Die großen Modeausstellungen in 2026
Nach einem vollen Ausstellungsjahr, in dem Kurator:innen ihr Bestes gaben, um die Turbulenzen unserer Zeit einzufangen, scheinen sie 2026 auf Klassiker zurückzugreifen. Der Fokus liegt auf Größen wie Schiaparelli, Alaïa und Königin Elizabeth II. Viele Menschen kennen sie und werden mehr über sie erfahren wollen . Das ist ein schöner Ausgangspunkt, denn wer viele Museen besucht, weiß: Durch langsames und aufmerksames Betrachten lernt man stets etwas Neues.
Schiaparelli: Fashion Becomes Art
Das Londoner Victoria & Albert Museum (V&A) beginnt das neue Jahr mit Elsa Schiaparelli, der Couturière, die Mode und absurde Kunst miteinander verschmelzen ließ. Die Ausstellung zeigt, wie sie Couture in den eleganten 1930er-Jahren zu etwas Theatralischem erhob – von ihrem berühmten „Lobster Dress“ bis zur Serie von Hüten, die durch ihre kreative Partnerschaft mit dem Maler Salvador Dalí inspiriert wurde. Die Modekurator:innen haben die Aufgabe, auch die weniger bekannten Stücke aus den Archiven hervorzuholen. In diesem Fall sind es die Parfümflakons, die wie Kunstobjekte wirken, sowie Originalzeichnungen aus Schiaparellis Atelier. Das Timing, diese jetzt wieder aufzugreifen, stimmt auch: Daniel Roseberry, der neue Kreativdirektor von Schiaparelli, präsentierte kürzlich eine auf dem Erbe des Modehauses basierende Kollektion.
Wo und wann: V&A South Kensington, London, 28. März bis 1. November 2026.
Alaïa: L'art de la ligne
Azzedine Alaïa war bekannt als „der König der Silhouetten". Das veranlasste die Kurator:innen seiner Stiftung in Paris, die das ganze Jahr über für das Publikum geöffnet ist, die Kollektionen erneut nach Beispielen für seinen skulpturalen Ansatz zu durchsuchen. Dort kann man bald seine Body-Con-Kleider und straffen Lederkreationen bewundern. Diese wurden einst berühmt an den Körpern von Ikonen wie Iman, Naomi Campbell und Cindy Bruna. Auch seine frühen Prototypen sind zu sehen. An ihnen lässt sich umso besser ablesen, wie er die weibliche Form ständig perfektionierte. Interessantes Detail: Alaïa weigerte sich lange Zeit, an Fashion Weeks teilzunehmen, weil er glaubte, dass Mode Zeit zum Atmen brauche. Seine Entwürfe waren als Kunstwerke gedacht – und so betrachten wir sie auch Jahre später noch.
Wo und wann: Fondation Azzedine Alaïa, Paris, 15. Dezember 2025 bis 24. Mai 2026.
The Antwerp Six
Antwerpen erlangte in den 1980er-Jahren weltweite Berühmtheit dank sechs junger Designer:innen, die mit ihren experimentellen Entwürfen die Modewelt aufmischten. Jetzt gibt es eine Ausstellung, in der man sie nebeneinander sieht: Als eine avantgardistische Modebewegung, in der doch jede:r das ganz eigene Genie unter Beweis stellte: Dirk Bikkembergs, Ann Demeulemeester, Walter Van Beirendonck, Dries Van Noten, Dirk Van Saene und Marina Yee, die leider kurz vor ihrer Ehrung verstarb. Die Antwerp Six begannen alle an derselben Akademie, aber ihr gemeinsamer Durchbruch war ein Zufall. Wie verhält es sich eigentlich mit Antwerpen als Brutstätte, die auch jetzt wieder eine überdurchschnittlichen Generation aufstrebender Talente hervorgebracht hat?
Wo und wann: ModeMuseum (MoMu), Antwerpen, 28. März 2026 bis 17. Januar 2027.
Embroidering Palestine
Stickereien erzählen seit Zehntausenden von Jahren Geschichten über ihre Macher:innen, ihr Handwerk, ihren Ort und den Zeitgeist. Das soll eine Ausstellung im ModeMuseum Antwerpen zeigen, die sich auf palästinensische Stickereien konzentriert. Die Auswahl wurde durch das aktuelle Kriegsgeschehen bestimmt. In der Ausstellung sehen wir, wie palästinensische Kunsthandwerker:innen ihre Identität, Geschichte und Emotionen in Textilien verarbeitet haben und auch heute wieder verarbeiten. Von traditioneller Tracht bis zu zeitgenössischen Interpretationen – jedes Stück erzählt eine Geschichte. Textil als stiller Widerstand in einer brutalen Zeit.
Wo und wann: ModeMuseum (MoMu), Antwerpen, 13. Dezember 2025 bis 7. Juni 2026.
State Fashion Biennale 2026
Bei der Arnheimer Modebiennale geht es in der Regel nicht um die schönste Kleidung, sondern um die Frage, was Mode heute bewirkt – ökologisch, sozial und kulturell. 2026 liegt der Fokus mit „Available to Promise; Hidden Systems, Shared Futures“ auf Materialien und Verantwortung. Von Textilinnovationen, die biologische Kreisläufe nachahmen, bis hin zu Entwürfen, die bewusst unfertig oder temporär wirken. Die ausgestellte Kunst ist nicht die Lösung für das gesamte Modesystem, schlägt aber ein neues Denkmodell vor. Themen wie Arbeit, Identität und Erschöpfung sollen zur Sprache gebracht werden. Eine Herausforderung für Anne Zhou, Shanu Walpita und Anouchka van Drieldie Kuratorinnen dieser vierten Ausgabe.
Wo und wann: Verschiedene Standorte in Arnheim, 14. Mai bis 28. Juni 2026.
Costume Art
Mit „Costume Art“ bringt The Costume Institute Mode aus dem Keller ins Herz des Metropolitan Museum of Art. Die Frühjahrsausstellung 2026 eröffnet die neuen, mehr als 1.100 Quadratmeter großen Condé M. Nast Galleries direkt neben der Great Hall. Die Ausstellung untersucht, wie der bekleidete Körper im Laufe der Kunstgeschichte dargestellt wurde. Kleidungsstücke aus der Sammlung des Costume Institute von Größen wie Alexander McQueen, Cristóbal Balenciaga und Iris van Herpen werden mit anderen Kunstwerken aus der Sammlung des Met kombiniert. Dadurch wird die etwas geheimnisvolle Beziehung zwischen Mode und Körper plötzlich glasklar. Wichtige Randnotiz: Das Ehepaar Bezos übernahm die Kosten.
Wo und wann: The Met, New York, 10. Mai 2026 bis Januar 2027.
Westwood/Kawakubo: Icons of Rebellion
Was passiert, wenn man zwei rebellische Modemacher:innen nebeneinander stellt? In Melbourne beschlossen die Kuratorinnen Katie Somerville, Danielle Whitfield und Charlotte Boticavan von der National Gallery of Victoria (NGV), es mit Vivienne Westwood und Rei Kawakubo auszuprobieren. Erstere stellte mit ihren Designs mit Tartanmustern, Sicherheitsnadeln und provokanten Slogans die Konventionen der 1970er-Jahre auf den Kopf. Kawakubo beschäftigte sich vor allem mit der Form. Mit asymmetrischen Silhouetten und Dekonstruktion stellte sie traditionelle Vorstellungen von Körper und Kleidung infrage. Neben diesen für die Modegeschichte erneut wichtigen Stücken bekommt das Publikum auch Skizzen und Prototypen zu sehen.
Wo und wann: National Gallery of Victoria (NGV), Melbourne, 7. Dezember 2025 bis 19. April 2026.
Queen Elizabeth II: Her Life in Style
Der Buckingham Palace öffnet seine Türen für einen einzigartigen – und bisher größten – Einblick in die Garderobe der am längsten regierenden britischen Monarchin: Königin Elizabeth II. Zu sehen sind mehr als 200 Kleidungsstücke, Accessoires und Designskizzen. Dazu gibt es Erläuterungen zu den Schlüsselmomenten, bei denen sie getragen wurden. Von der Harris-Tweed-Jacke mit Balmoral-Tartanrock, entworfen von Norman Hartnell in den 1950er-Jahren, bis zum grünen Mantel von Angela Kelly, den die Königin für offizielle Porträts in ihren letzten Lebensjahren trug. Die Ausstellung zeigt, wie die Monarchin Mode nutzte, um eine Botschaft zu vermitteln. Alles von der Art des Edelsteins bis zur Farbe des Stoffes eignet sich für ein subtiles politisches Signal.
Wo und wann: The King's Gallery, Buckingham Palace, London, 10. April bis 18. Oktober 2026.
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