheiten, sondern mache auch die Gemeinsamkeiten sichtbar, heißt es seitens der Frankfurter Organisatoren. Sie präsentiere sich als eine Momentaufnahme dieses Modephänomens, das gesellschaftliche, religiöse, soziale und politische Aspekte in sich trage.

Die Ausstellung will einerseits zeigen, wie Musliminnen ihre je eigenen modischen Vorstellungen von „Modest Fashion“ umsetzen, und andererseits, wie internationale Modeunternehmen mit eigenen Kreationen auf die zunehmende Nachfrage nicht nur muslimischer Frauen nach „dezenten“, weniger körperbetonten und zugleich modischen Styles reagieren.

Neben rund 80 Ensembles von etablierten und aufstrebenden Designern und Designerinnen aus den Bereichen Luxus-Mode, Streetwear, Sportswear und Couture umfasst Contemporary Muslim Fashions auch zahlreiche Kunst-, Dokumentar- und Mode-Fotografien, die die ausgestellten Kleidungsstücke kontextualisieren sollen. Außerdem präsentiert die Schau Material aus den Sozialen Medien.

Als besonderes Schmankerl hat das Frankfurter Team des Museum Angewandte Kunst eine Erweiterung der Ausstellung entwickelt, die sich explizit mit dem Phänomen aktueller muslimischer Mode im deutschsprachigen Raum beschäftigt. Zu sehen sein sollen im Zuge dessen Ensembles von Naomi Afia (Wien), Feyza Baycelebi (Berlin/Istanbul), Imen Bousnina (Wien) und Mizaan (Mannheim).

Foto: Museum Angewandte Kunst Frankfurt am Main

 

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